Empulsiv schließt die Tore

Empulsiv hört auf und schließt seine „Web-Tore“ zum Jahresende

Am 31.12.2022 wird das Webzine Empulsiv offiziell seine Arbeit beenden und verabschiedet sich von seinen Lesern, den Musikern und vielen EM-Fans mit dem Hinweis: „ Wir sind dankbar 11 Jahre die hiesige Szene der (hauptsächlich traditionellen) elektronischen Musik begleitet zu haben, viele interessante Gesprächspartner, ereignisreiche Events und tolle Alben rezensiert und beschrieben zu haben.“ Alle mitwirkenden Redakteure haben dies nicht nur unentgeltlich getan, sondern immer aus dem Grund des direkten Supports und hatten damit einen großen Anteil, unser Musik-Genre ein wenig populärer zu machen. Immerhin wurde der Artikel mit den meisten Zugriffen über 650.000 Mal besucht. Auch unsere Link- und Terminarchiv...

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Musik als lebensbegleitendes Element? Erinnerungsgeber für Meilensteine der eigenen Vergangenheit? Klingender Kalender für Situationen, die wir unseren Kindern erzählten?

Klar, jeder von uns hat diese Momente, für die er ein Musikstück aus der Kiste kramt und sicher ist, dass es auch dieser Sound war, der den Augenblick oder die Zeit so besonders gemacht hat. Das erste Livekonzert, ein Urlaub in Italien, die großen Liebesschnulzenkatstrophen, das erste Auto … was auch immer! Es gibt sie, die unvergesslichen „Musik meets Emotionen“-Momente!

Aber mal ehrlich, lässt dies nicht deutlich nach? Trügt der Eindruck? Haben wir diese Kausalität nicht beinahe verloren? Gibt es immer weniger audiophile Gefühls-Ereignisse die wir in unserem Gedankenspeicher mit uns herumtragen?

Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass ich persönliche Klangkombinationen im flüchtigen Synapsenspeicher vorfinde, die mich die letzten Jahren emotional tangiert haben. Ok, es gibt da ein paar gehypte Medienmelodien, wie beispielsweise Enyas Song zur New Yorker Zwillingsturmkatastrophe, aber ein typischer Sound für die Zeit nach dem Millenium will mir einfach nicht präsent werden. Also ein Zeitalter ohne stilprägende Erneuerungen? So wird es wohl sein, denn schon seit einer gefühlten Ewigkeit, hat sich die Musik von typischen Lebenseinstellungen, politischen Statements und äußerlicher Darstellungsformen gelöst. Jeder darf alles hören. Punk und Wave sind heute socialized und gefacebookt, Techno konsumgeformt und Rock´n Roll ist ein Werbebanner für Pflegestufe-Ambitionierte die immer noch darauf hoffen, nicht alt zu werden.

Wo sind die neuen Stones, Beatles und Presleys? Die TDs, Schulzes und Kraftwerker? Die Polices, Sex Pistols und Modes? Wieso hat die Musikwelt vergessen, dass sie auch einem Anspruch unterliegt, sich nicht nur medientauglich zu erneuern?! Es gibt somit scheinbar keine Innovationen, keine neuen Musikrichtungen und keine wegweisenden Stilrichtungen mehr? Ist somit alles erfunden? Ist jede Note gespielt? Gibt es keine Gesellschaftshaltungen mehr, in der sich die Musik wieder finden kann? 

Scheinbar nicht, denn kaum etwas von der aktuellen Musik hat eine Wirkung, die Menschen über das Konsumieren hinaus, auch zu einer „Bewegung“ zu motivieren. Vielleicht ist es aber auch einfach nur die unendliche Flut an Informationen, aus der wir die einzelnen Botschaften nicht mehr wahrnehmen. Das viel zu große Angebot an Möglichkeiten, sich und andere nur noch beiläufig berieseln zu lassen und der Einsicht des wegsterbenden Genres geschuldet, tonerzeugtes nicht mehr als Medium der Meinung zu betrachten.

Wo ist bloß die Musik geblieben?

Stefan Erbe 

Rezensionen

Berichte

E-Live 2022 - Selbst ist der Boots

Als Konzert-Veranstalter hat man's nicht leicht in diesen Zeiten: Hinter jeder Ecke lauert eine meist unangenehme Überraschung, und wenn man einmal glaubt, man hätte alles im Griff, dann passiert doch wieder irgendetwas und man muss die Pläne ändern. Groove-Chef Ron Boots wird davon mittlerweile ein Lied singen können. Nach einem E-Live und einem E-Day hatte sich das NatLab gerade ein wenig als neue Heimstatt etabliert, da zwangen finanzielle Umstände ihn dazu, sich wieder nach einer neuen Location umzusehen. Wir wissen nicht, wie schwierig die Suche nach einer neuen "Bleibe" war, aber sie hat sicher mit dazu beigetragen, dass der Termin für das diesjährige E-Live ungewöhnlich spät im Jahr lag - Mitte... Weiterlesen ...

Zeitreise unter den Sternen - Moonbooter im (neuen) Planetarium Münster

Unter den Orten, an denen man vor der Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns regelmäßig elektronische Musik live hören konnte, und an denen das mittlerweile auch wieder der Fall ist, fehlte noch einer, nämlich das Planetarium des LWL-Museums in Münster. Regelmäßiger Organisator war hier Bernd "Moonbooter" Scholl, der meist nicht nur selber gespielt, sondern auch den einen oder anderen Gast noch dazu eingeladen hatte. Das letzte Mal, dass dem so war, war im Herbst 2019. Dann kam die Zeit der Lockdowns, und als im Sommer des letzten Jahres zum ersten Mal wieder Veranstaltungen unter einigermaßen "normalen" Bedingungen erlaubt waren, wurde Bernds Heim in der Eifel Opfer der Flutkatastrophe - für viele... Weiterlesen ...

Empulsiv hört auf und schließt seine „Web-Tore“ zum Jahresende

Am 31.12.2022 wird das Webzine Empulsiv offiziell seine Arbeit beenden und verabschiedet sich von seinen Lesern, den Musikern und vielen EM-Fans mit dem Hinweis: „ Wir sind dankbar 11 Jahre die hiesige Szene der (hauptsächlich traditionellen) elektronischen Musik begleitet zu haben, viele interessante Gesprächspartner, ereignisreiche Events und tolle Alben rezensiert und beschrieben zu haben.“ Alle mitwirkenden Redakteure haben dies nicht nur unentgeltlich getan, sondern immer aus dem Grund des direkten Supports und hatten damit einen großen Anteil, unser Musik-Genre ein wenig populärer zu machen. Immerhin wurde der Artikel mit den meisten Zugriffen über 650.000 Mal besucht. Auch unsere Link- und Terminarchiv... Weiterlesen ...

Langes Warten, Große Show - Kraftwerk in Bonn

Wie Ihr vielleicht auch, habe ich bei mir zu Hause in der Küche so ein schwarzes Brett, an dem alles landet, was nicht vergessen werden darf oder noch erledigt werden muss. Dort landen bei mir auch im Vorverkauf erworbene Tickets, die an dem Tag wieder abgehängt werden, wenn es so weit ist. Eines davon hat sich aber über mehr als zwei Jahre diesem Schicksal hartnäckig widersetzt, nämlich die Eintrittskarte für das Kraftwerk-Konzert in Bonn: Gekauft noch vor dem ersten Lockdown, mit dem 16. Mai 2020 als Termin versehen, sowie der Werbung für das Beethoven-Jahr 2020, das ja aus bekannten Gründen größtenteils ausgefallen ist. Anstatt benutzt zu werden, landete auf ihm... Weiterlesen ...

Großes in der großen Kirche - Remy und Ron Boots & Friends in Haarlem

Unweit von Amsterdam, der großen Hauptstadt der Niederlande, nur noch ein kleines Stück weiter Richtung Küste, liegt die etwas kleinere Stadt Haarlem. In Haarlem steht auf dem Marktplatz eine Kirche, die ob ihrer Ausmaße die "Grote Kerk" geheißen wird. An diesem Samstag stehe ich zum ersten Mal vor diesem Bauwerk, und der Grund dafür ist - wie sollte es bei einem Bericht in diesem Magazin auch anders sein - dass elektronische Musik heute in ihr erklingen wird. Die St. Bavo Kerk in Haarlem ist nämlich eine weitere Station auf dem sehr langen Weg, die originale Besetzung von "Phase 3" (Ron Boots, Ian Boddy und Harold van der Heijden) wieder auf... Weiterlesen ...

Zeitreise unter den Sternen - Sound of Sky goes History

Wenn ich in ein paar Jahren auf 2022 zurück blicke, dann wird diese Jahreszahl - sicher nicht nur bei mir - eher gemischte Erinnerungen wecken. Das Corona-Virus ist zwar so weit gebändigt, dass wieder Live-Konzerte stattfinden dürfen. Es wird in den Annalen der EM-Szene aber in erster Linie das Jahr sein, in dem so viele Musiker ihre kosmische Adresse geändert haben. Neben Namen, die außerhalb unserer Szene (leider) eher wenig Bekanntheit erlangt haben, stechen daraus natürlich Klaus Schulze und Vangelis hervor. Weiterlesen ...

Magazin

Schiller im Interview - Zufälle und alles bleibt anders

Wer in diesen Tagen die Elektromusikalische-Konzertlandschaft betrachtet, wird sicher auch über die vielen kommenden Arena-Tour-Termine von Schiller stolpern und sich gedanklich kopfnickend nicht mehr darüber wundern, dass sich Christoper von Deylen über die letzten 20 Jahre eine erstaunlich große Fanbase geschaffen hat. Dabei gilt dies mittlerweile nicht nur für den deutschen Raum, sondern auch für viele andere Länder und deren Events, wie z. B. vor ein paar Wochen in Moskau. Selbst sein Ausflug in den Iran versammelte dort 30.000 Besucher und hinterließ ein besonderes Highlight, von dem er in diesem Interview berichten wird. Aber nicht nur seine Erzählungen von den vielen... Weiterlesen ...

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