Berichte

Winnies Schwingungen-Party ist seit vielen Jahren ein fester Termin im Kalender des EM-Fans. Es hat zwar nicht jedes Jahr geklappt, in Winnies Garten im Hamm EM-Konzerte im entspannten Rahmen eines Grillfests zu organisieren, aber die Erwartung der Fans ist doch inzwischen so hoch, dass das Team um Frank Gerber, Hans-Herrmann Hess und Co. sich um einen Ersatz bemüht hat, als Winnie ankündigte, sich für dieses Jahr mal eine "Auszeit" zu nehmen. Eine andere Location musste her, an der sich einerseits eine kleine Bühne realisieren lässt, und die andererseits genug Platz für eine knapp dreistellige Zahl an Gästen sowie die Zelte bietet. Die konnte gefunden werden, bei Bernd Glanemann auf dem Hof gibt es eine Scheune, und Platz ist rund um den Hof soviel wie man will. So war die Idee zur "Scheunenparty" geboren, mit dem gleichen Konzept wie bei Winnie, aber an einem neuen Ort.

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Gelegentlich sollte es sich der EM-Fan auch einmal leisten, etwas weiter ins Ausland zu einem Konzert oder Festival zu fahren. Man sieht und hört dort nicht nur Musiker, die selten oder gar nicht in Deutschland auftreten, es bietet vor allem die Gelegenheit, Kontakte zu EM-Fans im Ausland zu knüpfen. Im letzten Jahr war ich zu einem der Awakenings-Events in Rugeley gefahren, für dieses Jahr hatte ich mir das E-Scape Festival ausgesucht. E-Scape ist vor ein paar Jahren von David Wright aus der Taufe gehoben worden, der sowohl selber als Musiker aktiv ist als auch das AD Music Label betreibt. Man kann es als Nachfolger des "Bungay Bash" sehen, und Halesworth, wo die Halle "The Cut" steht, ist auch nicht weit von Bungay entfernt.

Ähnlich wie bei "Awakenings" gibt es auch die Option eines virtuellen Tickets, d. h. man erhält einen vollständige Konzert-Mitschnitt als Download oder auf USB-Stick, egal ob man selber an diesem Abend anwesend war oder nicht. In den beiden vorigen Jahren hatte ich davon Gebrauch gemacht, aber dieses Jahr wollte ich physisch dabei sein.

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Ein Festival, das jedes Jahr stattfindet, ist eine schöne Sache. Zwei Festivals, von denen eines in der "Frühjahrs-Saison" liegt und eines nach der Sommerpause im Herbst, sind aber noch besser. Ron Boots setzt dieses Prinzip seit vielen Jahren mit seinem E-Day und E-Live in Oirschot um, und auch der belgischen Elektronik-Szene ist es seit einigen Jahren gelungen, zwei Veranstaltungen pro Jahr zu etablieren. Zwar haben "B-Wave" im Spätherbst und "Cosmic Nights" im Frühling gänzlich andere Namen und auch einen anderen Schwerpunkt, im Hintergrund sind aber zum Teil die gleichen Organisatoren am Werk.

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Hatte der Dampfer "Tangerine Dream" durch Edgar Froeses Tod vor drei Jahren eine Vollbremsung hinlegen müssen, so hat er inzwischen wieder Kurs und Fahrt aufgenommen. Das Trio aus Thorsten Quaeschning, Hoshiko Yamane und Ulrich Schnauss wird von den Fans als würdige Fortführung des Projekts angenommen, ein gutes Dutzend Konzerte an den verschiedensten Orten in diesem Jahr sind ein Beleg dafür. Auch wenn man mir nachsagt, ich würde überall hinfahren, ein solches Pensum schaffe ich nicht, alleine aus zeitlichen Gründen. Als Tangerine Dream im letzten Monat in Dresden spielte, war das am gleichen Tag bei Sound of Sky in Bochum. Man muss sich für das eine oder andere entscheiden, und die Entfernung spielt dabei sicher auch eine Rolle.

Was schreibt man über über ein Event, das es schon seit einigen Jahren gibt und das man fast ebenso lange besucht, ohne sich zu wiederholen? Dass es jedes Jahr doch wieder etwas einzigartiges ist und sich nur im Ort und Zeitpunkt, aber eben nicht im Inhalt wiederholt. Stefan Erbes (Mini-)Konzerte auf der Essener Astronomie-Börse sind schon eine Tradition: Ein Gymnasium wird für einen Tag zu Europas größtem Marktplatz für alles, was der Hobby-Astronom braucht. Ein Kunstraum, in dem ansonsten gemalt und geformt wird, wird mit Leinwand, Lautsprechern und gut 40 Sitzplätzen zum Konzertsaal umgewidmet. Zwei über den Tag verteilte Konzerte gestatten es den Besuchern, das Thema "Weltall und Sterne" auch einmal aus einer musikalisch-künstlerischen Warte zu betrachten.

Die Science-Fiction-Kenner unter Euch dürften es ja schon längst gemerkt haben, dass ich mit meiner Artikelüberschrift auf den dystopischen Roman von Philip K. Dick anspiele, der im Original „Do Androids Dream of Electronic Sheeps?“ heißt und in Deutschland unter dem griffigeren Titel „Blade Runner“ bekannt ist. Inhalt dieses Artikels soll aber keine Buchbesprechung sein und der auf dieser Romanvorlage basierende Film ebenfalls nicht. Warum also dieser Titel? Nun, dies ist schnell erklärt.

Wenn man nicht möchte, dass Dinge zur Routine werden und ihren Reiz verlieren, ist man gut beraten, sie nicht überzustrapazieren und auch mal eine Pause einzulegen. So eine "Auszeit" hatte sich Stefan Erbe mit seiner "Sound of Sky"-Reihe im Planetarium Bochum genommen. Fast genau ein Jahr ist die letzte Show her, damals war das zweite Album von Baltes & Erbe das Thema. Seitdem war ich nur noch einmal in Bochum gewesen, nämlich zu Hello 2018 Ende letzten Jahres - im Vergleich zu früheren Jahren, wo es fast alle zwei Monate eine "Sound of Sky"-Show gab, schon ein ziemlicher Einschnitt.

In diesem Jahr fiel der E-Day in Oirschot auf ein besonderes Datum: den 31. März, einen Tag vor Ostersonntag. Wie viele Gäste würden an diesem Tag kommen? Ohne Frage würde der eine oder andere schon (familiäre) Pläne für das Osterwochenende haben, andererseits konnte Ron Boots mit Ulrich Schnauss einen respektablen Haupt-Act verpflichten. Ausverkauft war "De Enck" im Vorfeld nicht, und Ron hatte in seinen Newsletter geschrieben, es dürften gerne noch ein paar Vorbestellungen mehr werden. Zumindest der Zeitplan für den Samstag war auch durchaus "Feiertags-freundlich": das letzte Konzert sollte bereits um halb Elf enden, merklich früher als sonst und somit mehr Zeit, vor dem Ostersonntag-Besuch bei Verwandten noch etwas auszuschlafen. Doch es sollte an diesem Tag alles anders kommen. Fangen wir am Anfang an, am Mittag des 31. März 2018.

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