Auch im dritten Teil von Robert Schroeders neuen Frequenzen werkelt wieder alldas, was dem Altmeister synergetischer Syntheticals so unter die Finger gekommen ist und ein bisschen Abseits der typischen EM zuhause war. Roberts Vocal-Samples, Lounge-Elemente als auch Retrosounds lassen uns oft an die Zeit der 80er und 90er erinnern, denn einige Hooks und Riffs entspringen dem Muster der damaligen Tunes. Macht aber nix, denn Freunde dieser EM-Epoche erfreuen sich über eine Fortführung, die das Beste von Gestern und Heute zusammenbringt. Eben einfach zeitlos, diese Frequenzen.
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Stefan Erbe
In manchen Fällen ist man wirklich dankbar, dass man zur schreibenden Fraktion der Musik-Bewerter gehört, denn wäre der aktuelle Rezi-Release Bestandteil (m)einer Radiosendung, würde ich mich wohl gleich aller emotionaler Impressionen des Longplayers bedienen müssen, denn die Titelnamen der auserwählten Stücke versprechen nicht nur unaussprechliche komplexe Inhalte, sondern sie umfassen auch verschiedene Sprachen und spezifische Bezeichnungen für menschliche Gemütszustände. "Je L'ai Calissee La“ von Mario Hammer and the lonely Robot erschien bereits schon im Jahr 2017, wird aber sicher noch weitere Analog-Enthusiasten finden, die sich den gewagten Soundfraktalen von M.H. hingeben werden können. Der reduzierte Plot der VÖ fasziniert, keine Frage, ob er aber jede imaginäre Emotionalität getroffen hat, werden wir erst dann wissen, wenn man sie selbst beim Zuhören durchleben konnte.
https://kompakt.fm/releases/je_l_ai_ca_lisse_e_la
Stefan Erbe
Lag es an meiner letzten Rezension, wo ich mich als Fan auch von etwas "abseitigerer" elektronischer Musik geoutet hatte, dass mir "The Incident" von Klangwelt in die Mailbox geflattert ist? Ich weiß es nicht, aber bereut habe ich es auf jeden Fall nicht. Um was für einen "Vorfall" es in diesem Album geht, habe ich nicht herausgefunden. Bilder brennender Pilze auf dem Cover, sowie in die Tracks eingestreute Notfalldurchsagen und Sirenen lassen bei einem Aachener Gedanken an gewisse Atommeiler auf der anderen Seite der Grenze zu.
Und wieder einmal haben sich die synthetischen 4 von EFFS zusammengefunden, um der Nachwelt ein 7-trackiges Album zu hinterlassen. Der EM-Fachmann weiß sogleich, dass sich die Herren Erren, Fleissig, Schöttler und Steffen dafür vorher in die benachbarten Niederlande begeben haben und im heimeligen Küstenstädtchen Ouddorp ihre Ideen in Live-Sessions aufzunehmen. Wie auch bei den vorherigen Alben entstand so erneut die urlaubsreife Synergie, die dieses mal ab Track 3 so richtig Fahrt aufnimmt und anders als sonst, eine besondere rhythmische und perkussive Note erhalten hat. Die ausgefeilten Beats erzeugen einen Charakter, der sich (so empfindets der Rezenseur) von den bisherigen Veröffentlichungen unterscheidet. Aber keine Sorge, EFSS bleiben ihrem restlichen und sequenzierten Berlin-School-Sound treu und variieren gekonnt den grosszügigen Spannungsbogen in gewohnter Qualität. Wie immer Ein- und ausladend!