Stefan Erbe mag es nicht, auf dem nächsten Album einfach den Stil des Vorgängers zu wiederholen, soviel ist bekannt. Dass er nach dem Ausflug ins All mit der "Genesys" wieder in irdische Gefilde zurückkehren würde, war also zu erwarten. Die radikale und direkte Weise, auf die er den nächsten Schritt geht, überrascht dann aber schon. Auf "Reflect" werden die Probleme thematisiert, mit denen sich die Menschheit im Hier und Jetzt beschäftigen muss: Kriege, die Schere, die zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht, und der allgegenwärtige Plastikmüll. Damit einhergehend wird der "Erbe-Sound" auch auf neue Weise interpretiert: er ist härter und direkter, der Botschaft angepasst.
Das soll jetzt aber nicht heißen, das "Reflect" ein Album mit negativer oder düsterer Grundstimmung wäre. Den Problemen setzt Stefan Erbe seine positive Sicht auf die Zukunft entgegen - Probleme können gelöst werden, und jeder einzelne kann etwas dazu beitragen, wenn er/sie nur will.
Ich habe bei Rezensionen früherer Erbe-Alben geschrieben, man könne die Musik auch einfach nur genießen, ohne sich über das dahinter stehende Konzept oder die Aussagen Gedanken zu machen.
Prinzipiell gilt das auch hier, aber es ist schwerer als je zuvor, sich der hinter den Tracks stehenden Botschaft zu entziehen. "Reflect" ist für mich das thematisch bisher ambitionierteste Erbe-Album, und es zeugt von Stefan Erbes Fähigkeiten, wie er auf "Reflect" die Botschaft mit seiner musikalischen Identität verschmolzen hat. Chapeau, sowohl für den Mut als auch die gelungene Überraschung!
Alfred Arnold

Exakt 40 Jahre nach der Veröffentlichung des Originals erscheint am 16. November mit Equinoxe Infinity eines der wohl erwartetsten Nachfolgealben aus der Feder von Jean-Michel Jarre. Zum Vergleich habe ich mir natürlich das Original vorab angehört. Ja, es ist klangtechnisch schon einiges in die Jahre gekommen, hat aber immer noch sein eigenes Flair. Mit Oxygene 3 und den Electronica-Alben wurde man zuletzt nicht sonderlich verwöhnt, was Jarresquen Sound anging. Nun also neues von Equinoxe.
Für einen Künstler ist das zweite Album meist das schwierigste. War das erste Album noch der Überraschungs-Erfolg, sind beim zweiten die Erwartungen gesetzt und man wird daran gemessen. Bei
Was zeichnet ein gutes musikalisches Thema aus? Es muss eingängig sein, es muss einen Wiedererkennungswert haben, und es muss Spielraum bieten, daß man es immer wieder neu interpretieren kann.
Im schicken Doppelsilberling-Outfit offeriert der Brite David Wright ein wirklich breites Angebot seiner aktuellen und vergangenen musikalischen Schaffenskraft. Egal ob verträumt chilig, seicht vocalisiert oder auch mal deutlicher rockig, Wright versteht sein Handwerk und bedient alle EM-Gangarten in hoher Qualität. Besonders interessant wird es, wenn die Tracks eine Kooperation mit anderen Künstler verbindet, wie z.b. mit der Sängerin Carys, dem leider viel zu früh verstorbenen Klaus Hoffmann-Hook oder Robert Fox. Beide CDs bieten insgesamt 27 Tracks, damit sehr viel gutes Material und jede Menge Abwechslung.