Zur Zeit gehört Stefan Erbe zu den wohl produktivsten Musikern in der Elektronikszene. Bekannt ist ja schon seine monatliche Reihe „Sound of Sky“. U. a. daraus entstand sein neues Album The Sounds Of My Comfort´sone, welches Anfang Februar erschien. Auf Stefans Webseite finden sich umfangreiche Informationen, aus denen ich gerne einen Ausschnitt wiedergeben möchte:
„Erbes musikalische Arbeit in 2011 war stark geprägt von seinem neuem Projekt "Sound of Sky", dem monatlichen Live Programm im Bochumer Planetarium (siehe www.soundofsky.de). Daraus entstand völlig neues Material, welches Erbe Musiktendenz wieder einmal in eine neue Richtung schwingen ließ. Zum einen involvierte er viele akustische Instrumente, orchestrales und "Score-Elemente" in die Tracks, von denen einige z. B. durch die Inspiration zu diversen Sci-Fi-Streifen entstanden sind. Neben Kontakt, Circles, Saturn Rings, Lichtspruch ist auch Nostromo durch die musikalische Betrachtung entstanden. Dabei hat sich Erbe stark an den originalen Kompositionen orientiert und die tragenden Elemente der Soundtracks weitergeführt. (In der Tracklist finden Sie die Filmangaben dazu).

Der Sommer ist kaum vorüber, da lässt Schiller die Sonne noch einmal in herrlichem Gewand aufblühen. Am 5. Oktober erscheint das Doppelalbum, das, wie von Schiller gewohnt, aus einer Mischung gesungener und instrumentaler Tracks besteht. Das Titelstück "Sonne" mit dem Sänger von Unheilig ist ja bereits als Single-Auskopplung erschienen. Die Ursprünge von Schiller liegen bekanntermaßen in der traditionellen elektronischen Musik gepaart mit modernem Pop-Rock, und auch dieses Album macht keine Ausnahme, bietet gleichermaßen sehr poppige Musik mit Chart-Charakter und einer populären, gefälligen Art von EM. Der mir bereitgestellte Promo-Stream umfasst 16 Titel, die einen Vorgeschmack auf das über 30 neue Stücke umfassende Doppelalbum geben.
Auf dem Electronic Circus 2011 begeisterte mich eine Gruppe besonders, und zwar das Quartett bestehend aus Josef Skrzek, Steve Schroyder und Kolja Simon und Felix Mönnich alias Alien Voices. Umso gespannter war ich auf diese CD, die allerdigns ohne Josef auskommen muss. Nichtsdestotrotz wurden meine Erwartungen erfüllt. Die Mischung aus (oftmals Beat-getriebener bis Dancefloor-artiger) Synthesizermusik und Obertongesang übt auch auf diesem Album seine starke Faszination auf mich aus. Während das Thema der CD auf einen asiatischen Hintergrund verweist, gehen die Klänge und Gesänge eher in Richtung arabischer, nativ-amerikanischer oder australischer Anmutung. Neben den überwiegend tanzbaren Tracks gibt es auch sehr ansprechende, fast ambiente Tracks, die einem wichtige Ruhepausen geben. Qigong Dancing ist eine sehr professionell produzierte CD mit einem gewissen "außerirdischen" Touch. Und wer sich an dem recht kommerziellen Stil nicht stört, findet hier ein sehr spannendes Album.
Das britische Musikprojekt Data Rebel (in Person: Danny Howe) hat mit Dreams for an Abstract Mind ein sehr ansprechendes Album bei kahvi veröffentlicht, das mit treibenden Rhythmen nicht gerade geizt. Als EP gekennzeichnet, ist das Album mit über 50 Minuten eigentlich schon vollwertig. Man kann sehr gut die Einflüsse eines anderen kahvi-Musikers hören, nämlich Planet Boelex, aber es ist dennoch ein sehr eigenes Album, das man wohl am ehesten in den Downtempo-Electronica und Chill-out Bereich einordnen kann. Die einzelnen Stücke sind außerordentlich melodiös und verleiten zum sich treiben lassen, sicherlich ideal für einen Abend in entspannter Atmosphäre. Eine schön abwechslungsreiche Playlist, die mich qualitativ und musikalisch überzeugt hat.
Mit Airborne legt Erik Wøllo sein bereits 16tes Solo-Album vor, das seinem sehr eigenen Stil elektrisch-elektronischer Musik fröhnt. Der norwegische Künstler ist ein echter Vollblutmusiker und -komponist, was man sowohl an den auskomponierten Stücken als auch an der Klangqualität seiner Songs festmachen kann. Auch auf diesem Album verbindet Erik wieder einmal sein sehr melodiöses Gitarrenspiel mit weichen Sequenzen und angenehmen Rhythmen, so dass jeder Track wie eine kleine Kurzgeschichte anmutet, die sich quasi zu einer Antologie in Form der CD ausbildet. Die abwechslungsreichen Stücke, die von ruhiger, nachdenklicher bis hin zu flotterer, aber dennoch entspannter musikalischer Art sind, bieten insgesamt eine Wohlfühlatmosphäre von über einer Stunde Dauer. Ich bin zugegebenermaßen ein Fan von Eriks Stil, daher kann ich hier nur eine Empfehlung aussprechen.