Dieser Tage erscheint der zweite Teil des Albums Electronica von Großmeister Jean-Michel Jarre mit dem Untertitel The Heart of Noise. Wiederum gespickt mit diversen großen Namen, diesmal aus der eher populären Ecke, wie Pet Shop Boys, Yello oder Cyndi Lauper, aber auch Filmkomponist Hans Zimmer oder der ungewöhnliche Gast Edward Snowden. Insgesamt ist der zweite Teil der Electronica Serie nicht annähernd so technoid wie der erste, dennoch in Teilen stark in der elektronischen Ecke verortet. Wie die Gästeliste vermuten lässt, sind mehrere Tracks auch mit Gesang eingespielt, beherbergt unter Anderem auch etwas ruhigere Passagen, und fällt insgesamt so wesentlich abwechslungsreicher aus.
Der überwiegende Anteil des Albums ist solides Handwerk in den typischen Stilen der verschiedenen Künstler, mit elektronisch poppigem, rockigem oder Old School Elementen. Es mag wenig verwundern, dass mir insbesondere Electrees zusagt, eine Mischung aus Jarres Elektronikklängen und Hans Zimmers filmischen Harmonien. Aber auch Switch on Leon, die Zusammenarbeit mit The Orb, liegt auf meiner Hör-Linie.
Fans von Jarre oder der elektronischen Musik allgemein sollten nicht zu viel von diesem Album erwarten. Sicherlich lebt in jedem der Stücke ein wenig EM mit, aber insgesamt ist es eher eine populäre Scheibe, eine Compilation bei denen durchaus Jarres Handschrift zu erkennen ist, zumeist jedoch die des Kooperationskünstlers. Dennoch hörenswert.
Stefan Schulz


Schon eine ganze Weile dreht dieses Release in meinem Auto seine "reviewenden" Ambientrunden und immer wieder bin ich hin- und hergerissen zwischen der Faszination der Sounds und Klänge und der leichten Disharmonien, die diese ungewöhnliche Veröffentlichung umgibt. Es mag für viele E-Fans ein beschwerlicher Weg sein, dass gesamte Kunstwerk zu konsumieren, bietet es einige Kompositions-Ecken, an denen der Zuhörer schonmal falsch abbiegen kann. Wer aber die Augen schliesst und einfach weitergeht, realisiert die Tiefe aus denen viele Stücke ihre Kraft und Größe erzielen. Dass die Machart und die Technik der Produktion eine wesentliche Rolle dazu beiträgt, erkennt möglicherweise nur der Fachmann, für alle anderen ist es ein Soundtrack zum unendlichen Abtauchen.
Ein dreiviertel Jahr haben Torsten Abel, Andreas Aulke und Martin Rohleder uns warten lassen, jetzt ist Sine Amplitude's erste CD 'Hypnotized' fertig. Aber gut Ding will eben Weile haben, dafür ist sie auch als eine 'richtige' gepreßte CD erhältlich, angesichts der kleinen Auflagen in diesem Musik-Segment wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Wer Sine Amplitude noch nicht kennt: Die drei frönen eher der rockigen Seite der EM - wer Pyramaxx, Morpheusz oder Picture Palace music mag, wird auch an der Musik auf 'Hypnotized' seine Freude haben.