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Die 10 goldenen Regeln für Deine Promo-CD

Auch wir von Empulsiv freuen uns über neue CDs, aber die mögliche Liste einer fehlerhaften Bewerbung ist lang und erbarmungslos. Deshalb hier nochmal für alle Chartstürmer die wichtigsten Regeln zum Versenden von Promos.

1.) Eine Digitale Kopie: Wer Porto sparen will, kann dies ruhig tun. Mittlerweile ist es völlig üblich eine digitale Kopie des neuen Albums zu versenden. Aber, zum Inhalt gehört mehr als nur der Link zum Download. In einer schlanken Email darf neben einer kurzen Begrüßung, etwas zum Album und zum Künstler vermerkt sein. Aber bitte nur ein paar Sätze, der Rest gehört in ein Presse-PDF, dass üblicherweise in Deutsch und Englisch im Downloadpaket beigefügt ist. Dieses sollte als zip/rar gepackt sein, das Album Cover als jpg in mehreren Größen beinhalten, die CD als 320kb Mp3 inkludieren und eine ausführliche Info zum Künstler und der Musik ausführen (wie gesagt minimum als PDF). Wer dem Redakteur etwas Arbeit abnehmen will schickt noch ein Textversion im Word oder Asci-Format mit.

2.) Ansprache: Eine gute Idee ist es, Fachmagazine und Redakteure persönlich anzuschreiben. Wer etwas möchte, sollte auch die Personen kennen, die sein Produkt bewerten sollen. Zur Not tut es auch eine Rundmail. Damit wird der tatsächliche Review-Erfolg aber geringer. Wer ein paar Flugblätter digital verteilt, darf sich deshalb nicht wundern. Warum nicht im Vorfeld ein bisschen recherchieren, welche Person in welcher Funktion bei den Magazinen der richtige Mann/Frau ist?!

3.) Downloadlinks: Wer seine Musik zur Verfügung stellt, sollte die Beschaffung für die Abnehmer so einfach wie möglich gestalten. Links mit Anmeldefunktionen sind keine gute Idee, mit Registrierungen oder ähnlichem ein No-Go! Der Link muss in der Mail anklickbar sein. Ach und keine Sorge, ein seriöser Rezenseur behält den Link immer für sich.

4.) Echte CDs: Sollte man nur verschicken, wenn der Redakteur Hardware haben möchte. Für Radiostationen aber immer, auch wenn diese mittlerweile nur Digitale Abspielwege nutzen. Das Angebot zunächst nur eine digitale Version zu übermitteln, sollte immer mit der Option einer echten CD enden. Wer nur eine digitale Version verkauft, sollte darauf hinweisen.

5.) Warum schreibt/spielt ihr nix: Eine Rezi dauert, manchmal auch ein paar Monate. Die Redakteure bekommen in der Regel ziemlich viel Zeug zugeschickt und suchen sich zunächst ihre Favoriten aus. Auch persönliche Vorlieben spielen eine Rolle, ebenso die Art und Weise wie man bemustert wurde. Umso Aufwendiger das Promomaterial desto größer die Wahrscheinlichkeit auch gehört zu werden. Deshalb, wer wenig investiert landet entweder sofort in der Rundablage oder im Stapel ganz unten.

6.) CDRs: Oha, erkennt man den Datenträger als einfache Handkopie, wirds garantiert eng! Dann besser nur etwas Digitales versenden. Handgemachte Promos aus Verbatim-Rohlingen und Druckerzeugnisse aus dem hauseigenen Tintenfiffi haben selten eine Chance.

7.) Nachfragen erlaubt? Schwierig! Die meisten Redakteure haben ihre Gründe, weshalb Deine Scheibe noch nicht gelaufen ist oder wieder nicht unter den Neuerscheinungen zu lesen ist. Deshalb macht es wenig Sinn direkt in einer Mail nachzufragen. Man darf aber durchaus eine weitere E-Mail mit Zusatzinfos nachreichen (neue Tourtermine, neue Website etc). Aber vorsicht, wer zu häufig schreibt, wird oft als nerviger Spammer gelöscht.

8.) Ich erwarte zuviel: Wer sein Produkt auf den Rezensionsmarkt wirft muss auch mit negativer Kritik rechnen. Nicht alle CD-Kritiken gehen gut aus. Zumeist wird ein vermeindlich schlechtes Album erst gar nicht rezensiert. Am besten sollte man vorher einiger Testhörer mit der persönlichen Kritik des Albums aquirieren. Schaden kann das nicht!

9.) Tolle Rezi und dann? Darf man den Artikel eigentlich für sich verwerten? Vorsicht ist geboten, besser nie den Artikel ungefragt 1 zu 1 kopieren und online stellen. Auszüge sind immer erlaubt.

10.) Werde ich nun endlich berühmt? Nein eher nicht, die große Zeit der CD-Kritiken ist genauso wie der CD-Verkauf Geschichte. Ein Review ist etwas fürs Photoalbum, fürs Gemüt und eine Bestätigung für gute Arbeit. Mehr aber auch nicht!

Stefan Erbe

Über Empulsiv

Empulsiv wurde 2011 als Webzine für (traditionelle) elektronische Musik gegründet. Es berichtete über ein Jahrzehnt von musikalischen Events und über Veröffentlichungen, präsentierte Interviews und Neuigkeiten aus der Szene. Ende 2022 wurde das Webzine eingestellt. Es wird nun als Infoportal mit Eventkalendar, Linksammlung und Archiv fortgeführt, so dass Neues sowies Vergangenes weiterhin gefunden werden kann.