Martins Garden, einer der kreativsten Electronic-Musiker der Gegenwart, lädt den anspruchsvollen Hörer in eine neue verzauberte Klangwelt ein. „Samsara“ - das bedeutet soviel wie der ewige Kreislauf der Wiedergeburten im Hinduismus. Doch der Künstler wohnt in der Schweiz, wo auch andere renommierte Kollegen wie z. B. Andreas Vollenweider oder Boris Blank (Yello) ihr Domizil haben. Und irgendwo in der Mitte der eben genannten liegt auch die künstlerische Kraft des Marcel Umberg.
In seinem neuesten Werk hat er sich für eine chillige, homogene Variante seiner exorbitanten Klangergüsse entschieden. Dennoch bleibt die Musik wie immer jenseits aller Konventionen: völlig abgefahren. Der Reiz liegt dieses Mal in der Verknüpfung fernöstlicher Elemente mit starken Beats, spritzige Electronic mit warmen Melodien, Dschungelgeräusche und wellenreitende Chorgesänge. Wo hat man so was jemals gehört? Das bietet weltweit nur Martins Garden! Denn der Rezensent dieses Albums, der seit Jahrzehnten die breitgefächerte Musikszene bis ins Detail verfolgt, kann das nur bestätigen. Selbstverständlich muss ein Martins Garden-Album, obwohl es „nur“ zum Download angeboten wird, auch soundtechnisch vom Allerfeinsten sein. Somit wirkt selbst der Gesangstitel „Wandering Spirits“ mit Natalie Lain sehr außergewöhnlich. Doch die Höhepunkte, das pfeilschnelle „The Second Arrow“, das geheimnisvoll-trippige „Samsara“, „Touch of Inspirations“ und ganz besonders der finale Track „All Is Silent All Is Still“ klingen so überirdisch – im Himmel kann's nicht schöner sein.
https://merkabamusic1.bandcamp.com/album/samsara
Will Lücken

Die Crew die der leitende Hauptsequenzer Mario Schönwälder im aktuellen Kontroll-Raum-Projekt um sich schart, ist tatsächlich bisher so noch nicht zusammen gereist und ist uns trotzdem wohl bekannt. Frank Rothe und Bas Broekhuis sind in den diversen Flugkonstellationen die das Label Manikin bisher offerierte, gern gesehene Mitstreiter und es scheint gar so, als ob auch dieses virtuelle Teambuildingmaßnahme von Dauer sein könnte. Die sieben Tracks sind deutlich perkussiver und weniger sequenziell und begleiten den Erste-Klasse-Zuhörer auf einer Route durch diverse cineastische Zukunftswelten. Auch wenn das Artwork eher auf geschichtliche Vergangenheitselemente blickt, so ist die Musik futuresk angelegt und zeigt, dass es je nach Musiker-Zusammenstellung auch neuerliche Aspekte zu entdecken gibt. Trotzdem, wo Manikin drauf steht ist auch Manikin drin. Bedeutet, Liebhaber von Schönwälder und Friends-Musik werden sich schnell heimisch fühlen und den Check in zeitnah hinter sich gelassen haben, um sich ganz und gar dem schicken Trip hinzugeben. Wir sind gespannt, welche Elektroniker sich zum nächsten Ausflugsziel zusammen finden werden und genießen einfach den Ausblick.
Die beiden Berliner Sequenzerbaristen Mario Schönwälder und Frank Rothe servieren mit ihrem aktuellen Angebot geachtelter Röstaromen eine sehr hübsche Auswahl handgekochter Retrotracks, die sowohl zum morgendlich gereichten Frühstücksbuffet, als auch zum Nachmittagshefeteilchen taugen. Natürlich ist die regionale Herkunft des lang gereiften Produktes nicht zu verleugnen und wir erleben auch keine grundsätzliche Geschmacksveränderungen bewährter Herstellungsprozeduren, aber dennoch sind die Cup-Variationen sehr unterschiedlich. Hier mal ein Schuss mehr Spacemilch, dort ein bisschen mehr Zuckervariation und manchmal eben auch ein etwas kräftigeres Aroma, alle acht Tassen schlürfen sich damit „gut hineinander weg“. Dazu noch einen Berliner Krapfen und das Glück ist vollkommen. Gut gebrüht!
Wenn Stan Dart alle paar Jahre ein Doppelalbum vom Kaliber „Ecclesia“ oder „Seaside“ veröffentlicht, dann darf der Musik-Konsument sich freuen. Denn das neue Werk „Basilica“ ist ebenfalls so ein Hörgenuss. Dass der Ruf des Österreichers Stan Dart immer noch nicht bis in die Domäne gewisser deutscher Elektronik-Vereine durchgedrungen ist, bleibt dem Rezensenten unerklärlich. Obwohl sich auch in seiner neuen Musik eine Linie des Traditionellen durch das gesamte Werk zieht. Egal, in 13 Songs beschreibt Stan Dart seine Eindrücke von der Stadt Barcelona und seines genialen Architekten Gaudi. Die Schönheit der Kathedrale „La Sagrada Familia“ oder die von Gaudi gestaltete Parkanlage „Güell“.