Was zeichnet ein gutes musikalisches Thema aus? Es muss eingängig sein, es muss einen Wiedererkennungswert haben, und es muss Spielraum bieten, daß man es immer wieder neu interpretieren kann.
Die Melodie zum Syndae-Podcast erfüllt wohl alle diese Kriterien, begleitet sie Stefan Schulzs wöchentlichen Podcast doch seit zehn Jahren, und auch wenn dessen Einsteiger über die Jahre die eine oder andere Renovierung erfahren hat, ist das Thema im Kern das gleiche geblieben. Zehn Jahre sind in der heutigen, schnellebigen Zeit schon eine Hausnummer, und aus Anlaß dieses Jubiläums hat Stefan ein Experiment gewagt: man nehme eben dieses Thema und fordere Musiker dazu auf, es auf ihre Weise zu interpretieren. Das Ergebnis ist "The Sound of Syndae", und es enthält mit nichten ein Dutzend Mal das gleiche. Man bekommt hier einen Überblick über das aktuelle Spektrum der elektronischen Musik, von poppig-tanzbaren Nummern über ambiente Klänge bis hin zu experimentellen Interpretationen. Bei einigen Nummern läßt sich der Schöpfer leicht erraten, bei anderen ist es nicht ganz so einfach und der eine oder andere Musikername mag dem Hörer gänzlich unbekannt sein.
Deshalb mein Vorschlag: die CD ein-, das Cover weglegen, und einfach selber ein wenig rätseln, wer sich hinter welchem Titel versteckt...
Alfred Arnold
Im schicken Doppelsilberling-Outfit offeriert der Brite David Wright ein wirklich breites Angebot seiner aktuellen und vergangenen musikalischen Schaffenskraft. Egal ob verträumt chilig, seicht vocalisiert oder auch mal deutlicher rockig, Wright versteht sein Handwerk und bedient alle EM-Gangarten in hoher Qualität. Besonders interessant wird es, wenn die Tracks eine Kooperation mit anderen Künstler verbindet, wie z.b. mit der Sängerin Carys, dem leider viel zu früh verstorbenen Klaus Hoffmann-Hook oder Robert Fox. Beide CDs bieten insgesamt 27 Tracks, damit sehr viel gutes Material und jede Menge Abwechslung.
EM-Tellerranddrüberschauer, die sich auch ausserhalb der traditionellen Normen synthetischer- und hauptstadtursächlicher-Musikkunst bewegen, mögen sich bei dem französischen Duo Polo & Pan, an frühere Tunes der belgischen Ausnahmekönner Telex erinnert fühlen. Vocales Vocoding trifft auf zerfrickelte Rhythmen und suggeriert dabei die mögliche Kooperation diversester linksvomrhein-Elemente. Mal Zuckersüß, mal konsequent quer. Wahrhaftig, ein interessantes Bokeh an Sounds und Stimmen, in das auch ungeübte EM-Hörer ruhig mal reinhören dürfen. Könnte sogar Spass machen.
Einige der 12 Stücke des Italiener Michelle Effe könnten dem einen oder anderen Sine-Compilation-Käufer evtl. bekannt vorkommen, waren sie doch schon besondere Highlights früherer Chill-Out-Sampler des vertreibenden Labels aus dem Südwesten der Republik. Dazugestossen sind nun weitere Tracks die das Album zu einem kleinen Genussprodukt haben machen lassen. Die ausgesprochen gute Zusammenstellung ist nicht nur kurzweilig, sondern auch ansprechend produziert. Tolles Album zwischen Vocal-Lounge und fliessendem Chill.
Es ist immer wieder schön zu sehen und zu hören, wenn ein Musiker sich weiterentwickelt oder eine andere Facette seiner künstlerischen Identität zeigt. DASK kannte ich bisher als Macher ambienter, dunkler und auch etwas bedrohlicher Klänge - selbige sehr gekonnt, aber sie konnten auch ein wenig depressiv machen, wenn man davon zu viel hört.