Featured

Bernd-Michael-Land - Einskommafünf

Bernd-Michael Land - Einskommafuenf Cover

Einskommafünf - auf soviel Grad soll der durch den globalen Klimawandel verursachte Temperaturanstieg bis 2100 begrenzt werden. Das Ziel ist - vorsichtig formuliert - ambitioniert, und nicht viel weniger ambitioniert ist es, dies zum Thema der eigenen Musik zu machen.  Bernd-Michael Land unternimmt dieses Wagnis auf seinem neuesten Album, das eben diese Zahl zum Titel hat.

Das muss naturgemäß eine Gratwanderung sein, auf der man einerseits nicht in große Gesten ohne Inhalt abrutschen darf.  Andererseits darf die Sache aber auch nicht mit allzu erhobenem Zeigefinger daherkommen.

Featured

Stefan Erbe - Retrologica 2024

Stefan Erbe - Retrologica 2024 Cover

Wenn Stefan Erbe sich entschieden hat, in diesem Jahr der Bühne fernzubleiben, bedeutet das keine komplette musikalische Auszeit und ein verwaistes heimisches Studio. Im Gegenteil, er hat viel Zeit an diesem Ort hat verbracht, um seine Archive zu durchforsten, und dabei den einen oder anderen bisher unveröffentlichten Track wieder hervor zu holen. Von denen gibt es in einer Musiker-Karriere viele, sei es weil das Projekt sich zerschlagen hat, sie nie auf ein Album gepasst haben, oder für die endgültige Version doch noch einmal komplett überarbeitet wurden.

Featured

Robert Schroeder - D.MO Vol. 5

Robert Schroeder - D.MO Vol. 5 CoverEs ist manchmal schon vertrackt mit der Kreativität. Da will einem partout zum geplanten Konzept nichts einfallen, und stattdessen schenkt die Inspiration Titel, die nicht auf das Album passen wollen. Diese 'Einzelstücke' landen dann ungenutzt und ungehört in der Schublade. Robert Schroeder macht seit diversen Jahren eine Tugend daraus: Er greift in sein ohne Frage stattliches Archiv solcher unveröffentlichter Titel und stellt daraus Alben der 'D.MO' Serie zusammen.

Featured

Elektronische Maschine - Life Goes On

Elektronische Maschine - Life goes on CoverDie Elektronische Maschine hat sich Zeit gelassen mit ihrem ersten Album nach dem Bühnen-Comeback. Üblicherweise tüftelt ein Musiker ja an seinen Tracks im stillen Kämmerlein, bis sie als veröffentlichungs- und bühnenreif erachtet werden. Bei dem Quartett um Richard de Boer scheint es umgekehrt zu sein: Über die letzten Jahre wurden immer mal wieder neue Titel bei Live-Auftritten getestet und verfeinert, und nun hat das Portfolio einen Umfang erreicht, der ein komplettes neues Album füllt, inklusive einiger Remixe.

Wie klingt sie nun, die Elektronische Maschine des Jahres 2024?  Sie hat sich auf 'Life goes On' deutlich von ihrem ursprünglichem Düsseldorfer Vorbild gelöst. Der Sound ist härter und direkter geworden, und nimmt Anleihen bei Club und Dance. Dabei könnte es stellenweise für den 'klassischen EM-Fan' etwas zu hart zugehen, aber gleich der Folgetitel besänftigt wieder. Mit 'Intermezzo' ist dieses Mal sogar ein völlig Rhythmus-loses Stück dabei.

Die Themen der Titel kreisen nach wie vor um die Themen 'Energie', 'Kraft' und 'Macht', und wie man sie einsetzt, um zum Beispiel einen Berg zu bezwingen - eine Parabel auf die Probleme und Hindernisse des Alltags? An 'Life goes On' ist aber neu, dass diese Dinge auch kritisch hinterfragt werden. Macht kann missbraucht werden, Kraft kann in Gewalt umschlagen, und eingesperrte Energie wandelt sich leicht zu Aggression. Dazu gab und gibt es in den letzten Jahren zuhauf Beispiele: Kriege, das Eingesperrt-Sein während der Lockdowns und die zunehmenden gesellschaftlichen Konflikte.

Insofern könnte man 'Life Goes On' als Kommentar auf die heutigen Zeiten verstehen: Irgendwie geht es weiter, seid stark, aber setzt Eure Kraft mit Bedacht ein! Aber wie immer, wenn der Rezensent sich in dieser Kolumne zu Interpretationen versteigt:  Kann man machen, muss man aber auch nicht. Man kann zu der Musik einfach einen Auftritt der elektronischen Maschine vor den geistigen Augen Revue passieren lassen, mitsamt der einzigartigen Bühnenshow. Wir wünschen ihr von hier aus weiter die Kraft, diesen Weg fortzuführen!

Alfred Arnold

 

Featured

Manuel Scuzzo - Traumfabrik

Manuel Scuzzo - Traumfabrik Cover

Der Name Manuel Scuzzo war mir bisher nicht geläufig, aber Rezensionen in diesem Magazin sind ja auch immer eine gute Gelegenheit, sich mit Material zu beschäftigen, was man bisher nicht auf dem persönlichen Radar hatte. Manuel Scuzzo ist ein Hamburger Produzent und Musiker, und legt mit 'Traumfabrik' sein zweites Album vor.

Ausgangspunkt war die Filmmusik zu einem gleichnamigen Film.  Bei Filmmusik auf Alben bin ich immer etwas vorsichtig: Oft werden Musikschnipsel, die passend zu den Filmszenen komponiert wurden, einfach nur auf Tonträger gepresst und verlieren ohne die Bilder dann ihre Funktion und Wirkung.

Das ist auf 'Traumfabrik' aber anders, hier verrät uns der Begleittext, dass der Film-Score fürs Album neu interpretiert wurde. Und so werden wir angenehm überrascht und finden hier ein knappes Dutzend vollwertiger Tracks, zu denen man den eigenen Träumen freien Lauf lassen kann. Indes - ob man ernsthaft ins Träumen gerät, sei dahingestellt. Die Gangart ist durchgängig rhythmisch: kein Techno, aber immer flott und beschwingt. Es fällt schwer, den Takt nicht mit zu gehen, sei es nur mit dem Fuß oder mit dem ganzen Körper, nachdem man sich aus dem heimischen Sessel oder Bürostuhl gehievt hat.

'Traumfabrik' ist ein schönes und kurzweiliges Album. Wer musikalischen Tiefgang erwartet, wird hier eher nicht fündig werden, Fans von von 80er-Jahre Funk/Synthpop umso mehr. Der wird hier mit modernen DJ-Sounds gemixt. Für mich ist das ein Album für die Fahrt mit dem Cabrio an einem heissen Sommertag. Die wäre bei den aktuellen Temperaturen ja eher schwierig, und ein Cabrio habe ich schon mal gar nicht. Man wird ja wohl noch mal etwas träumen dürfen!

...aber halt, habe ich da gerade von etwas geträumt? Erwischt!

Alfred Arnold

https://mosaik-promotion.de/article/?26387

Über Empulsiv

Empulsiv wurde 2011 als Webzine für (traditionelle) elektronische Musik gegründet. Es berichtete über ein Jahrzehnt von musikalischen Events und über Veröffentlichungen, präsentierte Interviews und Neuigkeiten aus der Szene. Ende 2022 wurde das Webzine eingestellt. Es wird nun als Infoportal mit Eventkalendar, Linksammlung und Archiv fortgeführt, so dass Neues sowies Vergangenes weiterhin gefunden werden kann.