raumzeitneu

Das neue Raumzeit Festival findet nicht wie ursprünglich geplant an der Hagener Sternwarte statt, sondern im IBZ auf dem Campus der Uni Dortmund. Am 3 September kommen Battery Dead, Ma Easy, Sonemark, Matzumi und Stefan Erbe zusammen, um das offene Konzept des "Raumzeit-Themas" weiterzuführen. Unterstützt wird die Veranstaltung durch Codos Traumreisen auf Eldoradio, die das Event begleiten und daraus eine Sondersendung machen werden. Raumzeit wurde erstmalig von Stefan Erbe an der Hagener Sternwarte initiert und wird nun an neuer Stelle seine Fortführung finden. Der Eintritt zur Veranstaltung wird frei sein und neben den musikalischen Highlights bietet das Event noch weiteres Rahmenprogramm. Weitere Details in Kürze.

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Rezensionen

Eat Static - Last Ship to Paradise

Eat Static - Last Ship to Paradise

Manchmal ist es wirklich überraschend, auf welche tollen Alben man so trifft. Zumal es sich bei Eat Static nicht einmal um eine neue Gruppe handelt; das Musikprojekt ist bereits seit Anfang der 1990er Jahre in der elektronischen Musik aktiv, wenn auch zunächst eher im Tanz-Bereich. Mit Last Ship to Paradise gibt es nun eine Neuveröffentlichung, die mich gleich mit dem Einstiegstitel eingefangen hat. Ich würde den Stil als chillig progressiv einordnen, die Musik zählt also schon zu den eher rhythmisch fokussierten Spielarten. Aber beileibe nicht einer gradliniger Tanzmusik, mit Abstechern in die Randgebiete von Elektronica und IDM. Was für mich den Reiz dieses Albums ausmacht, ist das Gesamtpaket aus Klang und Variantenreichtum. Beide Ohren und die Masse dazwischen bekommen bestens zu tun, erhalten eine detaillreiche und teilweise treibende Akustikverkostung, die keine Langeweile zulässt. Ich habe dabei abschnittsweise das Gefühl, etwas Vertrautes zu hören, dass dann aber überraschend abbiegt und einen anderen Weg nimmt, als vermutet. Bezug: https://eatstatic.bandcamp.com/album/last-ship-to-paradise Stefan Schulz

Magazin

Grünkohl und ein halbes Musiker-Leben am Montag

Grünkohl und ein halbes Musiker-Leben am Montag

Heute ist in zweifacher Hinsicht ein besonderer Tag. Zum Einen geht es nicht zu einem Konzert, sondern zu einer Lesung. Karl Bartos, von 1975 bis 1991 bei Kraftwerk, hat vor einigen Wochen seine Memoiren veröffentlicht und geht mit ihnen auf "Tournee". Ich habe sein Buch "Der Klang der Maschine" auch auf dem Nachttisch liegen, bin bisher aber noch nicht zu...

Das ganze Wochenende in Oirschot

Das ganze Wochenende in Oirschot

Als vor einem Jahr Loom für E-Live angekündigt war und die Karten lange im Voraus ausverkauft waren, hätte man meinen können, so ein Erfolg wäre nicht mehr zu toppen. Groove-Chef und E-Live-Organisator Ron Boots ist dieses Kunststück aber gelungen: Dieses Jahr konnte er Tangerine Dream als Haupt-Act gewinnen, und die Karten für den Samstag waren derartig schnell ausverkauft, dass Ron...

Kolumne

Zum Tod von Klaus Hoffmann-Hoock

Zum Tod von Klaus Hoffmann-Hoock

In unsere schnelllebigen Zeit gibt es mittlerweile wenige Augenblicke in denen wir wirklich inne halten um den einen Moment besonders zu reflektieren. Ich gestehe auch, dass eine Info vom Vortag (zum Beispiel der Tod einer öffentlichen Person) schon oft am nächsten Tag, kaum noch eine Rolle spielt. Viel zu schnell gehen wir zu Tagesordnung über und investieren kaum noch Zeit in die Betrachtung des Verstorbenen. Bei Klaus Hoffmann-Hoock sollte es und wird es anders sein. Wir, seine Freunde und Musikerkollegen werden uns viel länger an ihn erinnern können, den Klaus umgaben viele Besonderheiten, die selten zu finden waren. Sein Art mit anderen Menschen umzugehen war immer geprägt von echtem Interesse an dem Gegenüber, sie umgab eine soziale Verbundenheit die wir alle als überaus sympathisch empfanden und die einen permanenten Respekt beinhaltete. Seine besondere Eigenschaft Dinge in Worte zu fassen, etwas Humoriges in seinen Ausführungen zu verstecken und mit seinen Erzählungen ganze Abende zu etwas Besonderem werden zu lassen, waren seine Form eines gesellschaftlichen Zusammenhaltes. Die Liebe zur Musik uneigennützig mit anderen zu teilen gehörte ebenso zu seiner großen Kunst. Er blieb stets unaufgeregt, unterwarf sich dem Ziel sich einzubringen aber eben nicht dem Streben, sich dabei in den Vordergrund zu stellen. Dabei hätte er, rückblickend auf sein musikalisches Schaffen, oft viel mehr einfordern können. Auch er gehörte in die Riege der Pioniere, die wir heute gerne als eigene Motivationsgrundlage benennen. Dabei erscheint seine persönliche Vorstellung vom Ruhm und Ehre oft ganz anders, als die vieler anderer Künstler. Seine Erkenntnisse aus der Zeit von Mind over Matter oder Cosmic Hoffmann hinterließen einen Typ der eher Gedanken teilte, als sich über Erfolge zu definieren. Klaus hatte diese besondere Eigenschaft wirklich zuzuhören und Dir das Gefühl zu geben, dass Du immer auf einer gemeinsamen Augenhöhe mit ihm kommunizierst.  Mir wird seine Stimme, sein Wesen und seine Art Menschen zu verbinden, besonders in Erinnerung bleiben. Vermissen werden wir ihn immer dann, wenn seine Qualitäten benötigt werden, wenn wir seine Musik hören und wenn wir jemand brauchen, der uns einen ehrlichen Rat geben kann, der frei von eigenen Interessen bleibt. Vielleicht können wir in Zukunft einen Teil davon auch zu unseren eigenen Stärken zählen. Ein Versuch wäre es wert.

Stefan Erbe