Rezensionen

In ihrer eigenen Art, musikalische Kompositionen eher als Gemälde aus Klängen zu verstehen, hat Deborah Martin mit Eye of the Wizard ein weiteres ätherisches Themenalbum hervorgezaubert. Tatsächlich geht es diesmal auch inhaltich um Magie, und bereits von der ersten Minute an versetzt ihre Musik den Hörer in eine fantastische Welt. Obwohl insgesamt sehr modern, entrückt man klanglich in eine Zeit voller galantem Abenteurer und Zauberwesen. Viele tragende und pointierte Flächen, sanfte Rhythmen und hauchfeine, teilweise nur angedeutete Melodiebögen vermitteln eine akustische Leichtigkeit und lässt viel Raum für Bilder in der eigenen Gedankenwelt.

Eye of the Wizard bietet ein vergnügliches Hörerlebnis mit überwiegend ambienten, synthetischen Strukturen, verfeinert mit akkustischem Gitarrenspiel und auf kleineren Strecken mit Rhythmen durchzogen.

Bezug: Spotted Peccary

Stefan Schulz

waveUnd auch dieses Mal freut sich die Redaktion über den Posteingang der neuen Moonbooter-CD, denn noch nie hat ein Album des Eifelers mit einer mässigen oder gar schlechten Bewertung die virtuelle Welt des Redaktionsrechners verlassen. Im Gegenteil, die bisherigen Veröffentlichungen und auch die aktuelle Produktion entsprechen erneut dem hohen Standard, den sich Mastermind Bernd Scholl immer wieder setzt.

jarreWenn einer der Pioniere wie Jarre, nach etlichen Jahren ein neues Album veröffentlicht, muss natürlich auch empulsiv einen ausführlichen Blick darauf werfen!

Jarre, hat aus Sicht einer Mainstreamstrategie nicht viel falsch gemacht, soviel vorweg, aber bei genauerer Betrachtung und mehrfachen Konsumierung beschleicht einen das Gefühl, dass man nicht nur viel Zeit in die Produktion gesteckt hat, sondern von Anfang an das Ziel hatte, dass dieses Album ein kommerzieller Erfolg werden muss!
Neben dem unglaublichen Name-Dropping, der strategischen Kontrastierung von vokalen und instrumentalen Nummer, fällt weiterhin auf, dass jeder Song einem gewissen Schema zu unterliegen hatte. Aber eins nach dem Anderen!

Er ist schon ein sehr fleißiger Komponist, dieser Robert Schroeder. Aktiv seit Ende der 1970er Jahre veröffentlicht er mit Dream Access bereits sein 34stes Solo-Album. Er selbst schreibt zum Album: "Der Weg zurück in die Atmosphären der Entstehungsphase der Elektronischen Musik war und ist mein Ziel. Dies ist mir mit diesem Album ein großes Stück weit mehr gelungen." Tatsächlich tritt man mit der Musik auf Dream Access eine klangliche Zeitreise in die frühen Zeiten seines Schaffens an, allerdings schon in die rhythmische Phase zu Zeiten von Skywalker und Computer Voice. Inmitten der Stücke trifft man allerdings auch immer wieder auf neuere, experimentelle Einlassungen und Flächen, die seinem heutigen Stil entsprechen. Robert schafft hier einen symbiotischen Klangkörper aus klassisch analogem Spiel in einem digitalen Umfeld, insgesamt jedoch näher an der traditionellen elektronischen Musik als zeitgenössische Vertreter des Genre. Mit dieser Mischung bewegt sich das Album mehr auf einer emotionalen Elektronikebene, fängt entsprechend die Gefühlswelt der 1980er des Stils ein. Er lässt den Hörer das eigenwillige Wesen der EM wiederentdecken, den ursprünglichen Traum hinter dieser speziellen Spielart elektronisch-musikalischer Erlebnisreisen.

Bezug: Spheric Music

Stefan Schulz

Auf welchem Label Alien Nature alias Wolfgang Barkowski sein neues Album veröffentlicht, das ist auf den ersten Blick zu sehen. SynGate-Alben erscheinen immer in gleicher Aufmachung mit den schwarzen Balken am oberen und unteren Rand und mindestens ähnlichen Schrifttypen.

Die Gestaltung des Covers ist nicht die einzige Ähnlichkeit zum Vorgänger „Who Goes There?“ von 2012. Auch beim Thema, das der Musik zugrunde liegt, bleibt Wolfgang seiner Leidenschaft treu: Science Fiction. Nach wie vor kenne ich mich in der SF-Literatur überhaupt nicht aus; so weiß ich (dem Internet sei Dank) bislang immerhin, dass „Jerry Cornelius“ eine Figur aus der Feder des Science-Fiction-Autors Michael Moorcock ist. Ich könnte nun vermuten, dass die Titel der einzelnen Stücke auf der CD sich auf Geschichten um Jerry Cornelius beziehen oder gar direkt aus einem Buch von Moorcock stammen. Eigentlich ist mir persönlich das aber gleichgültig – mir gefällt einfach die Musik.

Ich hatte Akikaze, den sympathischen Niederländer Pepijn Courant, für eine geraume Zeit musikalisch aus den Augen verloren. Nicht, dass mich seine Musik nicht interessiert hätte, aber seine Veröffentlichungen in den letzten zehn Jahren sind an mir vorbeigegangen; das jüngste Akikaze-Album in meiner CD-Sammlung war bislang „Leap In The Dark“, und das ist 2002 erschienen.

Bei der Berliner Schule Meistergruppe Broekhuis, Keller und Schönwälder hat sich das Farbrad wieder um eine Stufe weiter gedreht. Und jetzt ist alles Grün. Die mit über 70 Minuten wieder gut gefüllte CD ist diesmal in 5 Stücke aufgeteilt, wobei das letzte auch schon auf die als nächstes anstehende Farbe verweist. Das Album ist natürlich ein Muss für alle BKS-Fans, auch in Grün gibt es zahlreiche Sequenzen und synthetische Melodien aufs Ohr. Allerdings ist die Zusammenstellung musikalisch stellenweise überraschend, so finden sich neben knalligen Rhythmen und modernem Sound auch klassisch-traditionelle Passagen mit improvisiert überspielten Klangverläufen. Abwechslung ist somit garantiert.

Infos: Website von BKS
Bezug: Manikin

Stefan Schulz

CoversDu schliesst die Bürotür hinter dir zu und steigst in dein Auto. Morgen beginnt der erste Urlaubstag und Tom Webster alias Klangstein hat bereits den richtigen Einstimmungssoundtrack dafür designed. Ohne Unterbrechung laufen die entspannten Rhythmen, Sounds und Klangfelder zu den Tagen er Erholung, unaufdringlich unterstützend und immer mit der Massgabe als Lebensexlixier für die kommenden Stunden des Genießens zu fungieren. Das lässige Frühstück auf der sonnenbefluteten Terrasse stimmt auf die Momente zwischen Palmen und Pool ein, während der weiße Südseestrand noch auf den Sonnenuntergangs-Besuch warten muss. Die 14 Lebensmelodien von Klangstein, Buchert, Setsuna und Co. erschallen dabei im Repeatmodus, so kann man es aushalten.

Stefan Erbe