Rezensionen

Computerchemist - That which Prevails

ta150

Neues aus dem ungarischen Elektronik-Labor: Gleich zum Jahresanfang meldet 'Computerchemist' Dave Pearson sich mit einem neuen Album zurück. "Das was vorherrscht", ist der vielsagende Titel, und die Credits an die bekannten Berliner Elektronik-Pioniere auf dem Cover kommt nicht von ungefähr.

Wer hier aber lupenrein dahinfließende Sequenzen a la 'Rubycon', oder melodisch-geschmeidiges Material im Stile der 80er erwartet, der liegt nicht ganz richtig. Die Mehrzahl der Tracks erinnern an die späten 70er-Jahre, als Tangerine Dream begann, nach neuen Musikformen zu suchen und dabei auch progressiv-rockige Elemente auf den Alben zuließ.

Dabei ist dieses Album kein einfaches 'Tribute' an diese Ära, der Mix ist individuell und zitiert die Sounds aus der Zeit, ohne als simple Kopie daherzukommen. Als "Erholung" von den gitarrenlastigeren Tracks stellt Dave auch mal einen Titel dazwischen, in dem der Sequenzer dominiert, und glättet die Wogen ein wenig.

Wer schon seinerzeit bei 'Cyclone' oder 'Force Majeure' nicht spontan abgeschaltet hat, der sollte sich "That with Prevails" einmal genauer anhören, wenn es Anfang Februar erscheint. Elektronik und Krautrock gehen noch immer zusammen, ganz besonders wenn wie hier die Mischung stimmt.

https://computerchemist.bandcamp.com

Alfred Arnold

Magazin

Alles außer Schnee!

Phil Booth gehört mit seinen Awakenings-Events zu den rührigsten Personen der britischen EM-Szene. Knapp ein halbes Dutzend Mal im Jahr gibt er Musikern in Rugeley eine Möglichkeit, in intimem Rahmen Konzerte zu geben oder Dinge auszuprobieren - ob es eher Konzerte oder musikalische Workshops mit Publikum sind, liegt dabei im Auge des Betrachters. Die "Awakenings" sind aber nicht der einzige Grund, den Blick des öfteren auf die "Lea Hall" in Rugeley zu werfen: Zweimal im Jahr veranstaltet Martyn Greenwood, seit seinem CD-Erstling einem größeren Kreis als "Concept Devices" bekannt, an gleicher Stelle ein Event mit ähnlichem Konzept. Der Jahreszeit angemessen heißen... Weiterlesen ...

Uni-Sphere: Das Comeback kurz vor Jahresende

Es soll Menschen geben, die die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr eher als "Feier-Stress" denn als besinnlichen Ausklang des Jahres empfinden. Nicht nur für solche Zeitgenossen empfiehlt es sich, ein Ticket für das traditionelle "Hello"-Konzert im Bochumer Planetarium zu erwerben. Hier kann man sich einen Tag vor den Silvester-Feiern einmal richtig verwöhnen lassen: Einfach den Sessel im Kuppelrund in einen bequeme Position bringen und das genießen, was sich vor Auge und Ohr ausbreitet. Für die Bilder zeichnet wie immer Klaus-Dieter Unger verantwortlich, und das, was von der Bühne erklingt, organisiert der Schallwende-Verein. Weiterlesen ...

Bernd Scholl in der Höhle der Neandertaler

Bernd Scholl in Erkrath? Das hatten wir in diesem Jahr doch schon einmal! Das mag richtig sein, aber eigentlich ist der traditionelle Termin für das vom MS-Treff Erkrath organisierte Konzert jetzt im Spätherbst. Das Konzert im Frühjahr war so gesehen die Ausnahme, weil sich im letzten Jahr kein Termin zu dieser Jahreszeit finden ließ. Die Heilig-Geist-Kirche ließ sich dieses Mal nicht als Location "buchen", aber Timo Kremerius fand einen neuen, auch sehr reizvollen Spielort: Die Neanderhöhle, direkt gegenüber vom Neandertaler-Museum im gleichnamigen Tal gelegen. Mit 80 Plätzen ist die Zuschauer-Zahl in der Höhle deutlich beschränkter, so waren die Tickets auch... Weiterlesen ...

Kolumne

Vorsätze

Und plötzlich war es 2020! Fast schon unerwartet und beinahe unbemerkt. Kein Wunder, waren wir doch bis zum Jahresende noch mit den täglichen Katastrophen beschäftigt. Also Umwelt, Trump, AFD und Co.
Und was war mit der Musik?
Tja, wenn man ehrlich ist, gab es kaum so richtige Highlights, die einem bedeutsam in Erinnerung geblieben sind. Es gab gute, solide und auch tolle Produktionen, interessant gemischte Events und Festivals, sowie bewährte Dinge, die auch in 2020 ihre Weiterführung finden werden. Mit einem Wort, die traditionell kleine und überschaubare Szene hat sich nicht nur über das letzte Jahr eingerichtet, nein, sie hat es sich schon beinahe gemütlich gemacht.
Aber Vorsicht liebe EM-Gemeinde, wer rastet der rostet und man bekommt an manchen Stellen das Gefühl, dass es auch wieder rückläufig werden könnte, sofern man sie nicht weiterentwickeln wird.
Wann gab es das letzte mal ein wirklich neues Event, Konzert oder sogar Festival, dass nicht an den bewährten Plätzen stattfand, sich auch mal an etwas Neues gewagt hat oder sich sogar traute, die typische EM-Schablone zu ignorieren.
Nicht das wir uns falsch verstehen, es geht nicht um die komplette Erneuerung bewährter Veranstaltungen und ihrer Orte, sondern um die Weiterführung des Spirits der aktuellen Musik. Wo sind die Ideen, für neue Lokationen und für neue Darstellungs-Inhalte? Auch der Kolumnist muss zugeben, dass er eigene Energien kaum noch in solche Innovations-Expansionen gesteckt hat.
Deshalb wäre es doch sinnvoll mal über solche Gedanken zu sinnieren und sich und andere zu motivieren, wieder mal etwas „Neues bzw. Anderes“ auszuprobieren. Es gibt noch soviele unergründete Orte, die nur darauf warten von uns und unserer Musik entdeckt zu werden. Man könnte diesen Gedanken doch tatsächlich als einen Vorsatz für 2020 einrichten und versuchen, seine Komfortzone zu verlassen. Zumindest für ein paar Tage im Jahr. Stefan Erbe

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.