Rezensionen

Xenoton - Traveller

Xenoton - Traveller

Wenn man der „elektronischen Musik in der Tradition der Berliner Schule“ mal den Staub von den Moog- und ARP- und Sequential-Sounds bläst, aus den Arrangements den allgegenwärtigen Sequenzer etwas zurück nimmt, und kühne Experimentierfreude und Anleihen aus der aktuellen Elektro-Szene einfließen lässt, dann kommt am Ende ein Album heraus, dass nicht nur dem Kenner das Wasser im Munde zusammen laufen lässt, sondern im positivsten Sinne des Wortes „Mainstream“ wird. Ein Album für jeden, der mehr von Musik erwartet als Umtata, Umtzeumtze oder „Atemlos durch den Wahnsinn“. Matthias Reinwarth legt die Messlatte für intelligente elektronische Musik eine Raste höher. Und zwar in der ruhigen Gewissheit noch Luft nach oben zu haben. Das Album wäre sein 17,99 Euro inkl. Versand mehr als wert, wenn es nicht kostenlos bei tonAtom.net auf Deinen Download lauern würde. Als mp3 und flac. Traveller hat mich süchtig gemacht. Ich liebe die frischen Sounds, die ungewöhnlichen Experimente, bei gleichzeitig vollkommenen Verzicht auf den schnellen Effekt, und die traditionsbewusste Weise Klänge und Arrangement zu verbinden, um daraus Kopfkino in 4k-HD anzustoßen. Und jetzt genug getippt, auf tonAtom.net liegen möglicherweise noch mehr Perlen wie Traveller, und warten nur darauf entdeckt zu werden. Ich tauch' dann mal ab … Bezug: tonAtom Tom / flaechenklang.de

Magazin

Rückblick zur Verleihung der Schallwelle 2014

Rückblick zur Verleihung der Schallwelle 2014

Auch im Jahr 2015, genauer am 21. März, wurden wieder Schallwellen vergeben. Diese sind in diesem Falle nicht nur Schwingungen der Luft, sondern handfeste, massive Glaskörper, zum Dank und zur Ehrung der Elektronikmusiker des Jahres 2014. Wieder einmal bot das Bochumer Planetarium der Festivität Unterschlupf, eine Lokalität, die mit der Elektronischen Musik so verbunden scheint, wie Patch-Kabel mit einem modularen Synthesizer....

Das war: Baltes & Erbe im Planetarium Bochum

Das war: Baltes & Erbe im Planetarium Bochum

Leider hatte ich die erste Auflage der Sound of Sky Show mit Erbe und Baltes im Sommer 2013 verpasst. Umso größer war meine Vorfreude die beiden Musiker, dieses Mal übrigens mit ganz anderem Konzept, live im Bochumer Planetarium zu erleben. Alleine das Bühnensetup weckte bei mir eine gewisse Erwartungshaltung, die zur vollen Zufriedenheit erfüllt wurde. Aber der Reihe nach: Wie...

Elektronik im Theater: E-Live 2014

Elektronik im Theater: E-Live 2014

Einer der großen Fixpunkte für Fans der elektronischen Musik ist mit jahrelanger Beständigkeit, das Musikfestival E-Live in den Niederlanden. Wie schon die Jahre zuvor, auch in 2014 im Theater de Enck in Oirschot, nur einen kräftigeren Steinwurf von Eindhoven entfernt. Für dieses Jahr auf die Bühne geladen waren Jeffrey Haster alias Synthex, die Gebrüder Buytaert als The Roswell Incident, Gert...

Interviews

Interview: Der Dritte Raum

Interview: Der Dritte Raum

Am sehr beschaulichen Berliner Prenzlauer Berg residiert Andreas Krüger, den die meisten Elektronik-Fans, neben seinen weiteren unzähligen Projekten, wohl als den Dritten Raum kennen werden. Mein Besuch in seinem neuen, aber noch vorübergehend errichteten Wohnstudio zeigte wieder einmal, dass es eigentlich egal ist wo die versammelte Hardware aufgebaut ist, solange die Gesamtumgebung genügend Kreativoutput zu Tage bringt. Andreas gehört zweifelsohne...

Kolumne

Kolumne: Mach`s gut Edgar!

Kolumne: Mach`s gut Edgar!

Edgar Froese ist tot. Zugegeben, ein harter Schlag für seine Familie, die Fans und den Freunden elektronischer Musik. Fast jeder E-Musiker kann für sich in Anspruch nehmen, dass TD nicht nur Motivationsgeber, sondern in vielen Fällen sogar Anlass und Grund für das eigene Produzieren war. Noch mehr Hörer werden für sich beanspruchen, dass sie das Genre der EM eben durch TD gefunden, geliebt und ihm treu geblieben sind. Auch wenn die ununterbrochene Magie der 70er und 80er etwas verloren ging, Edgar und seine vielen musikalischen Begleiter blickten immer nach vorne und erstarrten nicht vor der eigenen Geschichte, um sich in einem ewigen und endlosen Beweihräuchern zu verlieren.