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Ein Ende, das keines ist - Hello 2026 im Planetarium Bochum

Der Weihnachtsbaum wird noch in dem meisten Wohnzimmern stehen, wenn das Jahr sich dem Ende zuneigt und an vielen Orten eine Bilanz der letzten zwölf Monate gezogen wird. Der Schallwende-Verein hingegen blickt zu dieser Zeit traditionell schon aufs nächste Jahr: Das letzte Veranstaltung des Vereins im Jahr trägt die Zahl des kommenden Jahres im Namen, und es wird mit einem "Hello" begrüßt.

Hello 2026

Man könnte denken, Familie, Freunde und private Feste würden zwischen den Feiertagen so viel Zeit binden, dass gar keine Zeit wäre, auch noch ein EM-Konzert zu besuchen. "Hello" lehrt aber seit vielen Jahren etwas anderes, und das liegt sicher auch mit daran, dass der Termin am 30. Dezember im Planetarium Bochum seit vielen Jahren etabliert ist - er ist fest eingeplant, und man trifft sich quasi hier noch einmal mit dem Rest der "EM-Familie".

Ein weiterer Punkt ist aber auch sicher, dass es dem Schallwende-Vorsitzenden Klaus-Ulrich-Sommerfeld seit Jahren gelingt, für diesen Abend einen Act einzuladen, der auch ansonsten für ein volles Haus gut ist. Der Schreiber dieser Zeilen kann sich an kein "Hello" in den letzten Jahren erinnern, das nicht ausverkauft gewesen wäre. Und in diesem Jahr sind die Karten ganz besonders schnell verkauft worden, denn niemand anderes als 'Mr. Bombastic' Ron Boots war für "Hello 2026" angekündigt worden. Und auch wenn Ron solo spielen kann, tut er das lieber mit guten Freunden. Dieses Mal ist Frank Dorittke mit von der Partie, für den die kleine Bühne im Bochumer Kuppelrund wie für Ron kein Neuland ist. Auch zusammen haben Ron und Frank hier bereits mehr als einmal gespielt.

Die Erwartungen waren also alles andere als gering, als ich mich mit zwei Freunden auf den Weg von Aachen ins Herz vom 'Pott' mache.  Wie oft bin ich ihn in den letzten zehn, fünfzehn Jahren gefahren? Genauso vertraut ist der Anblick der Kuppel. In den 60er-Jahren erbaut, erinnert sie mich mit ihrer geschwungenen Form immer ein wenig an das Raumschiff Orion aus der "Raumpatrouille". Das Gebäude steht schon seit vielen Jahren unter Denkmalschutz, und der Beton hat bisher den Zeiten und Elementen stand gehalten. In der Kuppel ist die Technik natürlich immer wieder auf den neuesten Stand gebracht worden.

Bis wir selbige betreten dürfen, ist allerdings noch ein wenig Zeit.  Der Weg hat keine ungeplanten Verzögerungen beschert, und so ist es noch über eine Stunde bis zum Beginn des ersten Teils. Das Foyer ist noch recht leer, und auch aus dem Saal dringen keine Sounds nach draußen. Die letzte Vorstellung ist also schon vorbei, und auch der letzte Soundcheck zur Zufriedenheit verlaufen. Sowohl Ron als auch Frank machen einen entspannten Eindruck, was mich besonders für Ron freut - der wird mit seinem Umzug nach Belgien in den letzten Wochen einiges an Arbeit und Stress gehabt haben. Damit ist Zeit für das Abendessen, was bisher hatte warten müssen - auch unsere Nachbarn im Westen mögen italienische Spezialitäten...

Ein unerwarteter Gast kommt auch gerade vorbei: Stephan Whitlan ist von der anderen Seite des Kanals angereist, und das nicht nur als Zuschauer.  Er wird Frank und Ron heute auch an den Keyboards unterstützen, und in Gedanken male ich mir gerade aus, wie eng es auf der nicht allzu großen Bühne zugehen wird. Sie ist vermutlich ähnlich voll wie der Tisch, auf dem Monique das aktuelle Sortiment des Groove-Labels ausgebreitet hat. Noch ist nicht alles nach dem Umzug wieder aus den Kartons aufgetaucht, aber auch das, was hier ausliegt, reicht bequem, um auch größere Geldgeschenke wieder zu reinvestieren. Gänzlich kostenlos gib es hier "The Gift": Eine CD, die Ron, Frank und Stephan extra für diesen Abend als Geschenk an alle Besucher produziert haben.  Als 'Quittung' wird ein kleines Herz in die Eintrittskarte gestanzt - was das Ticket auch wieder zu einem Souvenir macht...

Nicht übersehen sollte man, was Stefan Erbe am Tisch daneben hat - nicht nur Silberlinge aktueller und älterer Werke, sondern auch T-Shirts und USB-Sticks in originellen Verpackungen. Shirts und Sticks stammen aus Frau Erbes Werkstatt, und jedes Stück ist quasi ein Unikat in einem etwas anderen Farbton.  Neue Objekte sind im Vergleich zum Breakfast vor einem Monat zwar nicht dabei, aber es sind genug Besucher da, die das 'aktuelle Sortiment' heute zum ersten Mal sehen. So wird beim Plausch über Musik und Musik-Machen auch hier das eine oder andere Geld-gegen-Ware-Geschäft abgewickelt.

Überhaupt, die Gespräche: Das Foyer hat sich mittlerweile so gefüllt, wie man es bei einem ausverkauften Saal erwarten darf. Eine knappe Stunde ist viel zu kurz, um überall auch nur einmal kurz die Hände zu schütteln und sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen. An dieser Stelle möchte der Autor sich auch einmal für die vielen nachträglichen Geburtstags-Glückwünsche bedanken, denn der eigene 'Ehrentag' liegt genau einen Tag vor 'Hello'.

In dieses große Familientreffen hinein erschallt der vertraute Gong, mit ein bevorstehender Einlass angekündigt wird. Der kleine Zeiger auf der Uhr steht auf der Neun, und der große Zeiger hat die Zwölf erreicht - einem pünktlichen Konzertbeginn steht also nichts im Weg. Für Hast und Drängelei besteht also kein Anlass, auch weil die Tickets Platzkarten sind.  Nun kann man auch sehen, dass Ron, Stephan und Frank sich gut auf der beschränkten Fläche einzurichten wussten. Es wirkt überhaupt nicht gedrängt und wenn ein Tisch fehlt, dann tun es auch ein paar leere Bierkisten der lokalen Marke 'Fiege'.  Mein Platz ist direkt vor der Bühne, in der ersten Reihe, und daher mit der Möglichkeit, auch einmal aufzustehen und das Geschehen auf der Bühne auch einmal aus anderer Perspektive aufzunehmen. Fotografieren im Dunkel einer Planetariumskuppel ist zwar immer eine besondere Herausforderung, aber irgendwie "hätt et noch immer jot jejange".

Warum ich jetzt hier, mitten im Ruhrpott, auf eine rheinische Redensart komme?  Weil Frau Professor Hüttemeister in ihren einführenden Worten davon ebenso Gebrauch macht. Im Rheinland heißt es, wenn man etwas zum zweiten Mal tut, wäre es bereits eine Tradition, und wenn es das dritte Mal ist, dann hat es bereits den Status des Brauchtums erreicht. Das wievielte "Hello" ist das heutige eigentlich? Das müsste auch Klaus Sommerfeld erst einmal recherchieren, der das Mikrofon übernimmt, aber der Brauchtums-Status ist nach dieser Definition sicher schon vielfach erreicht. Auch Ron und Frank sind hier bei "Hello" mindestens zum dritten Mal, und fühlen sich sichtlich wohl. Das Konzert wird zwei Teile haben, mit einer gut zwanzig-minütigen Pause dazwischen. Dann ist Gelegenheit, dringendes zu erledigen - wer jetzt noch aus dem Saal muss, muss leider bis zur Pause auch draußen bleiben.

Es war angekündigt, dass Ron und Frank getrennt spielen werden. Also wer eröffnet den Abend? Ron lässt Frank den Vortritt. Der ist zwar vor allem für seine Gitarre bekannt, aber die bleibt für den Moment noch in ihrem Ständer. Frank ist an den Keyboards genauso virtuos und veröffentlicht auch regelmäßig reine Elektronik-Alben. Mit Titeln aus solchen eröffnet er den Abend, nachdem das Licht in der Kuppel herunter gedimmt wurde.

In Franks Elektronik-Titeln mischt sich all das, woraus die 'klassische EM' besteht, auf aller feinste Weise: Melodie, Sequenzen und Flächen, und das Verhältnis dieser Zutaten kann Frank nach Belieben einstellen, dass sich daraus ganz verschiedene Stimmungen ergeben. So ist der Einstieg eher verhalten, und Klaus-Dieter Unger zaubert dafür 'ganz puristisch' den Sternenhimmel an die Kuppeldecke. Nur gelegentlich zieht ein Planet darüber seine Bahn, und dementsprechend dunkel bleibt es. Frank bleibt an seinen Keyboards, die selber auch kaum 'Störlicht' abgeben, im Dunkel abgetaucht - auch für einen empfindlichen Kamera-Sensor. Da bleibt dem Fotografen für den Moment nur, sich zurückzulehnen und einfach zu genießen...

...bis Klaus Dieter Unger dem - angeblich - letzten Wunsch Goethes nachkommt und mehr Licht macht. Das kommt in Form bunter Nordlichter, und die folgenden Tracks ziehen im Tempo merklich an. Frank versteht es, auch live den passenden Spannungsbogen aufzubauen. Mit etwas mehr Licht habe ich jetzt auch die Chance, ihn bei der 'Arbeit' aufzunehmen. Gerade mit dem virtuellen Sternenhimmel im Hintergrund ergeben sich dabei überraschende und schöne Perspektiven.

Tempo und Stimmung wechseln noch eine Weile her, bis nach einer guten halben das geschieht, worauf einige vielleicht gewartet haben: Frank steht von den Keyboards auf nimmt die Gitarre zur Hand. Er ist bekannt dafür, wie gut er die Stile diverser berühmter Gitarristen zitieren kann, so dass sie direkt wieder erkennbar sind. Schlichte Covers sind aber auch nicht sein Ding, es wird immer eine ganz spezielle 'F.D. Project Extended Version' des Originals. Und bereits die ersten Takte verraten uns, was das Vorbild ist: Es ist Mike Oldfield, und die Melodie ist unverkennbar die von "To France". Die Maxi-Single davon war eines der ersten Vinyl-Alben, die ich mir in den 80er-Jahren geleistet habe, und weil man damals noch nicht das Überangebot von Musik aus dem Internet hatte, ist die Scheibe entsprechend viel gehört worden und mir im Gedächtnis hängen geblieben. Was Frank daraus macht, klingt - den heutigen Hörgewohnheiten angepasst - wärmer und voller, und nutzt das Sound-System des Planetariums voll aus. Und auch was die Länge angeht, kann Franks Version mithalten: immer wieder setzt er noch einen drauf - eine Erfahrung, die beinahe Gänsehaut macht.

Kann man da noch einen drauf setzen? Aber ja doch. Nach Mike Oldfield ist jetzt David Gilmour an der Reihe. Das komplette "The Wall" kann man im Rahmen dieser knappen Stunde natürlich nicht spielen, aber Franks Version von "We don't need no education" zeigt, wie gut er auch diesen Gitarren-Heroen zitieren kann. Und um dem 'Pink Floyd Tribute' noch eines drauf zu setzen, lässt Frank seine Version von "Wish You Were Here" folgen. Die ist am Ende von seinem Set auch genau richtig, denn sie fährt Tempo und Emotionen wieder ein wenig herunter und erlaubt uns eine 'geordnete Landung' nach diesen musikalischen Höhenflügen.

Die erste Hälfte von "Hello 2026" war schon einmal genial, kann man das noch toppen? Das wird man sehen, jetzt bekommt Frank erst mal den wohl verdienten Applaus und eine Umarmung von Ron, während Klaus uns in die Pause verabschiedet. Während Franks Auftritt draußen im Foyer sicher eines der Top-Themen sein wird, bereitet Rom sich auf den zweiten Teil vor. Aufgebaut ist ja bereits alles, nur war ein Teil der Geräte noch abgedeckt. Von seiner Keyboard-Burg umgeben, beantwortet er locker und entspannt die eine oder andere Frage.

Eine andere Frage stellt sich zum Ende der Pause, und sie ist der Grund dafür, dass sie ungeplant in die Verlängerung geht: Wo ist Klaus-Dieter Unger? Der macht heute auch wieder die 'Visuals' an der Kuppeldecke, aber heute ist ein besonderer Tag: Klaus geht Ende des Jahres in Rente, dieses "Hello" ist seine letzte Show. Damit geht eine Ära von Shows im Planetarium Bochum zu Ende, die Klaus entscheidend mit geprägt hat. In seiner Person vereinen sich nicht nur astronomisches und technisches Fachwissen, er ist selber ein großer Fan elektronischer Musik. Nicht zuletzt deswegen hat er immer ein 'gutes Händchen' gehabt, zur Musik die passenden Bilder aus einen System herauszuholen, das primär für astronomische Lehrveranstaltungen konzipiert wurde. Über die Jahre hat ihn das mit unzähligen Musikern in Kontakt gebracht, und auch mit deren ganz speziellen 'Marotten', sich auf ein Konzert vorzubereiten.

Ein ganz besonderes Kapitel waren dabei natürlich immer die "Sound of Sky" Shows mit Stefan Erbe, und Stefan rundet die Ehrung für Klaus mit seinen Worten ab. Ganz verloren wird Klaus-Dieter uns in Zukunft aber nicht gehen.  Zu einem Mini-Job hat er sich noch überreden lassen. Der ist wohl nicht mehr am Bedienpult, aber sein Nachfolger wird einen Mentor im Hintergrund haben, der große Fußstapfen hinterlassen hat...

Wird dieses "Hello" eines der Abschiede? Eben die Verabschiedung von Klaus-Dieter Unger, und jetzt ist Ron Boots an der Reihe. Schon seit Monaten geisterten Gerüchte durch die Szene, er wollte seine Live-Karriere in diesem Jahr beenden.  Seine ersten Worte scheinen das zu bestätigen: Dies wird sein letztes Live-Konzert sein! Aber er beeilt sich, einen zweiten Satz hinterher zu schieben: Er wird nur nicht mehr als Solo-Musiker auftreten. "Ron Boots and Friends" wird es weiterhin geben, sowohl heute als auch in Zukunft. Die Gründe für diese Entscheidung sind nachvollziehbar: Wir werden alle nicht jünger, und ein Konzert mit vereinten Kräften zu stemmen, ist um ein vielfaches leichter als alleine.  Außerdem hat Ron an sich selbst bemerkt, dass ihm in seinen Solo-Konzerten zum Schluss etwas die 'Spritzigkeit' gefehlt hat, und im Zusammenspiel mit anderen kann er die wieder abrufen.

So sollten wir die folgende knappe Dreiviertel Stunde genießen, denn es wird dass letzte Mal "Ron Alone on Stage" sein. Und es wird ein Auftritt, der sich schon etwas von seinen früheren unterscheidet. Kannte ich Ron als jemanden, der auf der Bühne ohne großes Vorgeplänkel mit Druck und Energie los legt, so lässt er es heute viel ruhiger und weniger explosiv angehen. Es ist fast ein Ambient-Set, was Ron in den ersten gut zwanzig Minuten spielt, und Klaus-Dieter Unger liefert dazu wieder passend den Sternenhimmel in Reinform. Romantisch und fast wehmütig wird es in einem Track, der ausnahmsweise einmal mit Gesang ist. Von Enya ist das aber noch ein gutes Stück entfernt, und Ron scheint es danach mit den sanften Klängen auch genug zu sein. Es ist ja kein Abschied, nur ein Wechsel. Härtere und flottere Sounds tragen uns bis zum Ende seines letzten Solo-Konzerts. Dann ist es an der Zeit, mit seinen Freunden zu zeigen, wohin die Reise in Zukunft gehen wird.

Dafür kommt Frank wieder auf die Bühne. Über ihn nach seinem Solo-Part viel zu sagen, das wäre fast so wie die sprichwörtlichen Eulen nach Athen zu tragen.  Aber das ist ja auch noch Stephan Whitlan, dessen Setup ein wenig versteckt im Hintergrund steht. Den betrachtet Ron als einen der besten und vielseitigsten Musiker, die wir in unserer Szene haben. Wer daran zweifelt, möge sich einmal ins Gedächtnis rufen, in welchen Formationen Stephan überall aktiv ist und mit wem er schon zusammen gespielt hat. Einer fehlt wohl noch: Rons Traum ist, dass Stephan sich mit Thorsten Quaeschning einmal für ein paar Wochen ins Studio zurück zieht - das Ergebnis wäre seiner Meinung nach das ultimative EM-Album.

Ein guter Freund fehlt heute übrigens, wird aber in Zukunft wieder dabei sein: Harold van der Heijden wirbelt sonst am Schlagzeug, ist aber über die Feiertage in Urlaub gefahren. Drums kommen also heute ausnahmsweise vom Computer, wenn man sie braucht. Das ist beim Einsteiger "Morning Flight" aber erst einmal gar nicht nötig, denn hier formen die Sequenzen alleine schon einen wunderbaren Rhythmus. Es ist einer der Titel, die ich jederzeit wiedererkennen würde, so oft habe ich ihn gehört. Und bei jedem Hören spendet er mir erneut Auftrieb und gute Laune. Es ist die gleiche gute Laune, die man den drei Akteuren auf der Bühne ansieht - sofern das Licht es gerade zulässt. Denn Klaus-Dieter Unger variiert Licht und Tempo der Visuals wieder wie in den vorigen Teilen, und als Fotograf muss man den passenden Moment abpassen. Blitzlicht ist in der Kuppel aus gutem Grund tabu.

Die Dunkelheit lässt sich aber auch kreativ einsetzen, denn das wenige Licht, das die Musiker zum Spielen brauchen, setzt teilweise interessante Akzente. Während das Trio im zweiten Track in ambiente Gefilde wechselt, wirft eine der kleinen Lampen die Silhouette von Franks Kopf auf die Kuppel. Frank mit einer ganzen Galaxie als Hintergrund - solche Motive findet man nur hier im Planetarium.

Ron hatte vorhin etwas von 'Spritzigkeit' gesagt, und als wollte er das untermauern, folgt mit "Acoustic Shadows" einer seiner größten Klassiker, und ein Titel, mit dem man jede Sound-Anlage an ihre Grenzen treiben kann. Die originale Studio-Version kam noch ohne Gitarre aus, aber live spielt Ron dieses Stück eigentlich nur noch zusammen mit Frank. Und der ergänzt die akustischen Schatten mit seinen Riffs auf so selbstverständliche Art und Weise, dass man sich fragt, wieso sie nicht schon immer dabei waren.

Derartig durch gerüttelt, bräuchte man eigentlich wieder einen etwas ruhigeren Titel, andererseits zeigt ein Blick auf die Uhr aber, dass der Silvestertag bereits angebrochen ist - es wäre an der Zeit für ein letztes Highlight. Ron, Stephan und Frank haben dafür eine Lösung: Mit seinen "Shine On"-Variationen packt Frank noch einmal "den Gilmour" aus. Das Variationen sind so episch lang und intensiv wie immer, dass sie den heutigen Abend standesgemäß abschließen.

Das Gruppenfoto am Ende des Abends ist obligatorisch, und Klaus Sommerfeld darf sich gerne zu den drei Musikern des Abends gesellen. Er hat Ron für sein 'Solo-Abschlusskonzert' nach Bochum geholt, und auf seinen Schultern lastet auch der größte Teil der Arbeit für die Schallwelle-Preisverleihung. Die Publikumswahlen laufen gerade, und an dieser Stelle ergeht noch einmal der Aufruf, sich daran zu beteiligen - in fünf Kategorien können Alben und Künstler gewählt werden.

"Hello" war schon immer ein Event, auf dem auf das vergangene Jahr zurück geblickt wird, das aber vor allem den Blick in die Zukunft richtet. Mit den Veränderungen bei Ron Boots als auch am Planetarium ist die Sicht auf den aktuellen Jahreswechsel besonders treffend. Was die Zukunft bringen wird, weiß in so bewegten Zeiten auch in unserer kleinen Szene niemand mit Bestimmtheit.  Umso wichtiger ist es, dass es im Kalender solche 'Säulen' gibt, auf die man sich verlassen kann. "Hello 2027" für den 30.12.2026 ist im Kalender vorgemerkt!

Alfred Arnold

Über Empulsiv

Empulsiv wurde 2011 als Webzine für (traditionelle) elektronische Musik gegründet. Es berichtete über ein Jahrzehnt von musikalischen Events und über Veröffentlichungen, präsentierte Interviews und Neuigkeiten aus der Szene. Ende 2022 wurde das Webzine eingestellt. Es wird nun als Infoportal mit Eventkalendar, Linksammlung und Archiv fortgeführt, so dass Neues sowies Vergangenes weiterhin gefunden werden kann.