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Bernd-Michael Land - Begegnungen (ich sehe dich)

Bernd-Michael Land - Begegnungen

Begegnungen sind im Leben essenziell - sie geben Denkanstöße, versichern uns unserer Rolle in der Gesellschaft und liefern Feedback zu unserem eigenen Handeln und Reden. Die Lockdowns der letzten Jahre haben vielen von uns vor Augen geführt, was ohne sie im Leben fehlt.

In noch stärkerem Masse gilt dies für Künstler, die aus Begegnungen Inspiration ziehen können. Bernd-Michael Land hat 'Begegnungen' gleich zum Namen seines neuesten Werkes gemacht. Darauf sticht als Titel 'Ma ven wa' hervor: Der kamerunische Sänger Amourel Marius Tsogo spricht in seiner Muttersprache das aus, was Begegnungen für Bernd bedeuten - und das mit ganz sparsamer Instrumentierung.  Dankenswerterweise müssen wir nicht das Internet für eine Übersetzung bemühen, sie ist in dem - wie immer mit viel Mühe und Aufwand gestalteten - Booklet abgedruckt. Aber auch ohne den Text zu verstehen, kann man diesen Track einfach auf sich wirken lassen, denn Tsogos Sprechweise entfaltet ihre ganz eigene Rhythmik und Qualität.

Wo wir beim Thema 'Mühe' sind - wie Bernds frühere Alben auch, ist 'Begegnungen' nicht zum Nebenher-Konsumieren gemacht.  Es will bewusst und konzentriert gehört werden, und belohnt uns dafür in jedem Titel mit einer ganz eigenen, und meist unerwarteten akustischen Begegnung: Da wechseln minimalistische Titel, in denen Bernd einzelne elektronische Sounds in ihrer Reinheit (und Rohheit) für sich stehen lässt, mit sanften versöhnlichen Melodien ab. Dabei ist Bernd immer authentisch und niemals darauf aus, etwas schon einmal da Gewesenes zu reproduzieren.

Lässt man sich darauf ein, ist 'Begegnungen' ein Album, das im Gedächtnis haften bleibt, und zum Nachdenken über Musik an sich anregt. In der Art, wie sich ein Titel an den nächsten reiht, erinnert es mich an Bernd-Michael Lands Auftritt auf dem diesjährigen E-Day in Eindhoven. Nach wie vor geht er seinen eigenen Weg, bleibt dabei aber stets offen für Neues. Wir sind gespannt, zu welchen Begegnungen Bernd seine Wege in Zukunft führen werden!

Alfred Arnold

 

Über Empulsiv

Empulsiv wurde 2011 als Webzine für (traditionelle) elektronische Musik gegründet. Es berichtete über ein Jahrzehnt von musikalischen Events und über Veröffentlichungen, präsentierte Interviews und Neuigkeiten aus der Szene. Ende 2022 wurde das Webzine eingestellt. Es wird nun als Infoportal mit Eventkalendar, Linksammlung und Archiv fortgeführt, so dass Neues sowies Vergangenes weiterhin gefunden werden kann.