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Wie immer gab es drei Acts auf der Hauptbühne und einen weiteren Act auf der kleinen Bühne im ersten Stock.

Das Festival eröffnete musikalisch Remy Stroomer, den wir zuletzt auf dem „Ricochet Gathering“ in Berlin im Oktober live erlebt hatten. Passend zum Event mit neuer Kurzhaarfrisur stellte er folgerichtig von seiner auf dem E-Day veröffentlichten neuen CD „i-dentity“ 2 längere Stücke vor. Der Rest des Sets bestand aus auschliesslich neuen Tracks.

Sein Bühnenpremiere in Orschoit fanden wir alles in allem sehr gelungen. Remys Musik ist spannungsgeladen, erzählt Geschichten, nimmt sich Zeit und bleibt immer abwechslungsreich und emotional. Da kommt keine Langeweile auf, da wird der Hörer gefordert. Schon in Berlin hatte Remy Gastmusiker dabei. Auch dieses Mal blieb er nicht allein auf der Bühne: zu unserer großen Freude traten Gert Emmens und Erik Wøllo gemeinsam bei einem Stück mit Remy auf, was einerseits die große Klasse der einzelnen Musiker, aber andererseits auch Remys Live-Qualitäten zeigte, wenn er mit anderen Musikern live agiert. Dazu gab es eine kleine Vorgeschichte: Remy erwartete in Absprache die beiden Musiker, aber die beiden kamen einfach nicht auf die Bühne.

Remy, doch sichtlich irritiert und verständlicherweise unruhig werdend, nahm sich das Mikro und fragte verzweifelt: „Where are they ???“. Das hatte einen hohen Unterhaltungswert und zeigte, dass bei Live-Events eben nicht immer alles auf Knopfdruck läuft. Alle nahmen es jedoch mit viel Humor und Souveränität.

Gert legte als erster mit einem fulminanten Solo los, was einmal mehr seine große Qualität zeigte. Überrascht aber hat uns Erik, der ja nach diesem Gastauftritt selbst seinen eigentlichen Auftritt hatte: noch nie haben wir Erik Wøllo so rockig Gitarre spielen sehen. Davon möchten wir schon das eine oder andere Mal mehr hören, das hatte ganz große Klasse und zeigt, das Erik auch dieses Genre beherrscht. Noch während des Stückes verließ Erik dann so leise die Bühne, wie er sie auch betreten hatte…

Ein sehr gelungener Auftritt als Opener des Events mit viel Spielfreude und vielen Emotionen!!! Bravo Remy !!!

Vor Eriks Auftritt besuchten wir im ersten Stück auf kleiner Bühne Rene Splinter, der an diesem Tag mehrere Kurzkonzerte gab. Wir waren mehr als überrascht über die große Spielfreude und Live-Präsentation: das hatte große Klasse und war in der Adaption seines musikalischen Vorbildes Tangerine Dream aus den Jahren 1980-1985 unschlagbar gut. Es gab einige Stimmen, die sagten, dass seine Konzerte eigentlich die große Bühne im Hauptsaal verdient hätten, so gut sei seine Musik und sein Spiel gewesen. Von Rene werden wir in der Zukunft noch viel Gutes hören.


Rene Splinter

Pünktlich um 18.15 Uhr betrat der Ausnahmemusiker aus Norwegen die Bühne, im Gepäck natürlich seine Gitarre und seine wunderschönen Videos als Untermalung für seine einzigartige Musik. Erik stellte viel neues Material vor. Immer wieder beeindruckend dabei das unnachahmliche Gitarrenspiel zu den weiten Flächensounds und den wohl akzentuierten Rhythmen der einzelnen Stücke. Das ist und bleibt einzigartig. Wunderschön die Videobilder aus seiner Heimat,  die er wieder und wieder musikalisch beschreibt.
Natürlich durfte Erik nicht ohne Zugaben von der Bühne gehen. Ein absolutes Highlight dieses Festivals und der gesamten EM-Szene. Es ist immer eine große Freude, ihn persönlich zu erleben und zu sprechen.  Ein ganz großer Musiker dieser Zeit.


Erik wollo

Der Höhepunkt des Festivals war dann der Auftritt von Harald Grosskopf & Friends. Mit einiger Verspätung startete dann aber das letzte Konzert. Was war geschehen ? Das Podest, auf dem Harald eigentlich spielen sollte, federte bei den letzten Proben kurz vor dem Auftritt so stark, dass das Laptop runterstürzte. Glück im Unglück: es war am Ende nichts beschädigt. So also betraten Harald Grosskopf,  Udo Hanten (synth., live edit) , Axel M. Heilhecker (gui, loops) und Jürgen Kleine (Laser, Videos) für einen zweistündigen Auftritt ohne Pause die Bühne. Angekündigt war eine Neupräsentation des Kultalbums „Synthesist“ von 1980 mit allen Stücken in neuem Arrangement. Harald hatte eine Woche vorher seine Bühnenpremiere in den U.S.A. auf dem „Unsound Festival“ in New York vor immerhin 400 jugendlichen Fans und Besuchern gefeiert und war noch leicht im Jetlag, wie er gleich zu Beginn bemerkte. Außerdem beruhigte er gleich sein Publikum: das vor ihm aufgebaute Laptop sei lediglich eine medizinische Überwachung seiner Herzfrequenz, Udo und Jürgen zusätzlich das medizinische Überwachungspersonal (running gag in den U.S.A.). Das zeigte gleich, wohin hier die Reise gehen würde: exorbitante Stimmung, viel Spaß und Laune auf der Bühne. Das Schlagzeug stand nun ebenerdig, Harald nahm erst gar nicht mehr Platz und spielte tatsächlich 2 Stunden ununterbrochen im Stehen – was will man mehr !!! Das ist der Harald Grosskopf an seiner Schlagzeugbude, wie wir ihn immer sehen wollen und lieben. Sicherheitsgurte mussten vorher entfernt werden, denn Harald wirbelte mit Orkanstärke durch das komplette Programm. Natürlich wurde nicht der Originalsound des Kultalbums dargeboten, doch die einzelnen Stücke waren durchaus wieder zu erkennen. Durch den zusätzlichen Auftritt von Axel Heilhecker an der Gitarre und Jürgen Kleine am Laser  (pardon: zusätzliches medizinisches Personal !!!) konnte Harald sichtbar entspannter agieren als noch im Herbst 2010 im CIRCUS und sich eben auch mehr dem Schlagzeug widmen. Ein toller Auftritt von Harald, der überhaupt nicht älter zu werden scheint und wie in besten Tagen agierte. Die EM ist und bleibt eben ein Jungbrunnen…Ein ungeahnter Höhepunkt war aber auch der phantastische Laser mit unglaublichen Farbeffekten, der hinter Harald positioniert war und ihn immer wieder beeindruckend „in Szene und Licht“ setzte. Der Nebler tat dabei sein übriges zu einem fulminanten Live-Spektakel. Eine angekündigte 20-minütige Pause lehnte das begeisterte Publikum aber ab – Harald & Friends mussten durchspielen. Danke für die tolle Show !!


Grosskopf & Friends

Artikel / Fotos aus Elecronic Circus www.electronic-circus.net

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