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Dieses Privatfestival ist mittlerweile zu einer richtigen Kultur-Institution herangewachsen: die EM-Party in Winnies Garten. Mitorganisiert vom Team des Electronic Circus gab es dieses Mal an einem sehr langen Samstag 6 Live-Acts zu bestaunen und genießen: René Splinter, Tax-5, Glenn Main, Uwe Reckzeh, Vraigaist und Pyramid Peak.



Die Gartenpforte öffnete bereits um 13 Uhr, allerdings nur für geladene Gäste. Bei herrlichem Sonnenschein war der erste Gang des Berichterstatters natürlich ein Besuch des Verpflegungsstandes, an dem sich bereits gut gebräunte Bratwürste und Steaks sonnten. Neben Gegrilltem, Salat und leckerem Kuchen wurde auch ein veganes Thai-Curry angeboten, das sich als extrem schmackhaft erwies.

Die vor der als Bühne genutzten Terasse aufgereihte Phalanx diverser Stühle und Bänke war bereits kurz nach 14 Uhr gut besetzt, als das erste Konzert begann. Der Niederländer René Splinter begann den Reigen elektronischer Leckerbissen. Der mittlerweile fast schon routinierte Tastenkünstler schickte die Zuhörer auch direkt auf die Berliner Reise mit seiner an Tangerine Dream orientierten Musik. Mit mehreren Stücken auch von seiner aktuellen CD begeisterte er das Publikum und sorgte für einen tollen Einstieg in den Musiknachmittag.

Wie bereits im Jahr zuvor, war auch Stephan Schällmann alias Tax-5 wieder zu Gast. Schien er zu Anfang ein wenig mit technischem Pech verfolgt, als einige seiner Geräte kurzzeitig ausfielen, so brachte er dann jedoch mit etwas knalligeren Rhythmen und Sequenzen die Zuschauer und -hörer zum Wippen. Neben bei Kennern beliebten Tracks, waren unter seinen Stücken auch einige seines neuen Albums, das zum Ende des Jahres hin erscheinen soll.

Knaller des Nachmittags war sicherlich der Auftritt von Glenn Main aus Norwegen. Wer ihn auf dem Circus in 2011 bereits erleben konnte, wurde auch diesesmal nicht enttäuscht. Mit einer guten Mischung aus chilligem, tanzbaren und improvisierten Stücken vor allem auch von seinem aktuellen Album löste er eine Begeisterungswelle aus. Zumal sein an Jean-Michel Jarre angelehnter Musikstil auch die richtige Abwechslung brachte. Natürlich merkte man seiner Darbietung auch an, dass Glenn Profi-Musiker ist. So ist es eine wahre Freude, ihm beim Spielen auf der Bühne zuzusehen.

Nach einer etwas längeren Pause (die Agenda war ohnehin schon eine Stunde in Verzug) betrat Uwe Reckzeh die Bühne. Diese hat er speziell vorbereitet und sich mit Wänden aus Reflektionsfolie eine kleine "Diskohöhle" gebaut. Wegen der recht kräftigen Nebelmaschine hatte man teilweise den Eindruck, dass er in einem Backofen stünde, wodurch sich allerdings der Eindruck heißer Sequenzen auch visuell verstärkte. Uwe spielte viele Stücke seines aktuellen Albums Mirror Images, aber auch von Subsesizer, das in diesem Jahr für die Schallwelle nominiert war. Natürlich mit leichtem Lokal-Vorteil versehen, aber auch so spielte er sich in die Herzen des jubelnden Publikums.

Den mittlerweile sehr späten Abend eröffnete die in EM-Kreisen weniger bekannte Gruppe Vraigaist. Die eher ruhige, chillige Musik des Trios geht eher in Richtung Lounge. Mit einer Mischung aus synthetischen Klängen, (echtem) Saxophon und Gesang schuf die Truppe eine sehr entspannte Stimmung. Sicher für einige ein willkommenes Intermezzo.

Zum Abschluss, und bereits nach Mitternacht, durften zwei Drittel von Pyramid Peak an ihre Tasten. Trotz erkrankten Drummer, dessen Rhythmen dann aus der Konserve eingespielt wurden, brachten sie zu früher Stunde flotte Beats und Sequenzen auf die Bühne. Zu diversen Videos aus Luft- und Raumfahrt, und das bei sternenklarer Nacht, genossen eine erstaunlich große Zahl Zuhörer die Musik und belohnten die Musiker mit brandendem Applaus.

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