Kolumne

Freitag, 27. April 2012

Schon als kleine Kinder musste man sich entscheiden, entweder man war Cowboy oder Indianer. Entweder "Polyester-Hut" oder "Plastik-Feder", beides war unmöglich. Schon immer galt es, entweder Zelt oder Saloon. Winnetou und Old Shatterhand in einer Gruppe, einfach unmöglich. Moralisch gesehen, war es uns Kinder sowieso egal, ob wir jemanden skalpierten oder mit der Kutsche 3 Squaws entführten. Hauptsache schlammwülend und mit großem Bohei, der Nachbarschaft auf den Senkel fallen und immer in der freien Natur um das heroische Recht des Stärkeren kämpfend. Egal ob es regnete, schneite oder jemand "Miracoli" schrie, erst wenn der letzte Meter Grund und Boden verteidigt war und die Dunkelheit einbrach, ging es an die Stillung der niedrigen Grundinstikte oder an die Hausaufgaben für den nächsten Tag.

Computer, Spielekonsolen und schnurlose Telefone gabs nicht. Der erste C64 (bei mir war es sogar noch ein VC20) löste auch noch keine Computerabhängigkeit aus, die uns möglicherweise davon abhalten konnte, bereits nach der Schule wieder in "Pisspotscher Manier" die Manschaftsaufstellung festzulegen, um diesmal nicht als Cowboys und Indianer aufzulaufen, sondern als Müller, Beckenbauer und co. vor den Medizinballähnlichen Lederklops zu treten. Auch hier konnte erst das fehlende Flutlicht und die Erinnerung an die gestrigen Standpauke des Zuspätkommens dafür sorgen, dass man nach ungezählten Stunden und mit einem Ergebnis von 86 zu 79 nun endlich nach Hause musste.

Montag, 16. April 2012

bvb.jpg - 8.26 KbSo? Sie interessieren sich gar nicht für Fussball? Das gibt es doch gar nicht, jeder interessiert sich für Fußball! Aber spätestens dann, wenn der Kolumnist in den nächsten paar Minuten mal wieder praktische Lebensansätze in die heimische Musikwelt portieren möchte. Denn neben den beiden Ausnahmevereinigungen von teuer erkaufter Bajovarischer Spitzenmannschaft und Schwarz Gelbem Kinder-Dauer-Renn-Rudel, so scheint es auch in der musikmachenden Welt zwei konkurierende Religionen zu geben, die immer wieder um die Weltherrschaft der Musikproduktionen streiten.

Hardware gegen Software!

Auf der einen Seite, eine sündhaft teure Menge externer stromgeladener Workstations, Modularsysteme und kiloschwere Analog-Schiffe, amperpumpend und in megawatt-stöhnend, posend übereinandergestapelt, arrogant klingend und mit unendlichen Potis, Fadern und LEDs bestückt, um auf den Championsligen der europäischen Bühnen mit ihrer Routine zu überzeugen. Auf der anderen Seite, der auf Effektivität ausgelegte Jugendwahn, mit softwaregestützter Prozessorberechnungen virtueller Tools, die kostenreduziert und progressiv, um nur mit kleiner Tastatur und Monitor, nahezu alles und jeden zu simulieren oder noch besser zu klingen als das Orginal.

Dienstag, 10. April 2012

Vorsicht vor Kinderlebensmitteln

 

"...und für den Kleinen einen Lutscher im Brötchen"? fragte die Bäckerei-Fachverkäuferin. Die Frau schaute hilfesuchend zu ihrem Nachwuchs, der wiederum wild mit dem Kopf nickte, als gäbe es an diesem Tage nichts besseres als eine große gefärbte Anzahl intensivierte Zuckerbestandteile in sich aufzunehmen. "Und das Brötchen dazu gibt es geschenkt", schickte die etwas füllige und beschürzte Person hinterher. "Toll" dachte ich..."Warum bekomme ich nicht mal ein Teilchen oder was mit Hefe für Lau angeboten" murmelte ich ungehört vor mich hin. Aber irgendwie war es ja schon wirklich klever was sich das Handwerk über die Jahrzehnte als Kundenbindungsmechanismen erdacht hat. Bereits schon in jungen Jahren werden die Kinder in Abhängigkeit gebracht, in dem man den süssen Lolly in ein Brötchen steckt und sich damit seine zukünftige Generation an Abhängigen so "zurecht" schenkt...

Montag, 02. April 2012

Vielleicht wird sich der geneigte empulsiv-Leser über die folgenden Zeilen wundern, denn üblicherweise wird hier eher rezensiert, berichtet und ausgefragt. Aber schon seit Wochen, vielleicht sogar seit Monaten, beschleicht den handelsüblichen EM-Fan das Gefühl, dass der nationale Trend zu Wiederbelebung eines niedergehenden Musikgenres, so langsam Formen angenommen hat und man den vielen Guerilla-Kämpfern (zur Erhaltung "traditionell" syntetisch-erzeugter Musik) gratulieren kann, dass ihr virales Marketing nicht nur erfolgreich ist, sondern sogar Tendenzen zur Expansion zu erkennen sind. Sicher, die Menge der CD Verkäufe ist immer noch rückläufig und man sollte weiterhin als EM-Musiker nicht unbedacht den Brot-und-Butter-Job an den midifizierten Nagel hängen, aber Madonna, Lady Gaga und Co. gehts da auch nicht besser. Selten zuvor mussten sie so hart für ihr Geld arbeiten und ihre verglitzerten Körper auf den Mehrzweckhallen dieser Welt zur Schau stellen, um die fehlenden Einnahmen durch Tonträgerverkäufe zu kompensieren. Ergo, den EMlern geht es also in dieser Hinsicht auch nicht schlechter oder besser, als den Marktprimi (oder heisst es doch Primusse).

Aber was verleitet nun zu der Annahme, dass es tatsächlich einen Grund gibt, die Essenz der Zeilen positiv ausfallen zu lassen? Worin besteht der Glaube, dass die lange Zeit ohne Trenklers "Schwingungen" endlich wieder anfängt, größere Sinus-Wellen in den Plusbereich zu schlagen? Nun, dafür bedarf es einer genaueren Betrachtung, um dies zu erklären und zu verstehen...

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