Rezensionen

renevanderwouden fixusnaturalisKurz nachdem der niederländische Elektronikmusiker René van der Wouden sein Album „Numerus Fixus“ im Jahr 2009 fertig gestellt hatte (es ist im Jahr 2010 als CD erschienen), machte sich René an den Nachfolger „Fixus Naturalis“, das er im Sommer 2011 als CDR herausbringt. Wandelte „Numerus Fixus“ noch auf dem Pfad der „Berliner Schule“, so bewegen sich die Stücke auf „Fixus Naturalis“ eher im Ambientbereich. Fünf neue Tracks hat René auf dem Album untergebracht. Bis auf einen Track liegen alle Stücke jenseits der Zwölf-Minuten-Marke.

Auch auf diesem Album hat René die fünf Stücke in Parts unterteilt. Gleich der Opener „Fixus Naturalis Part 1“ zeigt wunderbar entspannende Flächen, die mit Synthiesounds unterlegt sind, die wie künstliche Wassergeräusche klingen. Sofort schweben die Gedanken in unendliche Weiten und man findet sich auf einer Sonnendurchfluteten grünen Wiese wieder. Gut zwölf Minuten hebt man so ab und befindet sich in totaler Entspannung.

„Part 2“ mit seinen fast 14 Minuten übernimmt die Stimmung aus dem ersten Track und führt sie ansatzlos fort. Auch hier werden von René Stimmungen durch weit angelegte Flächen erzeugt, auf denen einige Harmonielinien und Effekte gelegt sind. Durch die Geräusche, die denen in „Part 1“ ähneln, bleibt man in dieser ambienten Atmosphäre gefangen.

Etwas anders stellt sich das mit dem 3:36 Minuten dauernden, kürzesten Stück, „Part 3“, dar. Zwar werden hier auch wieder ambiente Stimmungen erzeugt, doch wirkt dieser Track futuristisch und ich sehe hier vor meinem geistigen Auge eher eine Raumstation durch das All schweben. Auch geht es hier eine Spur experimenteller zu.

Ebenso ergeht es dem Hörer bei „Part 4“, denn auch hier schweben die Flächen eher futuristisch durch den Raum. Ich kann mir gut vorstellen wie ein Raumschiff langsam durch den Orbit eines Planeten schwebt. Wie schon bei den vorangegangenen Stücken entwickeln sich die Harmonien nur langsam. Zum Ende hin schält sich dann doch noch eine Melodielinie heraus, die aber ein wenig im Hintergrund bleibt.

Den Abschluss bildet dann das fast 21minütige Stück „Fixus Naturalis Part 5“. Hier lässt es René zu den Flächen ordentlich rauschen und zirpen. Auch dieser Track hat für mich weniger von Natur, als mehr von spacigem, schwebenden Sound. Und doch kommen im Mittelteil Klänge, die an Naturgeräusche erinnern und ein Sound, der an Vangelis denken lässt hinzu.

René van der Wouden hat mit „Fixus Naturalis“ ein ambientes und spaciges Werk hingelegt, das nicht wirklich an „Numerus Fixus“ anschließt. Vielmehr zeigt sich René von einer etwas anderen, der „Berliner Schule“ abgewandten Seite. Aber auch mit diesem Stil macht er eine gute Figur, denn die Flächen und Harmoniebögen, die sich nur langsam entfalten, lassen reichlich Raum um die Gedanken fliegen zu lassen. Ein entspanntes und beruhigendes Werk.

Stephan Schelle www.musikzirkus-magazin.de

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