Exakt 40 Jahre nach der Veröffentlichung des Originals erscheint am 16. November mit Equinoxe Infinity eines der wohl erwartetsten Nachfolgealben aus der Feder von Jean-Michel Jarre. Zum Vergleich habe ich mir natürlich das Original vorab angehört. Ja, es ist klangtechnisch schon einiges in die Jahre gekommen, hat aber immer noch sein eigenes Flair. Mit Oxygene 3 und den Electronica-Alben wurde man zuletzt nicht sonderlich verwöhnt, was Jarresquen Sound anging. Nun also neues von Equinoxe.
Auffällig ist zunächst, dass das aus 10 Stücken bestehende Album nicht auch Part 1 bis 10 beinhaltet. Jedes Stück hat einen eigenen Namen, allerdings mit Untertitel Movement 1 bis 10. Die erste dieser Bewegungen zitiert aus dem Original. Und auch in den weiteren Stücken findet sich die ein oder andere Referenz auf das Vorgängeralbum. Klanglich wirkt es aber dennoch sehr frisch und modern, ist allerdings auch einiges rhythmischer. Die Originalität erreicht es auch nicht wirklich, jedoch mochte ich das Album sehr gerne hören. Es ist recht abwechslungsreich und glücklicherweise nicht annähernd so kommerziell wie Jarres zuletzt erschienene Werke. Ein wenig ärgerlich ist jedoch die Albumlänge, die mit knapp 40 Minuten zwar dem alten Vinylmedium gerecht wird, heutzutage jedoch eher frech wirkt. Ja, es erscheint auch als anachronistische Platte. Für Sammler sicherlich interessant, aber hier hätte man gerne ebenfalls die moderne Länge auf CD packen können und ein Doppelalbum für Plattenliebhaber daraus machen können.
Nach dem doch eher x-ten Aufguss eines Best-ofs mit Planet Jarre ist Equinoxe Infinity ein willkommenes Album, das ich gerne meiner Sammlung an guter Jean-Michel Jarre Veröffentlichungen hinzufüge.
Bezug: Überall im Handel ab 16.11.
Website: https://jeanmicheljarre.com
Stefan Schulz

Für einen Künstler ist das zweite Album meist das schwierigste. War das erste Album noch der Überraschungs-Erfolg, sind beim zweiten die Erwartungen gesetzt und man wird daran gemessen. Bei
Was zeichnet ein gutes musikalisches Thema aus? Es muss eingängig sein, es muss einen Wiedererkennungswert haben, und es muss Spielraum bieten, daß man es immer wieder neu interpretieren kann.
Im schicken Doppelsilberling-Outfit offeriert der Brite David Wright ein wirklich breites Angebot seiner aktuellen und vergangenen musikalischen Schaffenskraft. Egal ob verträumt chilig, seicht vocalisiert oder auch mal deutlicher rockig, Wright versteht sein Handwerk und bedient alle EM-Gangarten in hoher Qualität. Besonders interessant wird es, wenn die Tracks eine Kooperation mit anderen Künstler verbindet, wie z.b. mit der Sängerin Carys, dem leider viel zu früh verstorbenen Klaus Hoffmann-Hook oder Robert Fox. Beide CDs bieten insgesamt 27 Tracks, damit sehr viel gutes Material und jede Menge Abwechslung.
EM-Tellerranddrüberschauer, die sich auch ausserhalb der traditionellen Normen synthetischer- und hauptstadtursächlicher-Musikkunst bewegen, mögen sich bei dem französischen Duo Polo & Pan, an frühere Tunes der belgischen Ausnahmekönner Telex erinnert fühlen. Vocales Vocoding trifft auf zerfrickelte Rhythmen und suggeriert dabei die mögliche Kooperation diversester linksvomrhein-Elemente. Mal Zuckersüß, mal konsequent quer. Wahrhaftig, ein interessantes Bokeh an Sounds und Stimmen, in das auch ungeübte EM-Hörer ruhig mal reinhören dürfen. Könnte sogar Spass machen.