Rezensionen

catvaratempo

Bertrand Loreau hatte ich von seinen bisherigen Alben bereits als einen Elektronik-Musiker mit verschiedenen Facetten kennengelernt. Für "Catvaratempo" hat er sich mit Frédéric Gerchambeau einen Partner hinzu geholt, der mir bisher noch nicht bekannt war. Der Album-Titel gibt keine Hinweise darauf, in welche Richtung Bertrand seine Musik erweitern will, und auch die Tracks sind schlicht von eins bis vier durchnummeriert (allerdings auf Sanskrit).

Im Gegensatz zu anderen Kooperationen wollen die beiden Franzosen ihre beiden Stile gar nicht miteinander verschmelzen: Die melodisch-atmosphärischen Teile von Bertrand Loreau lassen sich klar heraushören, ebenso die Sequenzen und experimentellen Parts von Frédéric  Gerchambeau. Für mich ist dieses Album eine Art Dialog zweier ganz unterschiedlicher Stile, und so wie in einem Dialog mit Worten mal der eine und mal der andere mehr redet, so spielt sich auch hier mal einer der beiden in den Vordergrund.  Was jedoch nie passiert, ist dass der jeweils andere ins Abseits gedrängt wird. Phasenweise finden sich auch beide auf gleicher
Höhe zu einer Art Harmonie zusammen, bis sie wieder auseinander driften.

"Catvaratempo" ist für mich ein Experiment, was passiert, wenn man zwei Musiker mit gänzlich unterschiedlichen Stilen einfach machen lässt, und der Beweis, dass es nicht in einer Kakophonie enden muss. Es macht Spaß, diesem Dialog zu lauschen, und dabei zu überlegen, was die beiden Parts symbolisieren sollen. Meine Assoziation beim Hören war der ewige Konflikt von Natur und Technik, aber je nach eigener Lebens-Situation mag man zu einem anderen Ergebnis kommen. Einen "Selbstversuch" ist dieses Album aber auf jeden Fall wert!

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 Alfred Arnold

 

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