Das britische Musikprojekt Data Rebel (in Person: Danny Howe) hat mit Dreams for an Abstract Mind ein sehr ansprechendes Album bei kahvi veröffentlicht, das mit treibenden Rhythmen nicht gerade geizt. Als EP gekennzeichnet, ist das Album mit über 50 Minuten eigentlich schon vollwertig. Man kann sehr gut die Einflüsse eines anderen kahvi-Musikers hören, nämlich Planet Boelex, aber es ist dennoch ein sehr eigenes Album, das man wohl am ehesten in den Downtempo-Electronica und Chill-out Bereich einordnen kann. Die einzelnen Stücke sind außerordentlich melodiös und verleiten zum sich treiben lassen, sicherlich ideal für einen Abend in entspannter Atmosphäre. Eine schön abwechslungsreiche Playlist, die mich qualitativ und musikalisch überzeugt hat.
Weitere Informationen:
Facebook-Seite von Data Rebel
Release-Seite auf kahvi
Stefan Schulz
Mit Airborne legt Erik Wøllo sein bereits 16tes Solo-Album vor, das seinem sehr eigenen Stil elektrisch-elektronischer Musik fröhnt. Der norwegische Künstler ist ein echter Vollblutmusiker und -komponist, was man sowohl an den auskomponierten Stücken als auch an der Klangqualität seiner Songs festmachen kann. Auch auf diesem Album verbindet Erik wieder einmal sein sehr melodiöses Gitarrenspiel mit weichen Sequenzen und angenehmen Rhythmen, so dass jeder Track wie eine kleine Kurzgeschichte anmutet, die sich quasi zu einer Antologie in Form der CD ausbildet. Die abwechslungsreichen Stücke, die von ruhiger, nachdenklicher bis hin zu flotterer, aber dennoch entspannter musikalischer Art sind, bieten insgesamt eine Wohlfühlatmosphäre von über einer Stunde Dauer. Ich bin zugegebenermaßen ein Fan von Eriks Stil, daher kann ich hier nur eine Empfehlung aussprechen.
Ein neues Album von Mellowjet-Macher Bernd Scholl alias Moonbooter landet (ohne Warteschleife) gleich immer im Rezensionsrotationsapparat der Redaktion. Nicht nur weil sich der Artikelerzeuger schon in frühen Jahren als Fan geoutet hat, sondern auch deshalb, weil der Eifeler ein "EM"-Musiker ist, der seine eigene Stilschublade besitzt und zu den beliebtesten Acts in der hiesigen Szene gehört . Scholl hat schon in vergangenen Produktionen gezeigt wie man Traditionelles und Neues zu vermengen hat, damit eine hochkarätige und markttaugliche CD entsteht, die locker im Mainstream-Segment zwischen Schiller, Jarre und Co. mithalten kann. Unverständlich eigentlich, warum ihn noch kein Major aus dem Independent-Status herausgebootet hat!?
Auch wenn das Bild-Cover des aktuellen Beatlounge-Samplers etwas "Rundes" darstellt, so zeigt sich der musikalische Inhalt durchaus etwas "eckiger" als die bisherigen Alben aus der Chill-Ecke, die wir bei empulsiv beleuchteten. Den rechtwinkligen Kontrast nehmen wir aber gerne mit, den eine wiederholte "Wellness-Versammlung" geschmeidiger Beach- und Cocktail-Tracks hätten wir wohl auch erstmal bis zum nächsten Sommer beiseite gelegt. Umso mehr erfreut man sich daran , diesem etwas anspruchsvollerem Paket aus mediteranen Beats und vocaler Electronic zu lauschen und festzustellen, dass es auch auf dieser Sammlung wieder viel Neues und Eigenständiges zu entdecken gibt und allen Kritikern, die dieses Genre als Belanglos und leichthörig verteufeln, empfehlen, doch nochmal genauer hinzuschauen. Ein guter Beweis das ein bisschen "Eckig, auch sehr Rund" klingen kann.
Dieses Album erreichte mich aus England, zunächst nur in Form einiger Hörproben (kostenlos auf der Website des Musikers zu hören). Am Anfang war ich gar nicht so begeistert, weil der erste Beispiel-Track stark nach einer weiteren Jarre-Kopie "roch". Doch als ich dann das komplette Album auf der Platte hatte und mir in die Ohren fließen ließ, stieg meine Begeisterung darüber stark an. Nur zwei der Tracks sind sehr nahe an Jarre gebaut, alle weiteren entfalten wunderbar melodische und sphärische elektronische Musik. Deep Blue ist quasi das Debut-Album des Londoners und aus meiner Sicht sehr gelungen.