Rezensionen

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Das Album resp. der Download „Anentropic Potential“ ist die Bearbeitung eines Konzerts, das Bernhard Wöstheinrich und Nadim Haque im Dezember 2010 bei „Codos Traumreisen“ auf eldoradio (http://www.eldoradio.uni-dortmund.de/codo/onair) gespielt haben. Diese bearbeitete Fassung stellten die beiden in der Sendung vom 1. Juni 2011 persönlich vor.

Nadim Haque sagte von sich selbst, dass er Geräusche und Klänge liebt. Das hinterlässt in der Musik entsprechende Spuren. Einzelne Sounds, die durchaus recht eigenwillig sein können, ziehen sich wie ein roter Faden durch fast das gesamte Werk, oder kehren zumindest immer wieder. Es sind Klaviersounds zu hören, viel Percussion, etliches klingt sehr organisch, vieles andere höchst elektronisch. 

Das Album beginnt im Titel „Entropy I: Home Was Never a Paradise” nicht mit einer Art freier Klangwelt, wie es so oft in der Elektronischen Musik vorkommt, sondern mit Klaviersounds, wie improvisiert. Eigenwillige Sounds übernehmen nach wenigen Minuten die Führung und bilden in der Folge rhythmische Strukturen.

Das Stück „Entropy II: Life After Science” bietet harmonische Grundtöne und eine gewisse romantische Stimmung (wohlgemerkt: nicht kitschig). Das wirkt in etwa wie Filmmusik zu einem Melodrama. In der zweiten Hälfte des Stücks wird diese Stimmung wieder aufgebrochen durch (mutmaßlich) durch Nadim generierte Klänge und wieder Klavierimprovisationen, ohne die romantische Stimmung aufzugeben.

Im Titel „Space Eater II: Where There Once Was Something, There Will Never Again Be Anything“ kommen die faszinierenden Klangwelten Nadim Haques stärker zum Vorschein. Bei diesem Stück kann man sich die im Titel anklingende Ödnis und Leere sehr bildhaft vorstellen.

„Space Eater III: Void Dance“ wird eröffnet mit „kosmisch“ wirkenden Geräuschen. Später steigt eine tolle Sequenz auf, die angemessen technisch klingt, wenn ich das so ausdrücken kann.

„A Beginning III: Resuming Evolution“ ist ein positiver, harmonischer Abschluss des Werkes und melodischer als andere Stücke.

Meiner Meinung nach ist „Anentropic Potential“ nichts zum „nebenbei-hören“, es erfordert Aufmerksamkeit. Das ist aber gerechtfertigt, denn Bernhard und Nadim entlohnen den Hörer mit einem Werk voller faszinierender Sounds. Sie präsentieren ein Abenteuer in einer anderen Welt und akustischen Science Fiction.

Bezug:  www.iapetus-store.com

Andreas Pawlowski

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