
Jemand geht eine Straße entlang. Autos fahren schnell vorbei. – Das klingt wie die unmittelbare Umsetzung des Titels „A Return To Cromley Hall“, was allerdings nicht ganz zutreffend ist. Zumindest, was den Zeitpunkt der Rückkehr angeht. „A Return To Cromley Hall“ ist die Fortsetzung des Albums “A Diary Of Occurrences”, das 2010 erschien (siehe schalldruck Nr. 43, 10/2011). Andy Condon aus Essex (GB), der The Glimmer Room ist, führt mit dieser etwa 46 Minuten dauernden EP seine Erzählung über The Borley Rectory fort, die als Trilogie angelegt ist.
Diese Fortsetzung findet im engeren, d. h. musikalischen Sinn jedoch nur im ersten Track, dem Titelstück, statt. Mir stellte sich zunächst die Frage, wieso das Album mit „A Return To Cromley Hall“ überschrieben ist, wenn es doch um das Pfarrhaus von Borley geht. Cromley Hall? Des Rätsels Lösung schrieb mir Andy Condon selber: Lionel Foyster, der mit seiner Frau Marianne von 1930 an für 15 Monate The Borley Rectory bewohnte, hat seine Geschichte in Buchform gebracht und für diesen Zweck die Namen aller Personen geändert, und das Haus Cromley Hall genannt. Allerdings ist das Buch niemals verlegt worden, weshalb ich auch im Internet keine Verbindung zwischen Cromley Hall und der Borley Rectory finden konnte.



Mehr als drei Jahre nach Raja gibt es endlich wieder neue Musik des Finnen Ossi alias Planet Boelex. Das neue Album heißt Exist und besteht aus dem Titelstück von Planet Boelex, 4 weiteren, in Kooperation mit diversen Künstlern entstandenen Tracks und einem Track von Krister Linder in einer Planet Boelex Version. Natürlich ist das Album mit dem typischen entspannten, melodischem Stil versehen und kommt locker und leicht über die Membranen geperlt. Wieder mit dabei ist ein Stück mit Lisa's antenna, die den Track Stay mit ihrer magischen, leicht souligen Stimme veredelt. Space Walrus ist eine Gemeinschaftswerk mit Mosaik und bekommt durch die Vermischung einen etwas druckvolleren Klang im Vergleich mit Ossis üblichen Tracks. Die Remix-Version von Krister Linders The Great Surrender hat bis auf die Vocals kaum etwas mit dem originalen Stück von Krister gemein, hebt den ursprünglichen Chill-out Track auf eine souligere Ebene, was der Stimme Krister Linders eine gerechtere Grundlage bietet. Die Zusammenarbeit mit Bad Loop gibt dem Track Unreasonable Reasoning wieder eine etwas andere, dunklere und treibendere Note, auch wenn Planet Boelex' musikalisches Händchen deutlich zu erkennen ist. Zum Abschluss folgt der Remix von Leaving Quietly, ursprünglich veröffentlicht auf Suunta (August 2007), durch Weldroid. Aus dem gemütlichen, Effekt-durchzogenen Finalstück ist ein quirliges, technisch klingendes Kunststück a la Weldroid geworden.
Es wird für die empulsiv-Redaktion wahrhaftig immer schwieriger sich auf einen Chill-Out-Sampler der letzten Wochen zu fokusieren, denn so gut wie momentan, reihte sich keine VÖ nach der nächsten in die Hitliste sehr brauchbarer Zusammenstellungen. Auch die sechste Auflage Kosmischer Lounge-Mixe glänzt mit exzellentem Material, dass tatsächlich wieder einmal voll ins Schwarze trifft. Dabei überzeugt die Doppel-CD mit entspannter Breite sämtlicher Chill-Variationen und einer sehr hoher Kompositionsqualität, was oft, vielen der Massen-Kompilationen fehlt. Es gibt kaum einen Künstler, der nicht mit eingängigem Sound auf dem Album zu überzeugen weiß und dieses Release damit aufwertet oder motiviert, den Player auf Repeat stehen zu lassen. Gut gemacht liebe Sine-Crew!
Nach dem fast historischen und wirklich exzellenten Livealbum "Scored", erscheint nun eine weitere EP der drei Loom-Musiker Schmölling, Froese (jr) und Waters. 4 Stücke mit ca. 30 Minuten Spielzeit umfasst die schlicht und im Corporate Design der ersten EP gehaltene CD, natürlich unweigerlich klanggefärbt und inspiriert vom Sound, den wir aus alten TD-Zeiten kennen. Nun, auch kein Wunder wenn zwei ehemalige und wesentliche Erfolgsbegleiter der Berliner Pioneertruppe sich aufmachen, "Altes und Neues" zu verbinden. Denn genau so, hätte/hat man sich eine der möglichen musikalischen Weiterführungen in die heutige Zeit gewünscht. Ist dies nun Konkurrenz oder gar eine Kopie des einstigen Orginals? Nein, wahrhaftig nicht, denn viel zu sehr sticht die kompositorische Qualität des Trios heraus, die es auch auf der neuen EP geschafft hat, was sich viele "Altinternationale" wünschen, nämlich den Spririt und den Sound aus einer "Hochzeit" in die "Neuzeit" mitzunehmen ohne sich im vergangenen Erfolg musikalisch auf Ewig zu verlieren. Betrachten wir diesen halbstündiger Appetizer als erste Vorspeise auf den nächsten Longplayer-Hauptgang, der hoffentlich noch in 2013 serviert werden kann. Bitte nicht trödeln, Jungs!