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Es ist schon eine feste Institution: das EM Festival auf Burg Satzvey, Mechernich, mitten in der schönen Eifel. Dieses Jahr sogar unter einem besonderen Zeichen, da Sabine und Lothar Lubitz im vergangenen Jahr erst das bislang von ihnen betriebene Musiklabel SynGate abgegeben haben, das eng mit dem Festival verbunden war. Die Verbindung steht auch mit dem neuen Betreiber Kilian Schloemp-Uelhoff und das Festival hat in keinster Weise darunter gelitten.


Die Burg Satzvey an sich ist schon ein eleganter Ort für ein solches Festival, verbindet es doch die Tradition mit moderner Instrumentierung. Dabei ist die elektronische Musik des Tages zudem auch schon eher dem traditionellen Stil zuzuordnen. Was beides auf jeden Fall verbindet ist der magische Moment, auch wenn es im Fall des Burgherren- und Rittertum eher eine romantisierte Sicht auf die damaligen Verhältnisse ist.

Wie in den Jahren zuvor, waren auch dieses Mal für das Festival drei Konzerte angekündigt, und selbstredend bewegten wir uns hier tief im Berliner Schule Stil. Wobei man auch hier eine immer stärker werdende Adaption in die modernere elektronische Musik hinein erkennen kann.


1. Akt: ebia

Jörg Bialinska alias ebia feierte in Satzvey sein Solo-Debut mit der gerade rechtzeitig fertig gewordenen CD Mission Control. Das Konzert ist, wie oft bei Debutanten, sehr nahe an der Albummusik angelehnt, mit leichten Änderungen, um die Live-Passagen einzuspielen. Mission Control beinhaltet sehr hypnotische Rhythmen über- oder unterlegt mit Sequenzen und Flächen, die nur an einigen Stellen melodiösen Charakter besitzt.

In dem Verließ der Burg, in dem die Konzerte immer stattfinden, erhalten die Stücke einen sehr mysterösen und dunklen Charakter. Wenn man die Räumlichkeit und die Klänge intensiv auf sich wirken lässt, folgt daraus eine sehr ergiebige Symbiose.


2. Akt: BatteryDead

Der Oldenburger Musiker Christian Ahlers alias BatteryDead ist bereits in den vergangenen zwei Jahren positiv aufgefallen. In 2010 mit einer Nominierung zum besten Newcomer und in 2011 mit seinem Live-Debut in Dortmund auf dem Raumzeit-Festival.

Dieses Jahr also auf der Bühne auf Burg Satzvey mit seinem neuen Album Sands of Deception. Seine Musik bietet eine moderne Variante der Berliner Schule, sehr oft recht rhythmisch, streckenweise sehr melodisch geprägt. Ein Stil, der sehr gut beim Publikum ankam und von diesem gefeiert wurde. Auch seine Bühnenpräsenz hat sich seit dem Raumzeit-Festival wesentlich verbessert. Christian war wesentlich agiler an seinen Synthies und die ganze Präsentation wirkte dynamisch und energievoll. Eine wahrlich erfreuliche Entwicklung, die BatteryDead bislang durchgemacht hat. Da kann man nur hoffen, ihn zukünftig öfter auf der Bühne zu sehen.


3.Akt: Rainbow Serpent

Das dritte und letzte Konzert des Tages gaben Rainbow Serpent. Die beiden gestandenen Elektronikmusiker Frank Specht und Gerd Wienekamp, überigens sehr enge Freunde und auch Mentoren von Christian Ahlers, traten den Abend mit speziell vorbereiteten Versionen von Stücken ihres letzten Albums Strangers an. Das normalerweise von Isgaard mit Gesang unterstützte Werk fand somit einen neu aufbereiteten Weg in die geneigten Gehörgänge des Publikums.

Man merkt den beiden Musikern an, dass sie bereits viel Live-Erfahrung haben, so spielen sie sehr große Teile der Musik direkt auf der Bühne, wodurch sich leichter Varianzen von geplanter zu gespielter Musik ergibt, wie Gerd zum Ende des Konzerts auch zugegeben hat. Auch ohne zu wissen "wie es denn geplant geklungen hätte" war die Darbietung ein großer Erfolg, wobei der größte Wert bei den beiden wirklich auf der Musik an sich und weniger auf der (fast andächtig anmutenden) Präsentation derselben liegt. Im Rahmen des dunklen Verließes der Burg wirkte das Konzert jedoch sehr passend. Ein nahezu perfekter Veranstaltungsort, bei dem der Fokus extrem stark auf die musikalische Leistung der Künstler liegt.

Der stürmische Applaus und die eingeforderte Zugabe bestätigten die großartige Leistung von Rainbow Serpent. Und auch der Auftritt aller Beteiligten Künstler und Techniker zum Abschluss des Festivals wurde vom Publikum per Applaus gewürdigt. Ein sehr angenehmer Tag mit Kostbarkeiten für die Ohren ward geboten. Jederzeit gerne wieder.

(sz)

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