Berichte

Gelegentlich sollte es sich der EM-Fan auch einmal leisten, etwas weiter ins Ausland zu einem Konzert oder Festival zu fahren. Man sieht und hört dort nicht nur Musiker, die selten oder gar nicht in Deutschland auftreten, es bietet vor allem die Gelegenheit, Kontakte zu EM-Fans im Ausland zu knüpfen. Im letzten Jahr war ich zu einem der Awakenings-Events in Rugeley gefahren, für dieses Jahr hatte ich mir das E-Scape Festival ausgesucht. E-Scape ist vor ein paar Jahren von David Wright aus der Taufe gehoben worden, der sowohl selber als Musiker aktiv ist als auch das AD Music Label betreibt. Man kann es als Nachfolger des "Bungay Bash" sehen, und Halesworth, wo die Halle "The Cut" steht, ist auch nicht weit von Bungay entfernt.

Ähnlich wie bei "Awakenings" gibt es auch die Option eines virtuellen Tickets, d. h. man erhält einen vollständige Konzert-Mitschnitt als Download oder auf USB-Stick, egal ob man selber an diesem Abend anwesend war oder nicht. In den beiden vorigen Jahren hatte ich davon Gebrauch gemacht, aber dieses Jahr wollte ich physisch dabei sein.

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Als erstes war die Frage der Anreise zu klären: Flug oder Fähre? Die Wahl fiel auf die Fähre. Mit der Fähre bringt man das eigene Auto mit und ist nicht vor Ort auf einen Mietwagen oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, die am späten Abend von Samstag auf Sonntag in England genauso dünn gesät sind wie in hier in Deutschland. Billigflieger und Eurotunnel haben in den letzten Jahren das Fähren-Angebot zwar deutlich ausgedünnt, man muss aber nicht zwingend bis nach Calais fahren und dann von Dover aus wieder bis Mittelengland herauf. Zweimal am Tag fährt noch eine Fähre von Hoek von Holland nach Harwich. Die ist zwar etwas teurer und man ist ein paar Stunden auf dem Wasser, bis einen die Container-Terminals in Felixstowe in England begrüßen, dafür ist es von Harwich nur noch eine zweistellige Zahl von Meilen bis zum Ziel - und man spart sich den regelmäßig verstopften Autobahnring um London mitsamt mautpflichtiger Strecken.

In Halesworth selber gibt es nur ein oder zwei kleinere Hotels, die David Wright üblicherweise an diesem Wochenende für seine Musiker reserviert hat. Unser Hotel (und das Tagesziel für den Freitag) liegt in Norwich, noch einmal gut 20 Meilen nördlich von Halesworth. Nach den ersten Kilometern auf britischen Landstraßen wird auch klar, warum Google für die Strecke bis dahin fast zwei Stunden berechnet hatte: wir sind hier wirklich "auf dem Land", und Straßenstücke, wo man die auf britischen Autobahnen erlaubten 70 Meilen pro Stunde fahren darf, sind eher die Ausnahme. Ein langer Anreisetag (Abfahrt in Aachen kurz nach 9 Uhr) ist so erst kurz vor 10 Uhr abends zu Ende, die eine Stunde Zeitverschiebung eingerechnet. Im gleichen Hotel haben sich diverse andere E-Scape-Besucher einquartiert, plus Michael Shipway und Steve Smith von VoLt. Bis um Mitternacht das letzte Bier an der Hotelbar ausgeschenkt wird, findet sich noch ein großer runder Tisch zusammen. Das Hotel ist wohl auch eine beliebte Location für Feiern, die an diesem Abend feiernde und größtensteils weibliche Gesellschaft wirft ab und zu einen irritierten Blick auf unseren "männerlastigen Tisch". Aber auch diese Feier findet ihr Ende kurz nach Mitternacht, denn zusammen mit dem Zapfhahn wird um diese Zeit auch die Musik abgedreht. So geht es noch zu einer recht vernünftigen Zeit ins Bett. Die spontane Feststellung bei dieser Gelegenheit: Wer mehr als eine Reisetasche hat, sollte vor der Abreise prüfen, ob der Kulturbeutel auch in der Tasche steckt, die man mitzunehmen gedenkt. Im aktuellen Fall steckt er wohl noch in der kleinen Tasche, die ich neulich beim TD-Konzert in Hamburg dabei hatte - und die noch friedlich auf dem Regal in Aachen steht. Nun gut, Duschgel stellt auch das Hotel bereit, und das Zähneputzen fällt dann ausnahmsweise mal aus.

Allzu frühes Aufstehen am Samstag ist nicht notwendig, das erste Konzert soll gegen Mittag beginnen und von Norwich nach Halesworth ist es nur eine gute Dreiviertel Stunde über die Landstraße. Ausschlafen wird eher dadurch begrenzt, bis wann das Frühstücksbuffet noch geöffnet ist. Typisch britisch: Eier, Speck, Würstchen und noch diverse andere Dinge, bei denen man schon fast vom Hinsehen zunimmt. Das Mittagessen kann man beruhigt auslassen, und es wäre auch gar keine Zeit dafür. Das Programm beginnt um viertel nach zwölf, und bis zum späten Abend werden die Pausen dazwischen kaum länger als eine Viertelstunde sein.

Den Anfang macht Martyn Greenwood alias "Concept Devices" mit einem Mini-Konzert im Foyer. Man kennt ja Straßenmusikanten, die ihre Instrumente am ganzen Körper festgeschnallt haben und damit als Ein-Mann-Kapelle herumziehen. Daran fühle ich mich beim Anblick des Keyboard-Ständers spontan erinnert: er ist unter all den Geräten und Gerätchen mitsamt ihrer Kabel und Netzteile kaum noch zu erkennen. Es sieht also nach einer elektronischen Jam-Session aus, in der gedreht und geklickt wird, und mit Flächen, Sequenzen und Effekten geht es auch los. Martyn kommt gerade in Fahrt, da muss wohl irgendein flapsiger Kommentar aus dem Publikum gekommen sein. Eine andere Erklärung habe ich für die Entgegnung "Anybody want to join me?" nicht. Ob er mit einer positiven Antwort gerechnet hat, weiß ich nicht, aber dieses Angebot lässt Jez Creek sich nicht entgehen: Ein Mini-Keyboard hat er wohl immer dabei, am Mischpult lässt sich auch noch ein Port dafür frei machen, und los geht die Improvisation im Duett. Bei der hat Martyn auch noch Zeit, quasi "nebenher" die benutzten Kistchen und Geräte zu erklären.

So eine Impro kann beliebig lange gehen, wenn den Beteiligten die Ideen nicht ausgehen; an diesem Mittag setzt der Gastgeber der Session ein Ende: David Wright verkündet, dass der Saal eröffnet ist und das erste Konzert gleich beginnen wird. Die Bühne ist brechend voll mit Geräten, sind doch drei Konzerte vor der großen Umbaupause am frühen Abend geplant. Den Anfang macht Frank Dorittke alias F. D. Project. Bekannt ist Frank ja für seine Gitarrenparts in anderen Kooperationen, zusammen mit Ron Boots wird er etwas später an diesem Nachmittag noch einmal auf der Bühne stehen. Jetzt darf Frank aber einmal zeigen, dass er auch am Keyboard versiert genug ist, ein vollwertiges Soloprogramm zu zeigen. So bleibt die Gitarre im ersten Track auf ihrem Ständer, die Klang-Gemälde sind rein elektronisch. Erst im zweiten Track kommt die Gitarre zum Einsatz, und in Track 3 gibt Frank auf ihr so richtig Gas - Applaus danach ist der Lohn dafür. Mit Track Nummer 4, "The Return of O.", wird es wieder etwas ruhiger, und Frank macht mal wieder dem geflügelten Wort alle Ehre, er wäre der beste Mike Oldfield neben Mike Oldfield.

Damit ist das kurze erste Konzert des Tages auch fast zu Ende, aber eine Überraschung hat Frank noch für uns: In den letzten Jahren hat er sich ja immer wieder mal an dem einen oder anderen "Gitarren-Klassiker" der letzten Jahrzehnte versucht, zum Beispiel Pink Floyd oder Prince. Was kommt heute? Die ersten Takte klingen vertraut, und richtig: es ist "Hotel California" von den "Eagles", natürlich wieder in Franks eigener Interpretation, das Original wurde ja als Gitarren-Duett eingespielt. Ein gelungener Schlusspunkt unter den Einsteiger des Tages, das "Thank You" von David quittiert Frank mit einem trockenen "No Problem!"

Das Programm des Nachmittags ist dicht gedrängt, und bis zum zweiten Konzert ist gerade noch Zeit, sich eine der 3D-Brillen aus dem bereitgestellten Karton zu greifen. Michael Shipway und Steve Smith alias VoLt sind jetzt an der Reihe, und sie haben angekündigt, dass die Visuals zu einem der Titel dreidimensional sein werden. Von den Versuchssendungen aus den 80er-Jahren erinnert man sich vielleicht noch an die Pappbrillen mit einem grünen und einem roten Filter. Dabei ist die Musik von VoLt alles andere als "Retro": Michael und Steve verstehen es, auch längere Titel mit schönen Sequenzen so melodisch und abwechslungsreich zu gestalten, dass auch EM-Fans auf ihre Kosten kommen, die vielleicht keine "Berliner Schule Hardcore-Fans" sind. "Deep Dive", der Titel, den sie zur Schallwelle-Jubiläums-CD beigesteuert haben, ist dafür ein schönes Beispiel. Zu Anfang des dritten Titels fordert Albert Einstein uns auf, die Brillen aufzusetzen, und ab geht der Flug durch dreidimensionale Landschaften. Die hat übrigens Anton Uraletz gerendert, der am heutigen Tage mal wieder der am weitesten angereiste Gast ist. Titel Nummer drei ist lang, und trotzdem vergehen die 25 Minuten wie im Fluge - sein Ende markiert auch schon wieder das nahende Ende diese Konzerts.

Nicht nur Frank hat an diesem Tag eine Überraschung in petto: Für das Finale haben Steve und Michael in der letzten Zeit ja öfters John Dyson zu sich geholt. Der wäre heute zwar auch anwesend, stattdessen wird heute Harold van der Heijden aufgerufen. Der wird gleich mit Ron Boots und seinen Freunden den dritten Act bestreiten, aber hier darf er sich schon einmal warm spielen. Und so geht es bei VoLt zum Schluss noch einmal richtig zur Sache. Harolds Drums geben dem ohnehin schon recht flotten Schlusstitel noch einmal den richtigen Kick. Ein dicker Applaus ist der Lohn.

So richtig sehen konnte man Harold während dieses Kurzauftritts nicht, denn sein Schlagzeug steht zusammen mit den Geräten von Ron Boots & Friends in der hinteren Hälfte der Bühne. Für deren folgendes Konzert soll die Sicht natürlich unbehindert sein, also muss jetzt eine ein klein wenig längere Abbaupause sein, gerade lang genug für Kaffee und Kuchen von der Theke. Ach ja, apropos Verpflegung: David Wright verkündet noch schnell, dass warmes Essen für den Abend und die lange Pause noch nicht gesichert wären. Man arbeite aber daran, das dafür notwendige Personal noch kurzfristig zu organisieren. Hoffen wir das beste und schauen wir einstweilen, was Ron Boots & Friends in der Zwischenzeit im Saal für eine Show machen.

Den Einstieg macht Ron alleine. Unlängst hatte er im Brüsseler Planetarium bei Cosmic Nights solo gespielt, und was ihm dafür eingefallen war, hat ihm offensichtlich so viel Spaß gemacht, dass er es hier - in einer leicht gekürzten Version - noch einmal zeigen will: eine Viertelstunde, die den Boots-typischen Bogen von einem sphärischen Einstieg bis zu einem rasanten Finale spannt. Und just auf dem Höhepunkt kommt die Aufforderung: "Yes, I DO have friends!" Harold nimmt wieder seinen Platz an den Drums ein, Frank ist wieder auf der Bühne, und Stephan Whitlan nimmt ganz rechts seinen Platz ein. Noch schnell die obligatorische Dose Guinness öffnen, und es kann los gehen. Zwar ist der Morgen schon vorbei, aber "Morning Flight" ist trotzdem ein perfekter Einsteiger, und dazu ein Track, der jegliche schlechte Laune am Morgen zu vertreiben in der Lage ist. Passend dazu geht es mit "Leitrim" von Stephans aktueller Solo-CD weiter. Der ist von der Grundstimmung ganz ähnlich, aber damit es nicht langweilig wird, verwandelt ihn Frank heute in eine halbe Heavy-Metal-Nummer. So geht es auch weiter "Going on with a bit more Rock'n'Roll" ist Rons Ansage. Und was dann kommt, klingt auch so, wie man es von den Morpheusz-Alben kennt. Rocking, wenn auch in etwas gemäßigter Form, bleibt es bei "Slab", es bleibt Ron etwas Luft, seine Freunde noch einmal namentlich vorzustellen.

Und wieder ist die Zeit verflogen, Ron Boots und seine Freunde haben heute einen Mix geboten, der keinerlei Längen hatte. Als Zugabe ist ein Track von Frank dran, seine "Shine On"-Variationen sind auch schon fast ein Klassiker, nur dieses Mal im Duett mit Stephan an der Keytar.

Die anderthalb Stunden lange große Pause ist nach diesem furiosen Auftritt hoch willkommen, und die gute Nachricht ist: die Küche bleibt nicht kalt, zu einem kühlen Bier kann man zwischen einem normalen oder einem Veggie-Burger wählen. Parallel dazu spielt Concept Devices eine zweite Session - dieses Mal ohne striktes Zeitlimit.

Den Einlass zur zweiten Hälfte verkündet dieses Mal Carys Singer und nicht David - der ist wohl drinnen noch mit Vorbereitungen beschäftigt. Den Abend soll Gazz Collins eröffnen, ein Name, der mir wie vermutlich dem Großteil des Publikums noch völlig unbekannt ist. Normalerweise wird auf einem Festival den Neulingen der Platz des Openers und "Anheizers" zugewiesen - hier ist Gazz eher der "Wiederanheizer". Dazu gibt der Neuling sich auch reiflich Mühe: flotte Rhythmen, die vielleicht noch ein wenig mehr Abwechslung vertragen könnten, und Visuals, die Städte und Autobahnfahrten bei Nacht zeigen. Auch das hier ist EM, aber eher von der poppigen Seite her gedacht. Das Konzert ist nicht allzu lang, vielleicht etwas zu kurz, um in diese Musik wirklich eintauchen zu können. Alben hat Gazz noch nicht veröffentlicht, seine Musik gibt es bisher nur als Download bei Bandcamp. Was seine Geräteaufbau angeht, kann er aber ohne weiteres mit "alten Hasen" mithalten, nach seinem Auftritt ist eine Viertelstunde Pause vonnöten, um alles abzubauen und den Blick auf das freizugeben, was in der großen Pause für Code Indigo aufgestellt wurde.

Dieses abschließende Konzert des Abends ist als Abschiedskonzert angekündigt. Dunkel erinnere ich mich, dass Code Indigo ein solches bereits letztes Jahr in Oirschot gegeben hatte. Aber vielleicht ist dies ja das Abschiedskonzert auf heimischem Boden? Eine Abschied bedeutet dieser Tag insbesondere für Robert Fox, der aus gesundheitlichen Gründen in Zukunft keine Live-Auftritte mehr geben kann. Ich hätte seinen Platz auf der Bühne im Vordergrund erwartet, stattdessen ist sein Platz hinten links, wo er teilweise verdeckt ist. Britische Bescheidenheit? Ich weiß es nicht. Da David Wright selber auch Teil von Code Indigo ist, überlässt er es Ron Boots, dieses Konzert anzukündigen, und Ron lässt sich natürlich nicht die Gelegenheit entgehen, auch noch das eine oder andere lobende Wort darüber zu verlieren, was er an der Musik Code Indigos besonders schätzt.

Ein Musiker hat während der Pause nicht auf- oder abbauen müssen: Stephan Whitlan ist auch bei Code Indigo dabei und hat seinen Platz am rechten Rand behalten. Ein zweites Konzert am Tag bedeutet auch die zweite Dose Guinness-Bier des Abends: ein Zisch, ein Eingießen, und los kann es gehen. Und auch gleich im ersten Titel, "Eden of Chaos", macht er sich auf seine Weise bemerkbar: ein chilliger Einstieg, dann steigt das Tempo, und der letzte Ton will überhaupt nicht verklingen - jedenfalls so lange nicht, bis Stephan den richtigen Knopf gefunden hat.

Code Indigo hat über die Jahre viele Alben veröffentlicht, und wie es sich für ein Abschiedskonzert gehört, geht die Titelauswahl an diesem Abend quer durch die Alben, die Jahre, und diejenigen, die jeweils den "Takt" vorgeben. Der nächste Titel ist von der "Meltdown" und geht in einen improvisierten Teil über, den Robert Fox führt. Carys gesellt sich zu ihm, was sie an diesem Abend noch öfters tun wird, um ihn ein wenig in den Fokus zu holen. Dafür ist der nächste Track von "Take the Money and Run" dann auch einer, an dem sie mit komponiert hat.

Zu dem einen oder anderen Titel weiß David auch eine Geschichte zu erzählen. Die Album-Version von "TimeCode" entstand zum Beispiel um drei Uhr morgens, manchmal brauchen Dinge eben ein paar Anläufe, bis sie perfekt sind. "For Whom The Bell" ist eigentlich ein klassischer Closer für ein Code Indigo-Konzert, dieses Mal beschließt er aber nur die erste Hälfte. Die kurze Pause nutzt Carys für ein neues Kleid, außerdem werden einige Spots weggeräumt. Vorne und mittig am Bühnenrand steht die Alien-Figur und bleibt auch dort für die zweite Hälfte stehen. Selbige zweite Hälfte beginnt mit "Cultures/Culture Shift", wieder ein eher chilliger Einstieg, und auch dieses Mal will der Einsteiger kein Ende finden. Wer hat das letzte Wort, David oder Stephan? Carys ist in diesem Fall die lachende Dritte. Weiter geht es mit zwei wuchtigen Titeln von "Uforia", und der finale Titel scheint für Robert unerwartet zu sein - zumindest deute ich seine Beschwerde, ihm hätte keiner etwas gesagt, so. Die liebenswerten Frotzeleien durchziehen den ganzen Abend, von einer traurigen Abschiedsstimmung ist keine Spur. David möchte eigentlich noch eine Zugabe spielen, aber vom Mischpult kommt ein Veto: es wäre bereits halb elf, und Vorschriften zur Sperrstunde und ähnlichem werden in England sehr ernst genommen. So bleibt nur noch Zeit für eine kurze Abschlussrede von Robert Fox, in der er darauf Wert legt, er wäre kein grantiger alter Mann. Stattdessen holt er noch einige Anekdoten aus dem Koffer: so fragte ihn einmal ein Fan, ob er ihm ein paar Alben signieren wollte. Kein Problem, meinte Robert, nur um im nächsten Moment einen Stapel von fast zwei Dutzend CDs in die Hand gedrückt zu bekommen. So bleibt man als Fan in Erinnerung.

Für den einen oder anderen CD-Kauf und das Signieren ist im Foyer noch Zeit, aber die bereits geschlossene Bar lädt doch eher dazu ein, das letzte Bier wieder im Hotel zu nehmen - das schenkt wenigstens noch bis Mitternacht aus. Allzu spät wird es auch im Hotel nicht mehr. Die Fähre am nächsten Tag legt um zehn Uhr ab, mit dem Check-In spätestens eine Stunde vor Abfahrt und wieder gut anderthalb Stunden über britische Landstrassen mag man sich ausrechnen, wann wir am Sonntag aufgestanden sind ... gut, dass ich mir den Montag und Dienstag noch frei genommen hatte, und im Gegensatz zu letztem Jahr hatte ich mir das auch gut gemerkt und nicht vergessen. Wohin mich die England-Tour im nächsten Jahr führen wird? Ich weiß es noch nicht. Andererseits, wer sagt eigentlich, dass ich dieses Jahr nicht noch einmal herüber fahre? Schaun wir mal, wie ein berühmter Denker unseres Landes einmal sagte.

Alfred Arnold

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