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- Geschrieben von: Alfred Arnold
- Kategorie: Reportage
Bereits zum vierten Mal führt mich mein Weg über die A31 in Richtung Sellingen - ist das inzwischen ein weiterer Fixpunkt in meinem Kalender? Falls dem so ist, so darf sich Bas Broekhuis dieses Verdienst an die Brust heften. Nicht nur dass er die "Manikin 5" mit der Atelierroute zusammen gebracht hat, seit vergangenem Jahr hat er das von ihm mit gegründete Kleinkunst-Theater in Onstwedde als Spielort für elektronische Musik erschlossen. Es war natürlich Ehrensache, dass er die Premiere im letzten Frühling mit seinen vier Manikin-Mitstreitern begangen hat. Eine bloße Wiederholung im Folgejahr mit dem gleichen Lineup wäre langweilig gewesen. Und so heißt es in diesem Jahr "Moi EEM", und die Bühne des Kleinkunst-Theaters Onstwedde wird von Musikern des Groove-Labels gefüllt werden.

Hand aufs Herz: Man wird nicht jünger, und die Zeiten, zu denen man nach einem Festival am späten Abend noch mehrere hundert Kilometer zurück zum eigenen Bett fährt, sind vorbei. Also quartiere ich mich in der Herberge in Sellingen ein, bevor der Weg mich noch ein paar Kilometer weiter bis an das heutige Ziel führt. Die genaue Hausnummer des Kleinkunst-Theaters braucht man nicht zu kennen: Man hält einfach Ausschau danach, wo an der Straße besonders viele Autos mit ortsfremden Nummernschildern geparkt sind. Dann ist der Wegweiser zum Kleinkunst-Theater nicht weit entfernt.
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- Geschrieben von: Alfred Arnold
- Kategorie: Reportage
Viele erinnern sich sicher noch an die "Cosmic Nights" Konzerte in Belgien. Die 'kosmische Richtung' der elektronischen Musik wurde hier so konsequent gepflegt wie kaum sonst irgendwo, und die dafür gewählte Location war in jedem Jahr eine andere: Mal die Maschinenhalle einer ehemaligen Kohlemine, mal eine frühere Abtei, mal das Planetarium Brüssel. Stets unterstrich die von der Räumlichkeit ausgehende Atmosphäre das kosmische Element. Geistiger Vater und Haupt-Organisator dieser Festival-Reihe war Mark de Wit, der als "RHEA" auftritt und auf "Cosmic Nights" selber für das eine oder andere Highlight gesorgt hat.

2019 markierte das Ende dieser Festival-Reihe. In einer ehemaligen Abtei in Gent versammelte Mark noch einmal seine musikalischen Mitstreiter und verabschiedete sich aus dem 'Veranstalter-Leben'. Die Gründe waren nachvollziehbar: Man wird nicht jünger, und irgendwann kommt der Punkt, an dem man die verbliebenen Kräfte konzentrieren muss. Auftritte als "RHEA" gehörten nach der Corona-Zwangspause wieder dazu: Erst im Herbst des vorletzten Jahres war er bei der "belgischen Nacht" in Rugeley dabei, und hatte keine Mühe gescheut, ein beeindruckendes Setup alter und neuer Synthesizer in den Lea Hall Pavillon zu schaffen. Ein solcher Aufwand ist wichtig für Mark, um seine Musik authentisch - und größtenteils analog - aufzuführen.
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- Geschrieben von: Alfred Arnold
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Es ist mittlerweile eine abgedroschene Phrase, aber es stimmt nun einmal: wir leben in bewegten Zeiten, wo vieles in Frage steht, das bisher als sicher und selbstverständlich galt. Umso wertvoller werden die Dinge, auf die man sich verlassen kann und die einen Eckpfeiler im Kalender darstellen. Für dem EM-Fan sind E-Day und E-Live mit Sicherheit solche Eckpfeiler. Ron Boots und sein Team rund um das Groove-Label organisieren sie länger, als ich in der 'Szene' aktiv bin, und das sind mittlerweile auch schon fast zwei Jahrzehnte. Standort ist mittlerweile auch wieder der Saal in Oirschot, der seit 2023 unter dem Namen "De Stoelendans" firmiert. - Manche sprechen aber auch immer noch aus alter Gewohnheit von "De Enck".

Ron selber ist dieser Ort ebenfalls ans Herz gewachsen. Als er im vergangen Herbst seine Umzugs-Pläne Richtung Belgien bekannt gab, kam natürlich die Frage auf, ob er sich für E-Day und E-Live ebenfalls eine neue Location suchen würde, der näher an seinem neuen Wohnort liegt. Aber das stand für Ron nie zur Debatte: E-Day und E-Live bleiben in Oirschot!
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- Geschrieben von: Alfred Arnold
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Der EM-Veranstaltungskalender in diesem Januar und Februar ist fast ebenso trübe anzusehen wie das Wetter dieser Monate: Gähnende oder Beinahe-Leere kennzeichnen die beiden Monate. Für Anfang Februar stach aber ein kleines (High-)Light heraus: Bernhard Wöstheinrich und Volker Lankow, die zusammen zum Beispiel auch schon auf der Schallwelle gespielt haben, würden sich auf den Weg von Berlin ins westfälische Warendorf machen. Der originelle Name der dortigen Location: "Zwischenraum - Ort des glücklichen Zufalls".

Meine erste Assoziation bei diesem Namen war der Film "Being John Malkovich". In dem lässt ein geiziger Arbeitgeber seine Angestellten in einem halbhohen Zwischengeschoss arbeiten, um an der Miete zu sparen. Ob im "Zwischenraum" von Musikern und Publikum ähnliche Verrenkungen gefordert sein werden? Es gab einen Weg, das heraus zu finden, und der führt mich heute nach Warendorf, trotz winterlichen Wetters und zirka zweieinhalb Stunden Fahrt.
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- Geschrieben von: Alfred Arnold
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Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr gastiert der Electronic Circus zum zweiten Mal in der Lemgoer Johanniskirche. Erfahrung ist also auf beiden Seiten vorhanden: Auf Seiten der Veranstalter, die die Location und deren Betreiber bereits kennen, und auf Seiten der Besucher, die im letzten Jahr bereits in Lemgo waren und die örtlichen Hotels kennen.

Unsere Wahl ist dieses Jahr zum Beispiel auf eine Unterkunft gefallen, die weniger High-Tech-Tücken bereit hält und von der aus man problemlos zu Fuß bis zur Johanniskirche kommt - auch wenn man zwei große Kisten CDs für einen eigenen Stand hinter sich herzieht. Ein kleiner Hinweis für diejenigen, die ähnliches im kommenden Jahr vorhaben: Die Lemgoer Innenstadt ist zu großen Teilen mit Kopfsteinpflaster versehen, ein für einen Gepäck-Trolley eher suboptimaler Untergrund...