Rezensionen

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Viele Elektroniker meinen die 70er-Jahre und die Berliner Schule, wenn sie sagen, sie wollen sich auf ihre Wurzeln zurück besinnen. Bei Bernd "Moonbooter" Scholl ist das anders, hier geht die Reise zurück in die frühen 80er, als Synthesizer für die breite Masse erschwinglich wurden und das neue Genres des "Synthie-Pop" begründeten. Keine Reise ohne die passende Ausstattung: "No Samples, no loops, no presets" verkündet stolz das Cover. Und in der Tat, all das ist gar nicht erforderlich für ein Album, das einen erfolgreich in die Zeit von Howard Jones, den frühen Depeche Mode & Co. zurückversetzt: Schon bei den ersten Takten von "Zeittunnel" werden bei Hörern wie mir Erinnerungen an die wach, als man sich für Musik zu interessieren begann: knarzende, harte und geradlinige Sounds, dazu ein Rhythmus, bei dem Hand und Fuss spontan mitmachen wollen.

"Beyond the Neon Lights" bleibt auch in den restlichen Tracks durchweg tanzbar, und die Zeitreise wäre unvollständig, wäre nicht auch ein Track mit Stimme dabei, und in den Titeln einige Anspielungen an die technischen Errungenschaften der 80er.

Wer Anfang der 80er musikalisch "sozialisiert" wurde, für den ist "Beyond the Neon Lights" das richtige Album, um die Erinnerungen daran aufzufrischen: druckvoll, mitreissend und wie man es von Bernd Scholl gewohnt ist, perfekt produziert. Ein wohlmeinender Hinweis: wer beim Konsum dieses Albums auch die als Teenager bevorzugte authentische Lautstärke einstellt, könnte spontanen Besuch von Nachbarn bekommen, die dabei mit feiern wollen - und da sei im Moment der Corona vor...

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Alfred Arnold

 

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