Rezensionen

Gut Ding will Weile haben - das haben sich Steve Baltes und Stefan Erbe wohl für ihr zweites Album "Electric Garden" gedacht.  Das war vielleicht auch gar nicht verkehrt, sind die Erwartungen nach dem Erstling "s-thetic²" doch alles andere als niedrig.  

Das Warten hat sich aber gelohnt, zeigt auch die zweite Veröffentlichung der beiden, wie eine gelungene Mischung zweier unterschiedlicher Stile aussehen kann - auf der einen Seite die härteren Rhythmen und Effekte von Steve, auf der anderen die sanfteren Melodien und Klänge von Stefan.  Das heißt aber nicht, dass 'Electric Garden' genauso klingt wie der Vorgänger.  War die s-thetic² eher spacig-ambient angelegt, bilden hier in den meisten Titeln die Sequenzen das Fundament.  Die werden aber nicht wie bei Vertretern der 'reinen' Berliner Schule bis zum geht-nicht-mehr ausgewalzt, alle Titel kratzen bestenfalls an der Zehn-Minuten-Marke.  So wird der Trip in den bunten Garten elektronischer Klänge nie langweilig.

Als Extra finden sich am Ende des Albums noch zwei Solo-Titel: "Only One Step" von Stefan Erbes letzter Solo-CD "The Freedom Of Movement", und "Basic Lifeform" dürfte allen vertraut vorkommen, die Steves Life-Auftritt auf der letzten Schwingungen-Party in Hamm mit erlebt haben.  So hat der geneigte Hörer direkt beim Durchhören die Möglichkeit, sich zu überlegen, wie zwei Stile zu einem verschmelzen und in welchem Titel "mehr Stefan" oder "mehr Steve" steckt - eine Mischung, deren Verhältnis von Titel zu Titel variiert, aber auf jeden Fall wieder gelungen ist!

Alfred Arnold