Mit voller Wucht schmettert uns Jens Buchert sein neues Album "Exoplanet" entgegen. Die ausgefeilten, komplexen Beats um die 120 bpm sind uplifting und clubtauglich - aber nicht zu dominant oder abgedroschen. Kribbelnde, markante analoge Synthesizer-Arpeggios verbinden sich mit weite, wärmende Flächensounds. "Exoplanet" steckt die musikalischen Grenzen der elektronischen Musik wieder deutlich außerhalb des Mainstreams ab. Zum Genießen empfehle ich die etwas gemäßigteren Titel, wie z.B. "Cyclesphere", "Icelander" oder "Elfinhouse". Hier geht's etwas entspannter und verträumter zu. Zum Abtanzen eignen sich alle anderen Tracks. Unterm Strich bleibt Jens Buchert seinem Stil treu: Homogene, minimale und moderne Klangstrukturen mit Ohrwurmqualität.
Will Lücken
Das zweite Album des Idar-Obersteiners Jens h. Kruhl setzt musikalisch an sein Erstlingswerk an und nimmt den Hörer wieder mit auf eine akkustische Reise. Der Sound ist leicht orchetral, gespickt mit gezuppften und gestrichenen Instrumenten, gefolgt von glockigen Synthesizer-Klängen, die das Album eher zu einem wohlgeformten und durchaus defensiven Klangergebnis führen. Mal entspannend und unaufgeregt, tendenziell ruhig und manchmal kitaroresk, aber immer exakt komponiert. Alle Tracks vermitteln eine Stimmung, die vielleicht auch an die Retrologie der NEW-AGE Elemente der 80er und 90er erinnert, setzen dabei aber einen endeutigen stilistischen Rahmen. Kaum zu Glauben, dass hier wieder Stücke aus einem 13jährigen Zeitfenster eingesammelt worden sind und gemeinsam mit ein paar Gastmusiker zu einem leicht verdaulichem Album zusammengefasst wurden. Ein bisschen mehr Mut bei Artwork und Soundauswahl hätte vielleicht nicht geschadet, darf aber hier als subjektive Betrachtung auch anders gesehen werden.
Das Wolle Spyra auch dieses Jahr mit seinem neuen Album Dunst im Kreise der Nominierten der Schallwelle Preisverleihung auftaucht, verwundert den Rezenseur keineswegs. Allein schon die Existenz des Longplayers, scheint die EM-Szene zu entzücken und sicher zur vermehrten Beschaffung zu moblisieren, glaubt man den hiesigen Vertriebspartner. Zurecht?
Das Byggesett Orchestra ("Byggesett" ist der norwegische Begriff
Mit seinem zweiten epischen Meisterwerk in 2018 katapultiert sich "Martins Garden" weit oben an die Spitze der weltbesten Electronic-Künstler. "Odyssey" ist beim ersten Kontakt eventuell nicht für jedermann zugänglich. Es brodelt und zischt aus allen Kanälen. Jeder einzelne Track ist eine cineastische Aufführung, ein spannendes, unvorstellbares Klangerlebnis und absolut tanzbar. Martins (Sound-)Garden ist eine nahezu überbordende Transformation aus Ambient, PsyDub, Future-Reggae und SciFi-Electronic - spritzig, lebensbejahend und zur Überraschung aller absolut melodisch. Klänge, die die Welt noch nie gehört hat. Obergenial.