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Am 25.06.2011 fand im Bochumer Planetarium zum zweiten Mal „Sound Of Sky“ statt. Dabei handelt es sich um ein von Stefan Erbe gestaltetes Musikprogramm, wie es nur in einem Planetarium geboten werden kann, das sich so sehr um die Elektronische Musik bemüht. Stefan Erbe betätigt sich als DJ, begnügt sich aber natürlich nicht mit dieser Rolle. Zum einen spielt er eigene Stücke in diesem Programm, und die Musik anderer Künstler resp. Bands wird von ihm erweitert durch live hinzugefügte Elemente. Dazu sind in der Kuppel von Klaus-Dieter Unger (PlaBo) die passenden „Sternenbilder“ zu sehen, die ebenfalls in Echtzeit projiziert werden. 

Die Premiere im Mai habe ich leider nicht besuchen können; dass ich da was verpasst habe wurde bei dieser zweiten Veranstaltung schnell deutlich.

Frau Prof. Dr. Hüttemeister eröffnete den Abend und kündigte an, dass Sound Of Sky eine dauerhafte Reihe werden sollte. Angesichts der erfreulich großen Zahl von ca. 160 Zuschauern kann man wohl auch zuversichtlich in die Zukunft schauen. Das Publikum war durchaus „bunt gemischt“ und beschränkte sich keineswegs auf die sonst bei EM-Veranstaltungen anwesenden Fans.

Eine ebenfalls bunte Mischung präsentierte Stefan Erbe über die Lautsprecher. Es finden sich in der Playlist bekannte Elektroniker wie Bernd Kistenmacher, Fanger & Schönwälder und natürlich Stefan Erbe selbst neben in der EM-Szene eher ungewöhnlichen Namen wie Röyksopp oder Der Dritte Raum. Immer aber ist die Auswahl stimmig, melodiöse Stücke wechselten mit eher rhythmischen ab, schnellere Titel mit ruhigeren. Die Projektionen von Klaus-Dieter Unger passten perfekt. Bei einem Stück gerieten diese regelrecht zu einer optischen Achterbahnfahrt. Das war im Publikum auch deutlich zu spüren; danach brauchten die Augen und der Kopf eine etwas ruhigere Phase.

Eine kleine Neuerung gab es zur ersten Vorstellung schon: Es wurde eine Kamera installiert, die die Möglichkeit bietet, Stefan Erbe „auf die Finger zu sehen“. Die Gelegenheit wurde auch ein Mal genutzt, und für eine kurze Zeit sah man in der Kuppel die Übertragung von Stefans Live-Spiel. Die am technischen Umfeld, also genutzte Synthesizer, PCs o. a., interessierten Zuschauer würden keinen Mehrwert davon haben. Man konnte – auch aufgrund der beschränkten Lichtverhältnisse – nur Stefans Finger sehen, wie sie die Keyboardtasten spielten. Ästhetisch war es aber sehr gut. Das Schwarz-Weiß wirkte auf mich eher „künstlerisch“ als informativ. Solche Einsprengsel dürften ruhig zwei bis drei Mal an solch einem Abend kommen – soweit es das Konzept der weiteren Projektionen nicht stört.

Aus den 12 ausgewählten Musikstücken wurden knapp 70 Minuten Programm gemacht, und ich kann einen Besuch von Sound Of Sky im PlaBo nur wärmstens empfehlen. Ich meine, da hat Stefan Erbe ein prima Konzept gefunden, Elektronische Musik einem breiteren Publikum vorzustellen. Ein solcher Abend ist für Leute, die einfach nur genießen wollen genauso geeignet, wie für diejenigen, die neue Musik kennen lernen wollen. Der Reihe ist großer Erfolg zu wünschen.

Jeden Monat ist eine neue Ausgabe zu sehen und zu hören, mit immer anderer Musik und immer neuen Bildern aus dem All. Die Anfangszeiten variieren, aber an Samstagen sollte das eigentlich nicht zum „Show-Stopper“ werden.

Andreas Pawlowski

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