Nicht nur die Fans des Schleidener Musikers erfreuen sich schon etliche Jahre über hochqualitative Datenträger und genießen im Besonderen immer wieder das besondere Soundlevel. Dass auch dies auf der aktuellsten Veröffentlichung nicht anders ist, scheint nicht nur selbstverständlich sondern Mindestanforderung zu sein, auch wenn sich die Klangerzeugung dieses Mal ein wenig analoger zeigt. Auch die Trackauswahl im gespannten Spannungsbogen ist gelungen und bietet sogar noch mehr Abwechslung bzw. Kontrast im Vergleich zu den letzten Alben, denn der erneute kosmische Background bedient nahezu alle Scifi-Musik-Komponenten die die letzten 20-30 Jahre so her gegeben haben. Das alles verleiht "groundcontrol" eine sehr zugängliche, konsumfreudige Note und eigentlich bleibt nur zu hoffen, dass Scholl doch nochmal den Weg zu irdischen Klangerzeugungsgrundlagen finden werden kann, um nicht auf immer und ewig im endlosen All nach dem perfekten Sound suchen zu müssen.
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Stefan Erbe

Stefan Erbe mag es nicht, auf dem nächsten Album einfach den Stil des Vorgängers zu wiederholen, soviel ist bekannt. Dass er nach dem Ausflug ins All mit der "Genesys" wieder in irdische Gefilde zurückkehren würde, war also zu erwarten. Die radikale und direkte Weise, auf die er den nächsten Schritt geht, überrascht dann aber schon. Auf "Reflect" werden die Probleme thematisiert, mit denen sich die Menschheit im Hier und Jetzt beschäftigen muss: Kriege, die Schere, die zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht, und der allgegenwärtige Plastikmüll. Damit einhergehend wird der "Erbe-Sound" auch auf neue Weise interpretiert: er ist härter und direkter, der Botschaft angepasst.
Exakt 40 Jahre nach der Veröffentlichung des Originals erscheint am 16. November mit Equinoxe Infinity eines der wohl erwartetsten Nachfolgealben aus der Feder von Jean-Michel Jarre. Zum Vergleich habe ich mir natürlich das Original vorab angehört. Ja, es ist klangtechnisch schon einiges in die Jahre gekommen, hat aber immer noch sein eigenes Flair. Mit Oxygene 3 und den Electronica-Alben wurde man zuletzt nicht sonderlich verwöhnt, was Jarresquen Sound anging. Nun also neues von Equinoxe.
Für einen Künstler ist das zweite Album meist das schwierigste. War das erste Album noch der Überraschungs-Erfolg, sind beim zweiten die Erwartungen gesetzt und man wird daran gemessen. Bei
Was zeichnet ein gutes musikalisches Thema aus? Es muss eingängig sein, es muss einen Wiedererkennungswert haben, und es muss Spielraum bieten, daß man es immer wieder neu interpretieren kann.