
Wann ist zu einem Thema alles gesagt? Bei Bernd-Michael Lands vierbändigem Werk "Das Lächeln der Bäume" war das offensichtlich noch nicht der Fall, denn nun erst hat er beschlossen, mit 'Definitivum' den Schlusspunkt zu setzen.
Wer die Musik des Rodgauer Elektronik-Musikers kennt, der weiß, dass keine einfache Kost zum "nebenher konsumieren" zu erwarten ist. Aber die Arbeit, die man beim Hören zu leisten hat, lohnt sich: Hinter den Klängen verstecken sich jede Menge reizvoller Assoziationen, auch wenn ein Fremdwort im Titel erst einmal mit dem Griff zum Fremdwörterbuch entschlüsselt werden muss. Dann mag man nachfühlen, dass die Sequenzen in 'Hydrophil' eine Metapher für fließendes Wasser sind oder der Pulsschlag in 'Nexus' ausgeht. So tief müssen die Gedanken aber auch nicht gehen, man darf sich auch gerne einfach nur der Vielfalt der Klänge erfreuen, die in den elf Tracks ausgebreitet werden.
'Definitivum' ist eine Ergänzung zu den ersten vier Kapiteln, die nicht angestückelt wirkt, viel mehr wie das bisher fehlende Resümee. Man sollte ja vorsichtig damit sein, in Musik irgendwelche Botschaften hinein interpretieren zu wollen. Wenn ich mich in dieser Hinsicht "aus dem Fenster lehnen" sollte, dann ist es die Liebe zur Natur, und die daraus resultierende Aufgabe, sie zu schützen, die als Botschaft hinter diesem Album steht. Oder vielleicht auch einfach nur die Liebe zur elektronischen Musik und ihren vielen Spielarten? Das muss jede(r) nach Erwerb der Musik selber entscheiden. Wie bei Bernd-Michael Land üblich, ist selbige nur als physisches Album erhältlich, inklusive Schmuckschuber und liebevoll gestaltetem Booklet.
https://bernd-michael-land.com/
Alfred Arnold

Vor acht Jahren saßen Ron und Michel am Strand in Dänemark und genossen ihren Urlaub gemeinsam mit der Familie. Abends setzten sie sich dann in eine Kammer im Ferienhaus und verarbeiteten ihren Tag mit musikalischer Improvisation. Natürlich hatten sie dafür einige Instrumente von daheim mitgebracht. Und das Ergebnis dieses Urlaubs kann sich definitiv hören lassen. Überarbeitet und aufpoliert in ihren Heimstudios kommt es nach langer Zeit endlich zur Veröffentlichung.
Wer die vertrauten Wege der traditionellen Elektronik-Musik mal verlassen und einen Blick über den allseits bekannten Tellerrand riskieren möchte, könnte bei EMOG genau richtig sein. Der in Vancouver/Kanada lebende DJ, mit bürgerlichem Namen Emile Vartanian, hat in seinem neuen Solo-Album alles in die Waagschale geworfen und einen spritzigen Electro-Cocktail mit erfrischenden Zutaten aus Downbeat, Chillout und Cosmicdub kreiert. Um nicht nur ein gänzlich entrücktes Publikum aus der Trance- und Psydub-Szene zu bedienen, hat der Künstler eine chartaffine Note diesem exquisiten Sound verpasst und alle Tracks mit satten, melodiebetonten Grooves ausgestattet. Auch ein smartes Saxophon oder orientalisch anmutende Instrumente verdichten das fulminante Konstrukt. Partiell eingestreute feminine Gesangsstimmen und die locker-leichte Spielfreude entwickeln eine sinnliche Atmosphäre. Doch EMOGs trippige Klangflächen mit steil auflodernden Ansätzen seiner Trance-DJ-Herkunft zeigen die Bandbreite dieser raffinierten Mixtur. Kurz und gut: wunderschöne Musik aus der Fremde.