Rezensionen

DASK - Aether

DASK - Aether

Es ist immer wieder schön zu sehen und zu hören, wenn ein Musiker sich weiterentwickelt oder eine andere Facette seiner künstlerischen Identität zeigt. DASK kannte ich bisher als Macher ambienter, dunkler und auch etwas bedrohlicher Klänge - selbige sehr gekonnt, aber sie konnten auch ein wenig depressiv machen, wenn man davon zu viel hört. Mit "Aether" schlägt David Marsh, der für sich den Namen von Dänemarks erstem Computers als Pseudonym gewählt hat, ein neues Kapitel auf. Er selber bezeichnet die Musik als "cinematic" - im Sinne von Weite passt das auch perfekt zu den Tracks auf diesem Album. Es ist immer noch ein Ambient-Album, und die DASK-typischen dunklen Klangfarben findet man auch hier. Die dunklen Passagen werden aber des öfteren von helleren, kräftigeren oder fast lieblichen Abschnitten unterbrochen, und dazu liegt über alle Tracks eine Spannungsbogen, so dass sie trotz ihrer Länge und des durchgängig atmosphärischen Charakters nicht ins Langweilige abgleiten. "Atmosphäre" ist auch das richtige Stichwort, denn die Titel sind nach ihren Schichten benannt, angefangen vom Regen unter den Wolken in der Troposphäre bis in den Äther des Weltalls. Man kann "Aether" als ein Konzeptalbum sehen, das einen gedachten Aufstieg mit einem Ballon bis in höchste Höhen begleitet. Auf jeden Fall ist es für mich ein gelungenes gelungenes Ambient-Album mit majestätischen Klängen. Der Künstler schreibt im Begleittext, er hätte dieses Album beinahe gar nicht veröffentlicht. Dazu ist es zum Glück nicht gekommen, und ich lasse mich überraschen, welche Seiten David in Zukunft noch an sich entdeckt. Alfred Arnold

Magazin

EM-Freuden auf dem britischen Land

EM-Freuden auf dem britischen Land

Gelegentlich sollte es sich der EM-Fan auch einmal leisten, etwas weiter ins Ausland zu einem Konzert oder Festival zu fahren. Man sieht und hört dort nicht nur Musiker, die selten oder gar nicht in Deutschland auftreten, es bietet vor allem die Gelegenheit, Kontakte zu EM-Fans im Ausland zu knüpfen. Im letzten Jahr war ich zu einem der Awakenings-Events in Rugeley...

Eine kosmische Nacht in Brüssel

Eine kosmische Nacht in Brüssel

Ein Festival, das jedes Jahr stattfindet, ist eine schöne Sache. Zwei Festivals, von denen eines in der "Frühjahrs-Saison" liegt und eines nach der Sommerpause im Herbst, sind aber noch besser. Ron Boots setzt dieses Prinzip seit vielen Jahren mit seinem E-Day und E-Live in Oirschot um, und auch der belgischen Elektronik-Szene ist es seit einigen Jahren gelungen, zwei Veranstaltungen pro...

Tangerine Dream in Duisburg: Massagesessel und ein eingelöstes Versprechen

Tangerine Dream in Duisburg: Massagesessel und ein eingelöstes Versprechen

Hatte der Dampfer "Tangerine Dream" durch Edgar Froeses Tod vor drei Jahren eine Vollbremsung hinlegen müssen, so hat er inzwischen wieder Kurs und Fahrt aufgenommen. Das Trio aus Thorsten Quaeschning, Hoshiko Yamane und Ulrich Schnauss wird von den Fans als würdige Fortführung des Projekts angenommen, ein gutes Dutzend Konzerte an den verschiedensten Orten in diesem Jahr sind ein Beleg dafür....

Kolumne

Kostenlos aber nicht umsonst

Viele der Empulsiv-Leser sind sicher auch oft als Besucher unterwegs und genießen neben den üblichen Festivals, immer wieder auch mal dass eine oder andere kostenlose Event, die es allerdings (mittlerweile) immer seltener zu finden gibt. Ausnahmen waren in der Vergangenheit beispielsweise einige Schallwende Konzerte (www.schallwen.de), Einladungen des Künstlerateliers Güterhallen oder eine überschaubare Menge an kleinen Veranstaltungen, die oft durch die handelnden Musiker beworben und umgesetzt wurden. Der Trend, nicht mehr ausschließlich für "Umme" aufzutreten, scheint sich immer mehr zu etablieren, obwohl nichts dagegen spricht, auch mal Konzerte gegen freien Eintritt zu organisieren. Die lohnen sich zumeist dann, wenn die Aussicht auf umfangreiche Besucherzahlen ausbleiben könnte oder es einen Sponsor gibt, der das Salär für die Musiker aufbringen kann. So wohl geschehen am 19.5. im Planetarium in Brüssel, zu dem über 200 Besucher freien Eintritt hatten und u.a. zu Ron Boots und Galactic Underground lauschen konnten, ohne einen Euro dafür bezahlen zu müssen.
Die Prognose, dass nun zukünftig kein Besucher mehr für ein Konzert unterm belgischen Sternenhimmel zahlen werden wird, ist ebenso unwahrscheinlich, wie die Vermutung, dass nun alles dort umsonst zu bekommen ist. Dies gilt im Übrigen auch für alle anderen Musikevents die demnächst noch umgesetzt werden oder ihre Fortführung finden, egal ob in NRW, Belgien oder sonstwo in Europa. Das Angebot von guten Veranstaltungen hat sich nicht nur etabliert, sondern auch in ihrer Qualität stetig verbessert. Die Besucherzahlen (ja, leider noch nicht überall) sind stabil und der Querschnitt der Fans ist mit der gebotenen Kunst wohl auch zufrieden.
Freuen wir uns also in Gänze über das aktuelle Angebot und den vielschichtigen Optionen, seine Lieblingsmusik live frönen zu können, egal ob gegen Zutrittskohle oder mit freier Admission. Überlassen wir es doch den handelnden Personen selbst zu entscheiden, wie sie es kalkulieren wollen. Wichtig ist doch, dass sich weiterhin ein adäquates Angebot realisieren lässt und sich die Reisenden danach gut Unterhalten gefühlt haben. Ach, und wer den Eintritt eingespart hat, kann ja vielleicht eine Extra-CD am Merch-Stand mitnehmen. Damit unterstützt man sowieso die Künstler. Stefan Erbe

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