Es ist manchmal schon vertrackt mit der Kreativität. Da will einem partout zum geplanten Konzept nichts einfallen, und stattdessen schenkt die Inspiration Titel, die nicht auf das Album passen wollen. Diese 'Einzelstücke' landen dann ungenutzt und ungehört in der Schublade. Robert Schroeder macht seit diversen Jahren eine Tugend daraus: Er greift in sein ohne Frage stattliches Archiv solcher unveröffentlichter Titel und stellt daraus Alben der 'D.MO' Serie zusammen.

Die Elektronische Maschine hat sich Zeit gelassen mit ihrem ersten Album nach dem Bühnen-Comeback. Üblicherweise tüftelt ein Musiker ja an seinen Tracks im stillen Kämmerlein, bis sie als veröffentlichungs- und bühnenreif erachtet werden. Bei dem Quartett um Richard de Boer scheint es umgekehrt zu sein: Über die letzten Jahre wurden immer mal wieder neue Titel bei Live-Auftritten getestet und verfeinert, und nun hat das Portfolio einen Umfang erreicht, der ein komplettes neues Album füllt, inklusive einiger Remixe.

Der Name Manuel Scuzzo war mir bisher nicht geläufig, aber Rezensionen in diesem Magazin sind ja auch immer eine gute Gelegenheit, sich mit Material zu beschäftigen, was man bisher nicht auf dem persönlichen Radar hatte. Manuel Scuzzo ist ein Hamburger Produzent und Musiker, und legt mit 'Traumfabrik' sein zweites Album vor.
Ausgangspunkt war die Filmmusik zu einem gleichnamigen Film. Bei Filmmusik auf Alben bin ich immer etwas vorsichtig: Oft werden Musikschnipsel, die passend zu den Filmszenen komponiert wurden, einfach nur auf Tonträger gepresst und verlieren ohne die Bilder dann ihre Funktion und Wirkung.

„Calaboose Islands“ sind Gefängnisinseln, und um die geht es auf dem aktuellen Album von Mike Hans Steffl. Sieben Titel, knapp 75 Minuten Laufzeit, jeder Track eine Insel – viel Stoff, ein Thema mit vielen Variationen bzw. sieben verschiedenen Inseln und Gefängnissen.
Mike schreibt dazu, keines der Gefängnisse würde mehr als solches genutzt, die Natur erobert sich ihren Bereich wieder zurück. Unter der friedlichen Oberfläche aber könne man noch immer das erlittene Leid der Gefangenen spüren.

Fast ein Jahrzehnt hat sich Lambert mit einem Nachfolger zu seinen letzten Solo-Album 'Drachenreise' gelassen. In dieser Zeit ist er aber alles andere als musikalisch untätig gewesen oder hat sich auf sein Label 'Spheric Music' beschränkt. Auf diversen anderen Alben anderer Musiker, unter anderem Bertrand Loreau und Johannes Schmoelling, konnte man seinen Namen als Beitragender lesen. Und siehe da, auf 'Bon Courage' wird wiederum Johannes als Mit-Komponist gelistet. Wenn auch explizit nur bei einem der Tracks, so findet der Schmoelling-Kenner auch bei anderen Titeln vertraute Sounds und Strukturen wieder. Die langjährige Zusammenarbeit hat ihre Spuren hinterlassen, und das ist positiv gemeint.
Über Empulsiv
Empulsiv wurde 2011 als Webzine für (traditionelle) elektronische Musik gegründet. Es berichtete über ein Jahrzehnt von musikalischen Events und über Veröffentlichungen, präsentierte Interviews und Neuigkeiten aus der Szene. Ende 2022 wurde das Webzine eingestellt. Es wird nun als Infoportal mit Eventkalendar, Linksammlung und Archiv fortgeführt, so dass Neues sowies Vergangenes weiterhin gefunden werden kann.
