Rezensionen

Ok. Es ist natürlich elektronische Musik, und es gibt (ein paar) Tangerine-Dream-Sounds. Das war es aber auch schon mit dem elektronischen Traditionsbewusstsein von eCe Boas. Das Nordlicht von der Ostsee hält sich ansonsten mehr an an die Moderne, weiß wie man eingängige Rhythmen aufbaut, eine knackige Kick formt, patzt leider manchmal an der Charlestonmaschine, kommt aber ansonsten ganz ordentlich mit den Soundgenre im Jahr 2015 klar.

Wobei ich die ihm typischerweise angehängten Label wie »House« oder »Techno«, oder gar »Ambient« hier entschieden zurückweise. Fischland ist natürlich das alles, und trotzdem nichts von dem. Und das meine ich entschieden positiv. Fischland ist mehr. Das Album, um es mal flapsig auszudrücken, hat's drauf. Während die Masse der House oder Techno-Musiker von eigenen Gnaden Stunden über Stunden darüber brüten wie sie ihre Tracks verschlimmbessern können, oder so klingen lassen wie der an diesem Nachmittag total angesagte Act, liefert eCe Boas sauber produzierte moderne Musik die man sich anhören kann, und will. Wer will darf dazu auch tanzen. 

Fischland ist wieder mal eines der Alben, bei denen man sich fragt warum sie kostenlos verteilt werden. Das Album ragt deutlich aus der Riege der unanhörbaren, Ohrenkrebs-verursachenden, ja zuweilen Hardware-schädigenden Masse der in diesem Genre üblichen Kostenlosmusik heraus. Die Musik beschwingt, und macht einen die Nachmttagsarbeit leichter. Als Schüler würde ich so was bei den Hausaufgaben hören, als Hausmann bei'm putzen. Ich würde es in meinem Taxi bei der Fahrt durch die beleuchtete Großstadtnacht laufen lassen, oder in meinem Vinyl-Plattenladen (obwohl es Fischland nur als Download gibt. Da müsste mal nachgebessert werden).

Und wer immer noch nicht genug hat, es gibt auch noch geniale Textfragmente. Ganz wenig nur, aber mit reichlich Ostsee-Wasser unter'm Kiel. Das jemand wie eCe Boas nur 39 Follower auf Soundcloud hat wird mir immer ein Rätsel bleiben. Immerhin, jetzt sind es 40.

»Goldene Wände werfen ihr Licht …«

Bezug: Broque

Tom / flaechenklang.de

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