Rezensionen

Andreas Hack - Pieces (NEU)Sehr schön Andreas! Pieces ist ein tolles Album, überraschendes Ambientes trifft auf glitchiges Percussives, ein Klavier klingt zwischen Drones und analoge Solo-Sounds, Athmos und Drones kombinieren sich geschickt in eine Soundtrackartige Welt. Manchmal sperrig und kompliziert, manchmal aber auch eingängig und trivial. So mögen wir es am liebsten, eine CD die von ihrer Variation lebt und bei jedem Indexwechsel etwas neues aus der Hakschen Schublade zaubert. Nicht immer leicht, manchmal auch melancholisch und dramatisch. Glückwunsch, ein 2014er Highlight. Liebe Schallwelle-Jury, womöglich noch ein Newcomer!?

http://www.mellowjet.de/Webshop_V4/index.php?main_page=index&cPath=65_153

Stefan Erbe 

Aha, nun also Richtung Grün! Und das in 42 Minuten und 18 Sekunden. Eine knappe Dreiviertelstunde um eine Farbe zu erreichen? Oder vielleicht besser noch, (s)eine politische Richtung zu ändern oder jede kommende Strassenampel in dieser Farbe zu erleuchten? Die Jungs von BKS lassen uns auch dieses mal viel Farbfreiraum für die eigene Interpretation und schlagen im wesentlichen kurzweilige Klang-Wege ein, um dem Zuhörer für die colorisierte Reise zu gewinnen. Das Farbenspiel kommt irgendwie bekannt vor? Stimmt, es gab schon einiges aus der Palette wie Rot und Blau, Grün führt weiter was diese angefangen haben. Welcher Farbton steht wohl als nächstes an?

www.manikin.de

Stefan Erbe   

moonbooter - Cosmoromantics (NEU)Das neue Release von Bernd Moonbooter Scholl steht wieder ganz in der Linie seiner bisherigen "Cosmo-Serie" und erschallt mit einem kleinen Unterschied zur vorherigen Lebenszeichen-Produktion "Still Alive", die noch etwas besinnlicher daherkam. Cosmoromantics steht nämlich wieder durchweg für die drumatischen und dynamischeren Bestandteile die Bernds Musik über die vielen Jahren populär gemacht hat. Sie verzichtet dabei auf komplizierte Elemente, ist wieder sehr eingängig und überzeugt durch exzellentes Sounddesign. Besonders Auffällig erscheint der Empulsiv-Redaktion die Inspirationsvorlage, die dem Track Spirit of Time zugrunde lag und nicht nur retrospektive Erinnerungen erzeugt. Aber allein dafür lohnt schon der Kauf.

www.moonbooter.de

Stefan Erbe

Wenn die Herren Erren, Fleissig, Schöttler und Steffen Richtung holländische Nordseeküste reisen, dann darf vermutet werden, dass der größte Kofferraumanteil nicht für Textilien benötigt wird, sondern für stromgeladene Analogkisten drauf geht. Fast schon traditionell nehmen sich die Jungs die Zeit um im Strandnahen Ouddorp wieder einen neuen Longplayer aufzunehmen, der ebenso wie die aktuelle Nachtaufnahme, in einer epischen Session ausufert. Das entstandene Rohmaterial wird dann nahezu ungeschliffen auf die nächste Vö verewigt. Nicht nur eine visuelle Lücke im schmalen EM-Segment hat das Quattro mit ihrem Dasein geschlossen, sondern auch die Stücke haben etwas kategorisch ungehörtes. Die ausladenende Improvisationen vereinen eine sehr eigene Magie und offenbaren, dass auch im Genre der 10 Minuten Sequenzen noch nicht alle Strömungen angespült worden sind. Vielleicht mag es auch daran liegen, dass nicht wie sonst nur zwei, sondern gleich acht Hände am Inventar rumschrauben und damit die verwendeten Analogqualitäten vervierfachen. Ist auch egal, hauptsache es kommt auch zukünftig kein Nordseesand ins 4-motorige EFSS-Getriebe.

Stefan Erbe

http://efss.bandcamp.com/

Es ist wohl unbestritten, dass Pink Floyd für viele andere einen musikalischen Grundstein gelegt und eine stilistische Inspiration gegeben haben. Insbesondere auch für viele Urväter der elektronischen Musik. Mit The Endless River legt die Band um David Gilmour ihr (offiziell) letztes Album vor. Zwar wird es dem progressiven Rock zugeordnet, bietet aber auch das Gefühl und den Geist, der mich für elektronische Musik begeistert.

Das Album erscheint in drei Varianten, als CD, als Doppel-LP und als Deluxe-Box, wahlweise mit DVD oder Blu-Ray. Mir liegt die Deluxe-Box mit DVD vor. Sie kommt in einem schlicht gestalteten, stabilen weißen Karton daher. Vorne prangt das umstrittene Cover des Albums und hinten finden sich Details über die Inhalte. In der Box befinden sich neben einigen Postkarten mit Pink Floyd Motiven die CD und DVD, beide in schlichten Pappschubern, und ein Hardcover-Booklet mit Session-Fotos und Detailbildern sehr ansehnlich gestaltet. Auch findet sich hier der Liedtext zum einzigen gesungenen Titel des Albums "Louder Than Words".

Schon nach den ersten 2 Minuten war ich mir sicher .... da kann nichts mehr schiefgehen. Durchgehend super, gleich vom ersten Titel an ! -Ombra- scheint ja ein sehr umfangreiches Projekt zu sein. Die Originalversion ist bereits aus dem Jahr 2009. Diese Besprechung beruht sich auf die überarbeitete Fassung aus diesem Jahr (2014) welche auf Hagen Von Bergens-Label Bi-Za-Records  als gepresste CD erschienen ist. Und dann gibt es ja noch auf michaelbrueckner.bandcamp.com die "Mammutversion" mit 46 Titeln .... also da kommen so einige Stunden zusammen. 
Ja, wie gesagt, die Musik hat mich gleich von Anfang an sehr eingenommen, was bei dieser sehr dichten und zum großen Teil recht bedrohlichen Athmosphäre kein Wunder ist. Diese Musik wäre auch super als Sountrack geeignet .... nur : das Drehbuch müsste schon dementsprechend gut werden, um bei der Musik mithalten zu können! Und das wird nicht einfach werden. http://michaelbrueckner.bandcamp.com/ 

Uwe Saße

Homeland cover artDass Björn "Nattefrost" Jeppesen ein Album in 45 Minuten erzählen kann, ist tatsächlich neu. Aber auch die Erzählweise seines neuesten Audio-Hörspiels ist bisher so noch nicht gehört worden, umso mehr stellt sich die berechtigte Frage, woher der deutliche Wandel stammt. Nur das 8minütige Divine Light erinnert an die vergangenen Alben, alle andere Stücke sind sehr viel dunkler und rühren eher geschichtlich an. Björn selbst formuliert es als Rückbesinnung auf seine musikalische Zeit zwischen 2003 und 2007. Die entstehenden virtuellen Bilder vermitteln eine Aufarbeitung skandinavischer Vergangenheiten, einen Blick auf das vergangene Leben und die typische nördliche Melancholie. Ein Album, dass einige Zeit zum "Hören" benötigt und weniger den kommerziellen Hörgewohnheiten entspricht. Ein tiefer Blick, der dennoch lohnt.

www.nattefrost.dk

Stefan Erbe 

Im Jahr 2009 mündete die erste Zusammenarbeit von Erik und Bernhard in eine gemeinsame CD, Arcadia Borealis. Nun hat es fünf Jahre gedauert, um aus den darüber hinaus gehenden gemeinsamen Ideen eine zweite CD zu produzieren. Und die beiden präsentieren mit Weltenuhr ein außerordentlich starkes Zweitwerk. Dieses Album zeugt von einer exzellenten Symbiose der eher ambienten und melodiösen Spielweise Erik Wøllos, getrieben von seinem gekonnten Gitarrenspiel, und der experimentellen und druckvollen Klangwelten Bernhard Wöstheinrichs. Unterstützt werden die beiden auf Gales und Weltenuhr durch den betörenden Gesang von Elke Marleen Schumacher. Auf der über eine Stunde langen Scheibe finden sich 11 Tracks mit Längen zwischen ca. 4 und 8 Minuten....