Berichte

Als die Nachricht im letzten Jahr erschien, Christopher von Deylen startet eine Solo-Tournee in 2020, hat sicherlich so mancher Schiller-Fan gerätselt, ob es jetzt eine reine Einlassmusik-Show oder eine Club-Abtanzparty wird.

ChrisvD


Ich habe CvD im Kölner Club „Bahnhof Ehrenfeld“ gesehen, mit mir ca. 500 stehende Gäste und beim Blick auf die spartanisch ausgestattete Bühne ahnte wirklich niemand was da jetzt auf uns zukommt. Nach dem Motto „was kümmert mich die Vergangenheit“ begegnen wir einen äußerst redefreudigen Christopher von Deylen. Sympathisch wie und je erklärt der dem Publikum seine Ambitionen für das Klavierspiel - und was man damit alles so machen kann. Die Kombination Klavier und Electronic-Equipment beherrscht der Künstler meisterlich. Es entsteht ein Klangspektrum von unvorstellbarer Weite und Größe. Jeder Song ist völlig neu. Jeder Song entwickelt eine hypnotische Magie. Der Meister webt dräuende Klangteppiche, streut metallisch-harte Rhythmen hinzu und verziert mit melodischen Hooklines auf dem Klavier eine bombastische Soundlandschaft, die immer weiter in entfernte Dimensionen driftet. Sozusagen malerische „Einlassmusik“ mit Biss. Um der Atmosphäre eines Clubs gerecht zu werden, erhöht der Meister mit zunehmender Konzertdauer die bpm-Anzahl, was allerdings in keinster Weise den Genuss eines CvD-Solo-Konzerts mindern wird. Die zweistündige Show ist ein Höhepunkt in meiner langjährigen, üppig bestückten Konzertliste diverser Künstler. Christopher von Deylen hat mal wieder eine nahezu unerreichbare Genialität bewiesen. Wenn er vogelfrei und ungehemmt loslegen darf, keine Grenzen ihn hindern um in immer höher, immer entferntere Klangwelten vorzudringen, dann ist es gut – für ihn und für uns Zuhörer sowieso.

Will Lücken