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Men At Work - Pyramaxx in den Solinger Güterhallen

Pyramid Peak und Max 'Maxxess' Schiefele spielen schon seit Jahren regelmäßig zusammen, seit letztem Jahr firmieren sie auch offiziell unter dem Namen Pyramaxx und haben mit der 'Distance' ihr Debüt-Album vorgelegt. Für ihren ersten Live-Auftritt unter diesem Namen haben sie die Solinger Güterhallen gewählt, genauer das Atelier Pest Project, eine Location, die dem EM-Fan mittlerweile nicht mehr unvertraut sein sollte.  Einmal im Jahr organisiert das Künstlerpack ein größeres Event mit mehreren Konzerten, und als Pyramid Peak und Maxxess waren Axel Stupplich, Andreas Morsch und Max Schiefele auch schon zweimal in diesem Atelier zu Gast.

Was ich an diesem Spielort schätze, ist seine Intimität. Das Atelier ist ein eher kleine Bühne, Musiker und Zuschauer in der ersten Reihe sind sehr nahe beieinander.  Mit ca. 60 Besuchern war der Raum auch gut gefüllt.

Musikalisch bildeten natürlich die Titel von der 'Distance' den Mittelpunkt.  Pyramaxx gelingt eine gute Mischung aus klassischer EM und dem Gitarrenspiel von Maxxess.  Von Maxxess's Soloalben weiß man, wie sehr er sein Instrument zu 'quälen' versteht, in der Musik von Pyramaxx nimmt er sich etwas zurück und lässt auch dem Keyboards noch Raum.  In der Summe ergibt das schöne, rockige und druckvolle elektronische Musik, wie man sie auch von Picture Palace music oder Morpheusz kennt.  Also nicht direkt etwas für empfindsame Ohren, die Lautstärke an diesem Abend war aber gut eingestellt und der kleinen Räumlichkeit angepasst.

Nicht nur den Ohren wurde an diesen Abend etwas geboten: anstelle von Video-Projektionen ließ sich dieses Mal Künstler RAME (Edy Rameyanto) von der Musik zu einem Gemälde inspirieren.  Er tanzte förmlich im Takt der Musik um seien Tisch herum und verteilte dabei seine Farben auf der Leinwand.  Zuschauer am rechten Rand wurden vorher gewarnt, dass sie dabei vielleicht den einen oder anderen Farbspritzer abbekommen könnten - was dann auch gelegentlich passierte.  Aufgebaute Kameras waren durchaus gefährdet.

Ergebnis dieser Aktion ist ein abstraktes Gemälde von etwa zwei Quadratmetern Größe, das nach seinem Finish für einen guten Zweck versteigert wird.

Zwei Stunden (und drei Zugaben!) später waren sowohl Bild als auch die Bühnen-Premiere von Pyramaxx vollbracht.  Knackige EM, guter Sound, ein volles Haus und gute Laune auf allen Seiten, so macht die Sache Spaß.  Wer nicht dabei war und Pyramaxx live sehen will: der nächste Auftritt ist für den 19.  November geplant, dann zusammen mit Broekhuis, Keller und Schönwälder in der Dechenhöhle in Iserlohn - quasi eine Neuauflage des Events von vor anderthalb Jahren.

Alfred Arnold

Über Empulsiv

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