Rezensionen

Kollaborationen gehören beim britischen EM-Label DiN zum guten Ton und allen voran hat sich Mastermind Ian Boddy selbst schon häufig um Zusammenarbeiten bemüht. Künstler wie Robert Rich, Mark Shreeve (ARC), Chris Carter oder der deutsche Saitenspezialist Markus Reuter haben da unter anderem ihre ganz eigene Vision elektronischer Musik mit der Boddys verbunden. Nun gehört auch der Grieche Bakis Sirros zu dieser illustren Runde, besser bekannt unter seinem Projektnamen "Parallel Worlds".

Während Sirros Sequenzerlinien und ambiente Soundskizzen vorlegte, nahm sich Boddy diesen an und veredelte sie mit eigenen modularen Klangkonstrukten und Melodielinien zu einer 2-minütigen Melange, wie sie im Bestem Sinne elektronischer kaum klingen könnte. Dabei ist dem Duo ein höchst dynamisches Album gelungen: die Stücke bewegen sich übergangslos zwischen epischer EM, treibender Sequenzerarbeit und atmosphärisch dichten Ambientpassagen. Boddy und Sirros umschiffen dabei locker alle Klischees in die sich die Großzahl ihrer musikalischen Kollegen allzuoft verrennen. Deutlich ist dem Werk die Suche nach „Unerhörtem“ anzumerken, bleibt das Sounddesign stets geschliffen und auf höchstem Niveau. Das Ergebnis klingt dermaßen frisch und unverbraucht, dass man sich fragt, ob die Herrschaften überhaupt jemals in die Klassiker der EM hineingehört haben. Alle Achtung!

Bezug und Hörbeispiele: http://www.din.org.uk/din/node/379

Frank Makowski