Das neue Release von Bernd Moonbooter Scholl steht wieder ganz in der Linie seiner bisherigen "Cosmo-Serie" und erschallt mit einem kleinen Unterschied zur vorherigen Lebenszeichen-Produktion "Still Alive", die noch etwas besinnlicher daherkam. Cosmoromantics steht nämlich wieder durchweg für die drumatischen und dynamischeren Bestandteile die Bernds Musik über die vielen Jahren populär gemacht hat. Sie verzichtet dabei auf komplizierte Elemente, ist wieder sehr eingängig und überzeugt durch exzellentes Sounddesign. Besonders Auffällig erscheint der Empulsiv-Redaktion die Inspirationsvorlage, die dem Track Spirit of Time zugrunde lag und nicht nur retrospektive Erinnerungen erzeugt. Aber allein dafür lohnt schon der Kauf.
Stefan Erbe
Wenn die Herren Erren, Fleissig, Schöttler und Steffen Richtung holländische Nordseeküste reisen, dann darf vermutet werden, dass der größte Kofferraumanteil nicht für Textilien benötigt wird, sondern für stromgeladene Analogkisten drauf geht. Fast schon traditionell nehmen sich die Jungs die Zeit um im Strandnahen Ouddorp wieder einen neuen Longplayer aufzunehmen, der ebenso wie die aktuelle Nachtaufnahme, in einer epischen Session ausufert. Das entstandene Rohmaterial wird dann nahezu ungeschliffen auf die nächste Vö verewigt. Nicht nur eine visuelle Lücke im schmalen EM-Segment hat das Quattro mit ihrem Dasein geschlossen, sondern auch die Stücke haben etwas kategorisch ungehörtes. Die ausladenende Improvisationen vereinen eine sehr eigene Magie und offenbaren, dass auch im Genre der 10 Minuten Sequenzen noch nicht alle Strömungen angespült worden sind. Vielleicht mag es auch daran liegen, dass nicht wie sonst nur zwei, sondern gleich acht Hände am Inventar rumschrauben und damit die verwendeten Analogqualitäten vervierfachen. Ist auch egal, hauptsache es kommt auch zukünftig kein Nordseesand ins 4-motorige EFSS-Getriebe.
Es ist wohl unbestritten, dass Pink Floyd für viele andere einen musikalischen Grundstein gelegt und eine stilistische Inspiration gegeben haben. Insbesondere auch für viele Urväter der elektronischen Musik. Mit The Endless River legt die Band um David Gilmour ihr (offiziell) letztes Album vor. Zwar wird es dem progressiven Rock zugeordnet, bietet aber auch das Gefühl und den Geist, der mich für elektronische Musik begeistert.
Schon nach den ersten 2 Minuten war ich mir sicher .... da kann nichts mehr schiefgehen. Durchgehend super, gleich vom ersten Titel an ! -Ombra- scheint ja ein sehr umfangreiches Projekt zu sein. Die Originalversion ist bereits aus dem Jahr 2009. Diese Besprechung beruht sich auf die überarbeitete Fassung aus diesem Jahr (2014) welche auf Hagen Von Bergens-Label Bi-Za-Records als gepresste CD erschienen ist. Und dann gibt es ja noch auf michaelbrueckner.bandcamp.com die "Mammutversion" mit 46 Titeln .... also da kommen so einige Stunden zusammen.
Dass Björn "Nattefrost" Jeppesen ein Album in 45 Minuten erzählen kann, ist tatsächlich neu. Aber auch die Erzählweise seines neuesten Audio-Hörspiels ist bisher so noch nicht gehört worden, umso mehr stellt sich die berechtigte Frage, woher der deutliche Wandel stammt. Nur das 8minütige Divine Light erinnert an die vergangenen Alben, alle andere Stücke sind sehr viel dunkler und rühren eher geschichtlich an. Björn selbst formuliert es als Rückbesinnung auf seine musikalische Zeit zwischen 2003 und 2007. Die entstehenden virtuellen Bilder vermitteln eine Aufarbeitung skandinavischer Vergangenheiten, einen Blick auf das vergangene Leben und die typische nördliche Melancholie. Ein Album, dass einige Zeit zum "Hören" benötigt und weniger den kommerziellen Hörgewohnheiten entspricht. Ein tiefer Blick, der dennoch lohnt.