Rezensionen

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Falls man der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns einen positiven Aspekt abgewinnen möchte, dann ist es der mit der erzwungenen "Häuslichkeit" verbundene Produktivitäts-Schub bei einigen Musikern. René​ van der Wouden ist dafür ein gutes Beispiel: Ein gutes halbes Dutzend an Neuveröffentlichungen tragen einen 2020/21er-Datumsstempel.  Aus diesem Füllhorn sei hier einmal das Album "Astromen" herausgegriffen, mit dem René​ sich in die Weiten des Weltalls begibt. Egal wie weit er sich dabei von unseren irdischen Gefilden entfernt, so bleibt er doch auch hier seinem melodischen und von Sequenzen getragenen Stil treu - ich möchte so weit gehen zu sagen, dass René​ über die Jahre seine ganz eigene spezifische "Klangfarbe" entwickelt hat, die man aus jedem seiner Werke heraushören kann.

Wo Sequenzen sind, da ist auch das etwas abgenutzte Schlagwort "Berliner Schule" nicht weit. Das darf man gerne auch auf "Astromen" anwenden, und die Länge der fünf Tracks wird der damit meist verbundenen Erwartungshaltung auch gerecht, aber angesichts der  Bandbreite der darin ausgemalten Stimmungen greift das zu kurz.  Einem rhythmischen Einstieg mit dem Titel-Track folgen sphärische Klänge in "Geomagnetic Storms". Mellotron-Sounds, wie man sie von TD aus den 70ern kennt, finden im Gesamtwerk ebenso ihren Platz, wie melodisch-schwelgerische Passagen. "Astromen" ist eine bunte und abwechslungsreiche Reise in ferne Welten, bei der René​ sich und seinen EM-Wurzeln treu bleibt.

In diesem Jahr soll die Release-Rate neuer ReWo-Alben nicht ganz so hoch sein, und das wäre auch gar nicht schlecht. Denn so hat man die Chance, den musikalischen Lektionen in "Renés Berliner Schule" in diesem Jahr nachzuarbeiten. Und wer weiß, vielleicht bietet sich in diesem Jahr auch einmal wieder die Gelegenheit, dies nicht nur in Form des Fernunterrichts im Home-Office zu tun. Ich wäre bei so einer Live-Lehrstunde dabei...

https://rewo.bandcamp.com/

Alfred Arnold

 

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