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Viele halten die 70er-Jahre ja für die goldene Zeit der elektronischen Musik.  Es war die Zeit der modularen Synthesizer, sie bestanden aus (Schrank)wänden von Modulen, die untereinander mit Patchkabeln verbunden wurden.  Das ganze sah einer alten Telefonvermittlung nicht unähnlich, und Einstellungen für bestimmte Sounds hat man nicht auf Diskette oder USB-Stick, sondern mit Bleistift und Papier oder einem Polaroid-Foto abgespeichert.

Festival ist da, wo Du bist - das höre ich gerade auf ARTE, als ich diese Zeilen schreibe.  Wenn dem so ist, dann hatten wir letzten Samstag im Hamm ein Riesen-Festival.

Ein Jahr hatte Winnies Schwingungen-Party ausgesetzt, dieses Jahr durfte sich Elektronik-Fans wieder in Winnies wunderschönem Garten in Hamm einfinden, um in lockerer Atmosphäre Musik zu genießen, dabei das eine oder andere zu essen oder einfach ein bisschen zu klönen.  Man könnte meinen, Winnie und seine Mit-Streiter wollten dieses Mal alles nachholen, was letztes Jahr nicht war.  Ein Blick auf den Zeitplan verriet nicht weniger als sieben (!) Acts - wo bekommt man so etwas sonst noch geboten, und auch noch für schlappe 20 Euro Umkostenbeteiligung?  Diese enorme Zahl an Konzerten war wohl nicht so geplant, aber - so die Veranstalter - man bekam einfach so viele gute Angebote, die man nicht ausschlagen konnte.  Nicht nur das Publikum, sondern auch die Musiker scheinen die entspannte Atmosphäre zu schätzen.

Samstag, 11. Juni 2016.  Es ist ein angenehm warmer und trockener Frühsommertag, wir sitzen draußen vor dem Planetarium Bochum und es ist kurz nach 10 Uhr abends.  Vorher haben wir noch gegessen, erst deftig-lecker im nahen Parkschlösschen und dann einen Nachtisch in der Eisdiele.  Noch ein Kaffee zum Schluss gegen die Futter-Narkose, man will ja im Folgenden nicht sanft entschlummern.

Wie schon letzte Woche erwähnt, im Mai geht's üblicherweise rund, was EM-Events angeht.  Für was ich mich an diesem Wochenende entschieden habe?  Nun ja, erstmal ein Event, das mit EM eigentlich gar nichts zu tun hat.

Elektronikbasteln ist neben EM auch so ein Hobby von mir, und so war an diesem Wochenende die MakerFaire in Hannover mein erstes Ziel.  Es würde natürlich nicht so ganz in den Rahmen eines EM-Magazins passen, über 3D-Drucker und selbst gebaute Nixie-Clocks zu reden, ein Projekt ist mir dann aber doch aufgefallen: eine Schule baut sich ihr eigenes Planetarium.  Wie in der Maker-Szene üblich, ist die Herausforderung, Dinge für das eigene Projekt zweckzuentfremden.  In diesem Falle ist es ein Haufen LED-Taschenlampen, die passend montiert und drehbar gelagert den Sternenprojektor ergeben sollen...

Drei Staus, zwei Locations und ein großartiger Tag mit elektronischer Musik. Ein Erlebnisbericht von Alfred Arnold.

Pyramid Peak und Max 'Maxxess' Schiefele spielen schon seit Jahren regelmäßig zusammen, seit letztem Jahr firmieren sie auch offiziell unter dem Namen Pyramaxx und haben mit der 'Distance' ihr Debüt-Album vorgelegt. Für ihren ersten Live-Auftritt unter diesem Namen haben sie die Solinger Güterhallen gewählt, genauer das Atelier Pest Project, eine Location, die dem EM-Fan mittlerweile nicht mehr unvertraut sein sollte.  Einmal im Jahr organisiert das Künstlerpack ein größeres Event mit mehreren Konzerten, und als Pyramid Peak und Maxxess waren Axel Stupplich, Andreas Morsch und Max Schiefele auch schon zweimal in diesem Atelier zu Gast.

Gern lädt Stefan Erbe sich Gäste zu seiner Sound of Sky-Reihe ein, und das Schöne daran ist, dass auch immer wieder Künstler dabei sind, die ich noch nicht kenne. Das liegt wohl auch daran, dass sein 'musikalischer Horizont' weit über die Kernlande der EM hinausreicht und er dabei immer wieder den einen Musiker 'auftut', der zwar schon eine ganze Weile aktiv ist, für die meisten von uns aber dann doch eine Neuentdeckung ist.

Ron Boots lädt zwei Mal im Jahr nach Oirschot ein.  E-Day im Frühjahr ist traditionell das etwas 'kleinere' Festival gewesen, und ein ums andere Mal musste man in den letzten Jahren fürchten, das Event würde auf Grund schlechter Kartenvorverkäufe abgesagt.  Diese Sorge war für 2016 aber völlig unbegründet.  Bereits im Vorverkauf waren über 250 der verfügbaren 300 Karten weggegangen, und mit den in letzter Minute Entschlossenen war 'De Enck' fast bis auf den letzten Platz ausverkauft - etwas, was man bisher eigentlich nur von E-Live im Herbst kennt.  Grund für so einen Erfolg ist natürlich immer ein Zugpferd.  So wie Manuel Göttsching für die beiden letzten E-Live der Kassenmagnet war, so war es dieses Mal zweifelsohne John Kerr - selbst Winfried Trenkler wurde unter den Gästen gesichtet.  Doch eines nach dem anderen.